08. Dezember, 2009

3. Familienkonzert | „Zocken“ mit Instrumenten

Foto: Christoph Müller-Girod

Foto: Christoph Müller-Girod

„Klassik erzeugt bei vielen Ehrfurcht. Doch man sollte bedenken, dass Klassiker wie Mozart, Beethoven etc. zu ihrer Zeit auch nichts anderes waren als Popstars.“ So lauteten die Schlussworte von Wolfram Boelzle, als er für das junge Publikum das letzte Stück des Abends anmoderierte „Renderings: Turrican II – The Final Fight“.

Jungen Menschen zeigen, dass Klassik alles andere ist als verstaubt. „Symphonic Shades“ hat dies bewiesen.
Grand Monster Slam, Jim Power, Tower of Babel, Turrican 3, Gem’X, Great Giana Sisters: Eine Aufzählung, die jedem Video-und Computerspielefan der ersten Stunde, die Tränen in die Augen treiben dürfte. Und obwohl diese 2D-Spiele der 90er Jahre recht einfach gehalten waren, haben sie etwas Besonderes gehabt: eingängige und extra komponierte Melodien.

Foto: Christoph Müller-Girod

Foto: Christoph Müller-Girod

Chris Hülsbeck hat diesen Spielen den nötigen Sound verpasst, in einer Zeit, in der es für ein Spiel keine unerschöpflichen Speicherplätze gab. „Für den gesamten Soundtrack standen 400 kb zu Verfügung. Für jedes Level waren das 60 kb. Das sind grad mal 12 Seiten Word“ erklärte Wolfram Boelzle. Chris Hülsbeck hat es aber geschafft Melodien zu kreieren, die unvergesslich und zum „Kult“ geworden sind. So kultig, dass nun auch Orchester sie spielen. Und bestimmt hätte sich Chris Hülsbeck damals auch nicht träumen lassen, dass die Komposition mit seinem Midi-Synthesizer mal Inhalt eines Klaviervortrags sein würde.
Natürlich durfte bei so einem Konzert, auch das Optische nicht vernachlässigt werden. Aber anstatt einfach die Spiele bildlich aufleben zu lassen, wurde die Mercatorhalle in Licht und Nebel gehüllt. Passend zu den Klängen erstrahlte eine Lichtshow, die wie die Musik zum Kopfkino anregte.

Foto: Christoph Müller-Girod

Foto: Christoph Müller-Girod

Autor: Astrid Menz

Von Christoph Müller-Girod

Kommentare

  1. Das alles klingt ja sehr schön! Leider kann ich das nicht hören… Von den Bilder aber sieht man schon, dass es wirklich schön war! Vielleicht nächstes Mal…

  2. Mich würde ja sehr interessieren, ob das Notenmaterial aus den vorangegangenen Videospielmusik-Konzerten der Symphonic-Reihe – Produziert von Thomas Böcker, wenn ich mich recht entsinne – stammt und ob auch diese Aufführung mit der Hilfe eben jenes Mannes zu Stande gekommen ist.
    Schade, dass eventuelle Werbung für dieses Konzert nicht so stark präsent war, dass auch ich etwas davon mitbekommen habe..
    Ähnlich wie zu den Konzerten in Kölnt wäre ich vielleicht angereist.
    Aber schön, dass in dieser Richtung mal wieder etwas stattgefunden hat…

  3. Laut einem Interview handelt es sich um das Original-Notenmaterial von “Symphonic Shades”. Allerdings hat sich Thomas Böcker nicht um dieses Konzert gekümmert. Das war ein Deal zwischen dem Orchester und dem WDR.

    Mehr dazu hier:

    http://www.radio-paralax.de/board/thread.php?threadid=2650&threadview=0&hilight=&hilightuser=0&page=3

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