Wiegenlieder | Nachtgestalten im Dämmerlicht

Foto: Christoph Müller-Girod
Zwischen Wachen und Träumen, zwischen Erwartung und Ankunft, zwischen Nochnicht und Könntesein liegt das Dämmerlicht, in dem sich die Nachtgestalten wiederfinden. Wanderer zwischen Hoffnung und Gewißheit, zwischen alter und neuer Heimat sitzen sie vorerst zwischen allen Stühlen. Das Ziveli Orkestar porträtiert im inszenierten Konzert diese Nachtgestalten irgendwo in einem Ort kurz vor der Schließung der Hüttenwerke.
Was ist eigentlich Heimat? Gibt es so etwas wie eine Zweitheimat? Und wenn es diese nicht gibt, wie kann man dann in der Fremde überleben? Menschen unterschiedlicher Nation haben sich diese Fragen gestellt und jeder seine eigene Antwort auf die Fragen gefunden. Denn eine Pauschalantwort, eine, die alle Fragen auf einen Schlag beantworten könnte, die gibt es nicht. Das Zivel Orkestar erzählt von diesen Antworten, von den Schicksalen der Menschen.

Foto: Christoph Mülller-Girod

Foto: Christoph Mülller-Girod
Heimat kann auch ein Lied sein
Ob Polen, Türken, Italiener – das Ruhrgebiet als Schmelztiegel bietet eine Fülle von Nationalitäten, die miteinander auskommen mussten und müssen. Dabei ist das Abstreifen der eigenen Herkunft nicht machbar, ein Stück Heimat steckt in jedem Menschen und die Definition wer man ist beruht auch auf der Frage woher man eigentlich kommt. Die Nachtgestalten, die das Ziveli Orkestar auf die Bühne bringt haben eine banale und simple Feststellung zu machen: Heimat kann auch ein Lied sein.
Das inszenierte Konzert zeigt Szenen zwischenmenschlicher Vertrautheit genauso wie lautüberschäumende Partybilder. Dabei aber verliert das Ziveli Orkestar keineswegs die Menschen aus den Augen – und ebensowenig deren musikalische Bandbreite. Wer sich auf die Stimmung des Dunklen, des Nächtlichen einlässt wird merken, dass es neben der Angst vor der Dunkelheit auch das Wohlbefinden des Zwielichts gibt. Nachtgestalten, die sich in diesem Zwielicht bewegen, können sich schlussendlich dann immer noch entscheiden in welche Region sie gehen möchten: In die des Lichts oder in die der Dunkelheit.
Heute 30. Oktober, 19:00 Uhr in der Philharmonie Mercatorhalle






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