Generalmusikdirektor
Mitreißende Dynamik und ein besonderes Feingefühl für Tiefe und Balance prägen die Arbeit von Jonathan Darlington. Seine entdeckungsfreudigen und dramaturgisch verdichteten Programme nehmen den Zuhörer mit auf eine musikalische Reise. Zwischen Stilen und Epochen ebenso souverän pendelnd wie zwischen Sprachen und Kontinenten, kommt sein musikantisches Können dort zur Entfaltung, wo sich Kulturen und Traditionen begegnen.
Zwischen Duisburg und Vancouver
Als Generalmusikdirektor der Duisburger Philharmoniker und der Vancouver Opera sorgt Jonathan Darlington mit höchster Präzisionsarbeit und Enthusiasmus für die außerordentliche Qualität und Beliebtheit beider Orchester. Mit den Duisburger Philharmonikern, deren Profil er in den letzten Jahren entscheidend geprägt hat, dirigiert er acht der zwölf philharmonischen Konzerte in der Saison neben Festivalgastspielen, Konzerttouren und Live-Aufnahmen. An der Vancouver Opera ist er in zwei Produktionen pro Saison zu erleben sowie in Galakonzerten und den konzertanten Opernabenden „Opera in Concert“.
Jüngste Erfolge feierte er u.a. bei seinem Konzert-Debüt beim Konzerthausorchester Berlin, mit der Uraufführung von Manfred Trojahns “La Grande Magia” an Dresdens Semperoper, mit Gustave Charpentiers “Louise” an der Deutschen Oper am Rhein (Regie: Christof Loy), Strauss’ “Salome” an der Vancouver Opera, Beethovens „Fidelio“ an der Sydney Opera sowie Strawinskys „Le Rossignol“ in der Regie von Robert Lepage an der Canadian Opera Company, Toronto. Jüngste Live-Aufnahmen schließen Mahlers 6. Sinfonie,“Pelleas & Melissande” von Schönberg und Fauré, sowie eine sinfonische Neubearbeitung von Wagners „Ring des Nibelungen“ ein.
In England, Frankreich und der Welt
Jonathan Darlington begann seine Karriere als Pianist und Liedbegleiter. Nach seinem Studium an der Universität Durham und der Royal Academy of Music in London arbeitete er für Radio France, wo er bereits früh Gelegenheit hatte, mit so herausragenden Musikerpersönlichkeiten wie Pierre Boulez („Le soleil des eaux“), Riccardo Muti (Verdis „Requiem“) und Olivier Messiaen („Trois petites liturgies“) zusammenzuarbeiteten. Als freier Pianist und Liedbegleiter arbeitete er in Frankreich und England, u.a. für die Opéra Nancy und das Ensemble l‘ARCAL, welches er nach kurzer Zeit als Musikdirektor leitete. Als Mitglied des Kollegiums der Aldeburgh School for Advanced Studies, arbeitete er mit bedeutenden Sängern wie Elisabeth Schwarzkopf, Ileana Cotrubas, Hugues Cuenod, Susanne Danko, Hans Hotter, Janet Baker und Peter Pears zusammen.
Sein Debüt als Dirigent feierte er 1984 am Pariser Théâtre des Champs Elysées mit Francesco Cavalli’s Barockoper “Ormindo”. Ein wichtiger Meilenstein in seiner Karriere war das Berlioz Festival Lyon, wo er Serge Baudo für “Les Troyens” (1987), und John Nelson für “Benvenuto Cellini”(1989) assistierte. 1990 engagierte Myung-Whun Chung Jonathan Darlington als Assistenten an die Opéra Bastille in Paris. Hier debütierte er 1991 mit Mozarts „Le nozze di Figaro“, in einer Traumbesetzung mit Renee Flemming und Cecilia Bartoli. Er blieb bis 1993 in Paris als stellvertretender Musikdirektor und feierte weitere Erfolge mit u.a. der „Zauberflöte“, dem „Lied von der Erde“ und einer „Schwanensee“-Produktion, die 1992 als Video aufgezeichnet wurde.
Als international gefragter Dirigent gastiert Jonathan Darlington bei namhaften Orchestern in der ganzen Welt, darunter das Orchestre National de France, die Staatskapelle Dresden, Prager Rundfunkorchester, Schwedische Kammerorchester, Orchestra Sinfonica del San Carlo di Napoli, Orchestre Philharmonique de Strasbourg, National Orchestra of Taiwan, die Warschauer Philharmoniker, das BBC Symphony Orchestra, Orchestre National de Bordeaux-Aquitaine, die English National Opera, sowie die Sydney Opera.
Engagement und Experiment
In seinem breitgefächerten Repertoire, das symphonische und Opernwerke vom Barock bis zur Gegenwart umfasst, legt er seine Schwerpunkte auch außerhalb des europäischen Mainstreams. Sein besonderes Engagement gilt dem Zusammenführen von zeitgenössischen Werken, die sich nicht unmittelbar erschließenden, mit bekannteren klassischen Werken. Zahlreiche Uraufführungen wie Trojahns „La Grande Magia“ oder Kagels „Broken Chords“ und deutsche Erstaufführungen wie Tan Duns „Heaven-Earth-Mankind“ zeugen von dieser besonderen Beziehung zur zeitgenössischen Musik.
Jonathan Darlington lebt die Überzeugung, dass Musik live, und nicht im Studio produziert werden sollte, da das Publikum einen integralen Bestandteil des Vortrags ausmacht. Die neue Aufnahmeserie, die in Zusammenarbeit mit dem audiophilen Label Acousence und unter den hervorragenden akustischen Bedingungen der neuen Mercatorhalle entsteht, spiegelt dieses künstlerische Credo wider.
In Anerkennung seiner künstlerischen Arbeit wurde Jonathan Darlington mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt; so wurde er zum Chevalier des Arts et des Lettres ernannt und ist Träger des selten verliehenen Ehrentitels eines Fellow der Royal Academy of Music, London.









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