Best of Saison 2009/2010 – Teil 3

Foto: Christoph Müller-Girod
Im letzten Teil des Rückblicks schauen wir nochmal Susanne Yoko Henkel zu und ziehen Südwärts. Zum guten Schluss kommt nochmal das Meer zu Wort. Zuerst aber: Beethoven.
Das 8. Philharmonische Konzert bot eine interessante Mischung: Beethovens “Durch Nacht zum Licht”-Maxime gegen die eher pessimistische Sicht von Wojciech Kilars „Krzesany“ und Lutowlaskis “Konzert für Orchester” – für viele ungewohnt, aber sehr beeindruckend. Nochmal Beethoven – diesmal aber mit Susanna Yoko Henkel. “Beethoven und seine Erben” waren im 4. Kammerkonzert zu hören. Unsere Artist in Residence bezauberte erneut mit ihrer Interpretation der Kreutzersonate sowie der Suite Italienne. Das beste kam dann zum Schluss des Monats April: Die Vorstellung des aktuellen “Play!”-Heftes.
Im Mai bot das 9. Philharmonische Konzert spannungsreiche Kontraste – das Interview mit dem Dirigenten Andreas Stoehr erklärte, warum ein Werk der Moderne im Mittelpunkt des Programms stand. Im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 ging dann nach drei Jahren das Projekt “POLYPHONIE” zu Ende. Zu Beginn des Abschlusskonzerts begrüßte unser Intendant Dr. Alfred Wendel das Publikum und hob hervor, wie wertvoll das Projekt für alle Beteiligten gewesen sei. Klassik werde in der modernen Zeit desöfteren nur noch konsumiert anstatt produziert. “Es ist zu hoffen, das dieses Projekt über das Jahr 2011 hinaus stattfinden wird.” Das Programm machte die kulturelle Vielfalt des Ruhrgebiets und die Beschäftigung mit der Musik deutlich.
Polyphonie | Stimmen der kulturellen Vielfalt from Christoph Müller-Girod on Vimeo.
Wir setzten dann die Segel – das Open-Air-Event “Südwärts” mit Lucia Aliberti und Joaquin Leclerch lockte ins Freie. Genauer auf die Mühlenweide in Duisburg Ruhrort unweit des Rheins. Dieser Abend wird dank des dritten Satzes des “Aranjuez-Konzerts” und den charmanten Zugaben von Lucia Aliberti in Erinnerung bleiben.
Im Mai hatten wir das Hilliard-Ensemble zu Gast, das mit dem Arditti-Quartett Wolfgang Rihms “ET LUX” darbrachte. Rihm naht sich dem Text des Requiems durch die Macht der Erinnerung, die einzelne Fragmente des Textes aus dem Bewußtsein hebt und sich an einigen länger aufhält als an anderen. Eng an den Text schmiegt sich die Musik – wobei sich in dieser Anklänge an den Stil der Renaissance-Meister finden lassen. Deswegen waren im ersten Teil des Konzerts auch Stücke aus der Renaissance zu hören.
Friedemann Pardall, Solocellist, teilte dann mit Ihnen seine Gedanken zum 10. Philharmonischem Konzert. “Welch geniales Werk” – so Pardall über die fünfte Sinfonie von Schubert. Mit “JEKI – der Film” rückte erneut ein Projekt in den Mittelpunkt, das wir als Orchester seit einiger Zeit sehr gerne begleiten. Da im Film auch Eindrücke aus dem ersten JeKi-Konzert überhaupt zu sehen sind, haben wir Oliver Rauch gezielt nach seinen Eindrücken von diesem Konzert gefragt. “Das war ein Riesengeschenk für den Film. Man konnte graduell unterschiedlich sehen wie beeindruckt die [Kinder] sind. Viele von denen haben wirklich nie vorher ein klassisches Musikstück gehört, geschweige denn eine Aufführung in dem Rahmen erlebt – großer Konzertsaal, große Instrumentenauswahl und ein unwahrscheinlich lauter toller Klang.”
Sing! | Day of Song from Christoph Müller-Girod on Vimeo.
Tolle Klänge gab es dann bei !Sing – Day of Song. Organisatorin Kornelia Kerth-Jan hatte im Vorfeld über ein Jahr geplant und mit den Chören aus verschiedenen Nationen kommuniziert, um diese Großveranstaltung zu ermöglichen. Um ihre Kenntnisse in historischer Aufführungspraxis zu vertiefen, waren Tonio Schibel, Anke Vogelsänger, Nadine Sahebdel, Mathias Feger, Friedemann Pardall und Francesco Savignano einer Einladung der Europäischen Akademie für Musik und Darstellende Kunst, Palazzo Ricci, nach Montepulciano gefolgt. Unter Anleitung zweier ausgewiesener Experten, Prof. Dr. Pauline Nobes, Barockvioline und Ralf Waldner, Cembalo, studierten die Mitglieder der Duisburger Philharmoniker ein Programm mit Werken von Vivaldi, Händel, Purcell, Bach und Muffat ein. Die Ergebnisse des Workshops sind dann im Dezember diesen Jahres zu hören. Das 11. Philharmonische Konzert brachte die “Sea Symphonie” von Vaughn Williams, dessen Werke in Duisburg öfters auf dem Spielplan stehen. Warum Jonathan Darlington von diesem Werk so begeistert war erläuterte er in einigen Quick Words:
Wie schon im letzten Jahr war unser Orchester mit aufregenden und ungewöhnlichen Kooperationen beim Traumzeit-Festival dabei. Zweimal als Begleitung, einmal solistisch. Hier als Soundboden für experimentelle Klänge im Rahmen der zweiten Auftragskomposition des Festivals von Peter Bolte, dort im Arrangement einer wunderbaren Chanteuse. Zum Schluss wirbelte und rauschte nochmal das Meer, das bestimmende Thema der Konzertsaison, im 12. Philharmonischem Konzert im Orchester. Eine preisgekrönte Saison ging damit zu Ende. In wenigen Tagen schon aber beginnt die neue Saison – und wir freuen uns, wenn wir Sie als Gäste und Freunde in der Mercatorhalle begrüßen dürfen.







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