10. Philharmonisches Konzert | Weblog Eintrag #2 | Friedemann Pardall
Tag zwei der deutsch-holländischen Begegnungswoche. Diese verläuft vermutlich harmonischer als ein Treffen dieser beiden Nationen in Südafrika ab kommender Woche… Als der Komponist Wilms klagte, daß er statt nach Amsterdam besser nach Wien emigriert wäre, weil er dort seine Zeit nicht mit Unterrichten etc hätte vergeuden müssen, dachte er vermutlich nicht an den steinigen Weg, den Franz Schubert dort zu gehen hatte. Heute abend nun die erste (und einzige) Probe mit der fünften Sinfonie eben jenes Franz Schubert.
Lange ist sie bei uns nicht gelaufen, umso mehr großes Vergnügen bis hin zu Entzücken: welch ein geniales Werk! Unglaublich perfekt und endlos schön.Kommt es von der jahrelangen Schulung durch Bruno Weil in historisch informierter Aufführungspraxis oder passt es einfach zufällig? Zumindest gibt es kaum Klärungsbedarf bei prinzipiellen Fragen, dafür umso mehr Arbeit mit einem detailversessenen Maestro de Vriend. Noch nie mussten Celli/Bässe eine scheinbar belanglose Wiederholung der immer gleichen Achtel gleich mehrmals alleine spielen, bis ihm die Schwer/Leicht-Verteilung gefiel. Dazu immer wieder das, was der Duisburger Ureinwohner glaube ich “Dönekes” nennt: zB Geschichten um Schubert. Sein Pech mit einer unter schwierigste Umständen erkämpften Aufführung einer seiner Opern, bei der tragischerweise kein Kritiker anwesend war, weil ein gewisser Paganini zeitgleich in Wien gastierte. Sein Mundgeruch durch exzessiven Pfeifengebrauch, dies alles, um zB die “Giftigkeit” eines Akzentes zu beschreiben.
Wenn wir all das umsetzen können und die Konzerte den gleichen Unterhaltungswert der Proben haben, hoffe ich, daß nicht allzu viele unserer treuen Abonnenten das verlängerte Wochenende in Wilms’ Wahlheimat verbringen! A suivre…
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Friedemann Pardall - Violoncello (Solo) / Duisburger Philhamoniker







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