03. September, 2010

1. Philharmonisches Konzert | Weblog-Eintrag | Maria Teiwes

Ich habe mich sehr gefreut meine lieben Kollegen wieder zu  sehen,  immerhin war unsere Sommerpause sechs Wochen lang. Ich spiele (leidenschaftlich gern) Horn und da ich früher in einem kleinerem Orchester tätig war (die Anzahl der Musiker war zu gering als dass wir grossbesetzte Werke hätten spielen können), brenne ich schon lange darauf endlich grosse Mahler-Sinfonien zu spielen. Nun also die 1. Sinfonie, auch genannt “der Titan”. Berühmt ist diese Sinfonie dafür, dass im 3. Satz das Thema des Volkslieds “Bruder Jakob” verarbeitet wurde.

Was ich an Mahler so sehr mag ist, dass er immer wieder für ihn typische Motive in jeder seiner Sinfonien wiederkehren lässt. Beispielsweise werden Kirchenglocken so dargestellt, dass ein Ton stark angespielt wird um dann im Piano den Rest des Taktes ausgehalten zu werden – eben fast so wie ein Schlegel eine Glocke anschlägt und sie dann weiter schwingt. Vor etwa zwei Monaten hatte ich das Glück die Glocke zu hören, die wahrscheinlich den Grundstein für alle Glocken-Motive in Mahlers Werken gelegt hat. Nämlich die Glocke der Kirche, die schräg gegenüber von Gustav Mahlers Geburtshaus in dem unglaublich idyllischen Kalischt in der Nähe von Prag steht. Wenn man dort ein wenig umherspaziert, möchte man meinen das Umland, die Natur, die über zweihundert Jahre alten Häuschen im Dorf spiegeln viele der Themen und Melodien wieder, die Mahler in  den Kopf gekommen sind.

Was noch prägnant ist und in der Orchesterliteratur selten vorkommt, ist, dass die gesamte Horngruppe (7 Hornisten sind besetzt) zum Ende des letzten Satzes aufsteht um einem heroischen Thema (Titan), welches im Fortissimo gespielt wird noch mehr Glanz und Ausdruck zu verleihen. Es war eine Freude das interpretieren zu dürfen, nicht zuletzt auch wegen eines sehr einfühlsamen und sympathischen Gastdirigenten Benjamin Shwartz. Das Konzert war ein voller Erfolg, ein gelungener Start in die neue Saison und ich wünsche, dass unser Publikum uns in dem Maße möglichst zahlreich gewogen bleibt!

In reger Vorfreude auf das nächste Sinfoniekonzert am 22. und 23. September in der Mercatorhalle mit Gustav Mahlers 5. Sinfonie, Ihre Maria Teiwes.
Von Webteam

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9. Philharmonisches Konzert

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