JD@DuPhil | 5 Jahre Klangarbeit im TaM
In unserer Reihe JD@Duphil blicken wir auf die neuneinhalb Jahre mit Jonathan Darlington als Generalmusikdirektor zurück. Nachdem wir im ersten Teil die Anfänge beleuchtet haben, widmen wir uns im zweiten Teil den ersten Herausforderungen, die Jonathan Darlington in Duisburg zu meistern hatte. Das bedeutete zunächst vor allem: diffizile Klangarbeit im Ersatzspielort TaM. Denn der Raum “spielte” nicht mit.
Kaum begann Jonathan Darlington seine Tätigkeit in Duisburg, stellte sich ihm ein Problem: Die alte Mercatorhalle musste aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Zwar hatte Jonathan Darlington schon eine Probe für „Was ihr wollt“ im geplanten Ausweichquartier abgehalten. Möglicherweise, so dachte Jonathan Darlington, war dies auch ein Test um festzustellen, ob die Akustik des Theaters am Marientor sich dauerhaft für Aufführungen des Orchesters eigenen würde. “Das war zwar nicht der Fall, jedoch wurde von den waltenden Mächten entschieden, die Duisburger Philharmoniker bis auf weiteres in das Theater am Marientor zu verlegen.”
So fügte es sich, dass die erste Saison von Jonathan Darlington in Duisburg mit der ersten Saison der Philharmoniker im TaM zusammenfiel. Gleich das erste Konzert folgte dabei den elektischen Instinkten Jonathans – auf dem Programm stand die Carneval-Romain-Ouvertüre von Hector Berlioz, eine Welturaufführung eines Werkes von Maurizio Kagel, „Broken chords“, sowie die 11. Symphonie von Dmitry Schostakowitch.
„Das Konzert wurde für die Nachwelt aufgezeichnet, aber ich hatte nie das Verlangen es anzuhören und ich weiß auch nicht, wie das Publikum meinen Einstand beurteilte.“
Das TaM wurde für die nächsten fünf Jahre die Übergangsheimat der Duisburger Philharmoniker. Es war eine schwierige Zeit, denn die Akustik im Theater entsprach ganz und gar nicht dem Standard, die einem Konzerthaus gebührte. Immerhin konnte dank der großzügigen Hilfe von Thyssen-Krupp eine Konzertmuschel gebaut werden, die den Klang immerhin etwas anhob. Dennoch: Die TaM-Zeit war eine extreme Herausforderung für die Musiker. Jonathan Darlington stellte schnell fest:
„Ich musste das Programm anpassen – die großen sinfonischen Werke waren eine Quälerei. Teilweise war es, als ob man gegen eine Wand aus Baumwolle anspielen würde. Ich erinnere mich sogar, dass ich nach einer Brahms Sinfonie das starke Bedürfnis nach einem Glas Whisky verspürte! Ich probierte alles aus was das Repertoire hergab, musste dann aber die meisten Stücke fallenlassen, die auf eine gefällige Akustik setzten.“
Eines aber blieb trotz der Probleme konstant: Die Zuneigung und die Treue des Publikums. „Dafür werde ich, und wird das Orchester, für immer dankbar sein.“
Rückblickend sieht Jonathan Darlington TaM-Jahre dennoch als eine Zeit, in der das Orchester sich enorm weiterentwickelte. „Vielleicht war es für das Orchester alles in allem nicht unbedingt so schlecht,“ sinniert Jonathan Darlington. „Wir haben eine Menge gelernt. Vielleicht trotz oder gerade wegen des ‘TAM-Effekts’; Wir mussten im TaM so hart am Klang arbeiten, dass uns eigentlich erst nach dem Umzug in die neue Mercatorhalle auffiel, was für eine neue Qualität wir erreicht hatten.“
Im nächsten Teil unserer Reihe JD@DuPhil spricht Jonathan Darlington über Highlights wie Konzerttouren, die Zusammenarbeit mit herausragenden Solisten und schließlich: den Einzug in die neue Mercatorhalle.









20:48 Uhr
Auf Jonathan Darlingtons Facebook-Seite gibt es übrigens gerade eine signiere CD zu gewinnen: Mahlers 6. Sinfonie. Zum Mitmachen einfach “gefällt mir” anklicken. Hier geht’s lang: http://www.facebook.com/pages/Jonathan-Darlington/130867993650874