05. Juli, 2009

TRAUMZEIT 09 | Changierende Songlinien

INFO-BOX: Alle dacapo-Informationen zur Traumzeit 09 auf einen Blick
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Foto: Christoph Müller-Girod

Eine unsichtbare Landkarte hat sich über den Landschafts-Park Nord gelegt, verbindet das Areal miteinander und bringt demjenigen, der sich auf sie einlässt neue und aufregende Entdeckungen. Ob nun das Zusammenspiel der Duisburger Philharmoniker mit Tom Harrel, Francoiz Breut oder das Sozialpalast-Mobil – jede Veranstaltung lädt auf ihre Art zu einer musikalischen Reise ein.


Fotos: Christoph Müller-GirodEs hält ihn einfach nicht mehr. Der Rhythmus der Band Zita Swoon hat den Zuschauer am Rand des Foyer Pumpenhalle erfasst – bringt seine Beine in Bewegung, zuerst ganz langsam und vorsichtig, dann sie schneller und ausladender bis schließlich auch der Obekörper erfasst ist. Dabei nutzt er jeden Zentimeter aus den er hat. Viel ist das nicht. Immerhin hat er noch Glück gehabt und ist relativ nah an die Mitte des Foyers herangekommen. Denn Zita Swoon geben ein “Band in the Box”-Konzert und gehen auf Hautfühlung mit ihrem Publikum. Eindrucksvolles Zeichen dafür auch: Der Boxenständer, an die Boxen für den handgemachten Surround-Sound im Kreis angeordnet sind. Stef Kamil Carlens dehnt hingebungsvoll das “Oh” im Refrain des Liedes über Paris und Amel Serra im blauen Hemd setzt sanfte Bongoakzente. Das Webteam lauscht fasziniert.Anderer Ort, andere Zeit: Früher Nachmittag. Gebläsehalle. Die Feststellung dass man hier hinaufsteigen muss um anschließend herunterzugehen ist eine, die auf das erste Lesen hin banal anmutet. Doch der einzige Weg um Halle überhaupt zu betreten besteht darin die Treppenstufen auf sich zu nehmen um dann – manche mit, manche ohne Puste – den Weg hinab zu den Sitzen zu finden. [...]Boris Gronemberger und Frank Luc Rambo scheinen den selben Geschmack zu haben. Beide tragen ein dezent rosafarbenes Hemd, während Sängerin Francoiz Breut sich wohl bewußt für Schwarz entschieden hat. Die Musik, die das französische Trio in die Gebläsehalle am späteren Abend mitgebracht hat wurzelt zwar in der Tradition des Chansons, doch fügt das Trio Country-Elemente hinzu, mixt eine kleine Prise des erdigen Rocksounds bei. Zu den klassischen Wurzeln gehört der akkordeonhafte Klang der von Bruet gespielten Melodica. Manchmal klingt die Gitarre Gronembergers auch nach dem amerikanischem Süden, nicht zu Unrecht sind “Calexico” Fans des Trios.Gronemberg bedient während der Songs auch die Technik und einmal, gegen Ende eines Songs beugt er sich über das Mischpult und legt seine Hände an die Drehknöpfe. Behutsam und langsam bewegt er diese, lässt die vorher aufgenommen Spuren allmählich nach und nach ausklingen. Ein Zauberer. Zumindest jetzt. Zauberhaft ist die Atmosphäre die die Musik hervorruft eh. Wenn man auch den Text nicht versteht weil das Trio die meisten Chansons auf französisch singt und nur bei einem genauer erklärt worum es sich handelt – letztendlich spricht die Musik für sich selbst.Nach dem Ende des Konzerts wird es Zeit für etwas frische Luft und die entspannte Amosphäre schlägt das Webteam in den Bann: Echte Traumzeit-Stimmung. Allmählich werden die Standorte für die Beatplantation aufgebaut und eine Besuchergruppe mit Fackeln in den Händen wird übers Geländer geführt. Gehört dies noch zur Traumzeit oder ist es Teil des eigentlichen Parkangebotes? Andererseits: Braucht man auf diese Frage wirklich eine Antwort wenn es laut den Aborigines nichts gibt, was nicht mit der Traumzeit verbunden ist?

Von Christoph Müller-Girod

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