2. Profile-Konzert: Fagottquartett-Uraufführung

Foto: Christoph Müller-Girod
Am kommenden Sonntag, dem 26. September 2010 um 11 Uhr im Opernfoyer des Theater Duisburg werden den Besuchern echte Schätze der Kammermusik präsentiert. Besonders hörenswert: Die Urauführung des neuen Werkes von Friedmann Dreßler.
Richtig Spaß wird den Zuhörern das Fagottquartett von Friedmann Dreßler bereiten. Der stellv. Solocellist der Duisburger Philharmoniker ist einem großen Publikum zuletzt durch seine Bearbeitung des „Rings ohne Worte“ bekannt geworden. Das Quartett huldigt dem Fagott, einem Instrument, das normalerweise nicht so in den Mittelpunkt gerückt wird. Das Werk erinnert an die französische Musikkultur, birgt einige Herausforderungen und klingt sehr abwechslungsreich und eingängig: „Das Stück wird man noch oft hören“, ist Laszlo Kerekes, Fagottist der Duisburger Philharmoniker und Solist des Konzertes völlig begeistert. Das Konzert ist eine Koproduktion mit der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 für „Das Henze-Projekt. Neue Musik für eine Metropole“.
Kammermusik begreift sich als eine tönende Welt, die zwar Grenzen nach außen, aber keine nach innen kennt”, bemerkt Hans-Werner Henze in den 1960er-Jahren. Er war einer der wenigen deutschen Komponisten, die sich nach 1945 zum Einfluss Paul Hindemiths bekannten. Seine Hirtenweisen basieren auf österreichische Volksmelodien. Ingeborg Bachmann, eine der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen und Prosaschriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts, war seit 1952 enge Vertraute Henzes. Ihr Betrachtungen über Musik werden von dem Sprecher Wolfram Boelze vorgetragen.
Paul Hindemith war mit einem hintersinnigen Humor gesegnet und erläuterte 1922, warum er keine groß besetzten Orchesterwerke mehr zu komponieren gedenke wie folgt: „Infolge der fortwährenden Preissteigerungen auf dem Notenpapiermarkt” könnten generell „nur noch kleine Partituren geschrieben werden”. In den zum Teil grotesken sechs Sätzen von „Minimax“, mit dem augenzwinkernden Untertitel „Repertorium für Militärmusik“ versehen, nimmt Hindemith verschiedene musikalische Gattungen aufs Korn. Die ironische Auseinandersetzung reicht mit ihren lustvollen Kommentaren zur kleinbürgerlichen Musizierlust vom „Hohenfürstenberger” im Stile einer verstimmten Blaskapelle, über den Walzer „Löwenzähnchen an Baches Rand“ und das Duett der beiden Mistfinken” bis zum parodierten Marsch „Alte Karbonaden”.







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