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	<title>dacapo &#187; Joseph Joachim</title>
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	<description>Das Weblog der Duisburger Philharmoniker Information, Musik, Videos und Inhalte mit Leidenschaft.</description>
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		<title>4. Philharmonisches Konzert &#124; Das Henze-Projekt: Neue Musik für eine Metropole</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 04:54:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Spließ</dc:creator>
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Bis kurz vor dem ersten Gong waren einige unserer Musiker diesmal auf der Bühne um noch an den Passagen des 4. Philharmonischen Konzerts zu feilen. Die Suite aus <a href="http://www.dacapo-dp.de/allgemein/4-philharmonische-konzert-das-henze-projekt-neue-musik-fur-eine-metropole-1204.html">[...]</a>


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<li><a href='http://www.dacapo-dp.de/allgemein/quick-words-jonathan-darlington-5-philharmonische-konzert-1212.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Quick Words: Jonathan Darlington &#8211; 5. Philharmonisches Konzert'>Quick Words: Jonathan Darlington &#8211; 5. Philharmonisches Konzert</a></li>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1210" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><img class="size-large wp-image-1210" title="IMG_0778" src="http://www.dacapo-dp.de/dateien/2010/01/IMG_0778-550x314.jpg" alt="Foto: Christoph Müller-Girod" width="550" height="314" /><p class="wp-caption-text">Foto: Christoph Müller-Girod</p></div>
<p>Bis kurz vor dem ersten Gong waren einige unserer Musiker diesmal auf der Bühne um noch an den Passagen des 4. Philharmonischen Konzerts zu feilen. Die Suite aus der Oper &#8220;Die Bassariden&#8221; ist schließlich ein Werk in dem zarte, ruhige Passagen auf grelle und laute treffen &#8211; sowohl vom Orchester als auch vom Dirigenten werden äußerste Konzentration abverlangt. Und wenn Duisburg die Ehre hat das &#8220;Henze-Projekt&#8221; für die Kulturhauptstadt RUHR.2010 zu eröffnen &#8211; dann ist die Leistung am heutigen Abend doppelt zu bewundern.<span id="more-1204"></span>Doch zuerst an diesem Abend: Felix Mendelssohn Bartholdy. Vier Sätze von denen vor allem das Finale in Erinnerung bleibt &#8211; aber was wäre das Finale ohne den zarten, wunderschönen Beginn der Sinfonie deren Glanz damals das 300. Jubiläum der Augsburger Erklärung beleuchtete. Das war im Jahr 1830 und Mendelssohn Bartholdys Sinfonie ist das Ergebnis eines damals ausgeschriebenem Wettbewerbs, mit dem man das Datum gebührend gewürdigt werden sollte. Im ersten Satz wird dieser langsame und getragende Satz dann zum Höhepunkt geführt &#8211; und dort erklingt dann das Zitat des &#8220;Dresdner Amen&#8221;. Später wird Wagner daraus das Gralsmotiv im &#8220;Parsifal&#8221; formen. Dramatik pur. Der Gegensatz dann: Der zweite Satz. Idylle. Hier scheinen die Konflikte gelöst zu sein. Kann man den 3. Satz als Einleitung für den letzten Satz deuten? Melancholisch scheint hier nochmal an die Vergangenheit gedacht zu werden. Und dann folgt die Überraschung: &#8220;Ein feste Burg ist unser Gott&#8221;, wohl mit der prostestantischste Choral schlechthin, wird von Mendelssohn nicht mit Bläsern oder vollem Orchester begonnen. Was ja denkbar wäre dem Text nach, eine kräftige Instrumentation wäre hier denkbar. Nein, die Flöten beginnen wie aus einer anderen Welt und erst nach und nach wird der Choral dann kräftiger, das Hauptmotiv taucht immer wieder in Abwandlungen auf und schließlich endet die Sinfonie in einem herrlichen Finale.</p>
<div id="attachment_1208" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><img class="size-large wp-image-1208" title="IMG_0736-1" src="http://www.dacapo-dp.de/dateien/2010/01/IMG_0736-11-550x366.jpg" alt="Foto: Christoph Müller-Girod" width="550" height="366" /><p class="wp-caption-text">Foto: Christoph Müller-Girod</p></div>
<p>Den Kontrast dazu setzte Henzes Suite aus den &#8220;Bassariden&#8221;. Dabei ist Henzes Musik eigentlich im Grunde harmonisch &#8211; natürlich gibt es Töne, die hart am Rande der Tonalität verankert sind. Seine Musik ist zumindest bei dieser Suite jedoch eher bei Strawinsky als bei Schönberg. Henze setzt dabei ein großes Orchester ein, unsere Percussionisten hatten alle Hände voll zu tun bei den gigantischen Klangflächen, die Henze hier entstehen lässt. Doch ebenso gibt es feine, flirrende Streicherpassagen, die unwirklich an eine andere Welt erinnern. In der Suite verwendet Henze überwiegend Material aus dem dritten Akt der Oper &#8211; hier spitzt sich der Konflikt zwischen Verstand und Rausch zu. Henzes großes Orchester scheint dabei das wiederzuspiegeln was der Rausch tut: Er sprengt nämlich alle Grenzen. Ein wunderbares Werk &#8211; und wer dies gehört hat wird verstehen, warum Henze lange Zeit als Traditionalist der Moderne galt.</p>
<p>Joseph Joachim &#8211; ohne diesen Meister auf der Violine wäre sicherlich manches Werk der Romantik nie im Orchestersaal erklungen. So auch das Violinkonzert op. 77 von Brahms, in dem der Komponist mit den Konventionen des traditionellen Solokonzertes bricht. Das rein begleitende Orchester gibt es in diesem Werk nicht. Es ist eher ein Dialog zwischen dem Solisten und dem Orchester, beide Parts sind gleich wichtig &#8211; wobei die Solo-Stimme enorme Anforderungen an den Violinisten stellt. Vielleicht ist der Ruf der Unspielbarkeit dafür verantwortlich gewesen, dass Brahms nach diesem Werk kein weiteres Solokonzert für Violine und Orchester komponierte. Trotz Joseph Joachims. Da hier die Parts aufgehoben sind, ist die Oboenmelodie im zweiten Satz nur konsequent &#8211; lange bevor die Solo-Violine einsetzt schwebt hier eine wunderbare Melodie durch das Orchester. Der &#8220;ungarische&#8221; Brahms ist erst im dritten Satz seines Violinkonzertes op.77 zu hören &#8211; zumindest das Thema klingt an eine ferne Erinnerung der &#8220;Ungarischen Tänze&#8221;.</p>
<div id="attachment_1209" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><img class="size-large wp-image-1209" title="IMG_0768-1" src="http://www.dacapo-dp.de/dateien/2010/01/IMG_0768-1-550x367.jpg" alt="Foto: Christoph Müller-Girod" width="550" height="367" /><p class="wp-caption-text">Foto: Christoph Müller-Girod</p></div>
<p>Eines muss noch erwähnt werden: Es gibt natürlich mehrere Möglichkeiten beim Abgang das Dirigentenpult zu umgehen. Meistens geht der Solist oder die Solistin ja entweder hinten oder vorne dran vorbei. Beim ersten Abgang allerdings schritt Isabelle Faust grazil direkt von der Seite über das Pult. Auch eine Art sich zu verabschieden. :-)</p>


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