TOURNEE 2009 | Tagebuch | 05.06.09
INFO-BOX: Alle Informationen zur Tournee 2009 auf einen Blick
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07:00 Uhr
Heute steht steht nur ein Programmpunkt auf der Liste:
5. Juni 2009
11.00 Uhr Bustransfer nach Vilnius (ca. 4 1/2 Std., etwa 320 km). Nachmittag und Abend stehen zur freien Verfügung
Das hört sich nach Entspannung an und ich denke, dass wir uns das alle verdient haben. Eine Tournee ist für alle Beteiligte eine anstrengende Sache und damit alles auf höchstem Niveau läuft, wird eine Menge Energie verbraucht.
Das da oben auf dem Bild ist übrigens mein Kollege Christoph Müller Girod im Einsatz und wie er leibt und lebt. Er ist das beste Beispiel dafür, dass man auf einer Tournee kein Musiker sein muss, um die Anstrengungen einer Tournee am eigenen Leib zu bemerken.
Er ist ein Vertreter der Gattung “Eule”, was bedeutet, dass er erst zur Topform auffläuft, wenn ich als “Amsel”-Frühaufsteher bereits über mein Nest für die Nacht nachdenke. Der Vorteil bei uns ist: während der eine friedlich schlummert, kann der andere Material aufarbeiten. Doch an einem Morgen, an dem eine Busfahrt bevorsteht, bringt das natürlich Probleme mit sich, da er genauso früh aufstehen muss wie ich. Also werde ich gleich einmal nachschauen, ob er schon wach ist ; ). In der Nacht war er wieder Eulen-fleissig und hat einen neuen Beitrag über das gestrige Konzert hochgeladen. Auf dem obigen Foto ist er übrigens mit seiner “2. Liebe” zu sehen: seiner Spiegelreflex-Kamera. Schaue ich mir seine Bilder, kann ich nur sagen, dass diese Liebe voll und ganz erwidert wird…und zwar mit hervorragenden Bildern.07:45 UhrIch habe alles gepackt, jetzt noch Frühstücken und dann heisst es: Vilnius, wir kommen! Ich muss sagen, ich freue mich sehr auf diese Stadt und habe hohe Erwartungen, was ihre Ausstrahlung angeht. Bin gespannt, ob sie erfüllt werden.10:00 UhrAbfahrt! Unser Bus fährt noch 3 weitere Hotels ab, bevor wir uns von Bialystock verabschieden. Beim Velassen der Stadt sehen wir noch einmal die renovierten Schönheiten der Stadt und ich bin sicher nicht einzige der sich wünscht einmal wieder hierher zukommen.13:00 UhrJe näher wir der lithauischen Grenze kommen, desto anders wird die Landschaft. Vorher prägten weite Wiesen und Felder in gestreuter Abwechslung mit Wäldern aus Birken und Weiden die Landschaft. Jetzt entwickelt die Erde ein sanfte Hügeligkeit, die Wäldchen sind zunächst verstreuter, bevor sie dann in dunkle, geschlossene Mischwälder übergehen.14:00 UhrHinter der Grenze machen wir Rast. Gerade ging ein stürmischer Wolkenbruch auf uns nieder, jetzt aber ist es sonnig, ein milder Wind weht und der Wald, der die ehemalige Grenzanlage eng umgibt, rauscht und ist von Vogelstimmen erfüllt, dass es beinahe künstlich wirkt. Die Luft ist eine Mischung aus Erd- und Meerduft- Hallo Lithauen! Wir sind gespannt auf dich und freuen uns, dich kennenzulernen.16:00 UhrVorneweg: ich würde mich NIE trauen, Witze über Musiker zu machen! Sie sind hier einfach in der Überzahl ; ).Aber wenn sie es selber machen, höre ich zu und schreibe mit:Was ist ein Gentleman? Jemand der Bratsche spielen kann, es aber nicht tut.Was ist ein Geigen-Quartett? Ein guter Geiger, ein schlechter Geiger, ein ehemaliger und einer, der Geigen hasst.Warum ist es im Orchestergraben bei den Bratschen immer so dunkel? Der Bewegungsmelder hat nichts zum Reagieren.Der Intendant kommt vor dem Konzert völlig aufgelöst zum Orchester gelaufen und teilt ihnen mit, dass die 1. Solo-Geige erkrankt ist. Man müsse schnellstens Ersatz finden und er würde den 2. Solo-Geiger bitten, den Part zu übernehmen. Dieser schaut ihn an, dreht sich wortlos um und rennt aus dem Saal. Der Intendant ist zutiefst verwundert und fragt irritiert einen Musiker, was er den falsches gesagt habe. Dieser sagt ihm, das schon alles in Ordnung wäre. Der Kollege ist nur schnell eine E-Saite kaufen.Ich gebe zu, den letzten Witz musste ich mir erklären lassen, obwohl er die grössten Lacher kassierte.18:00 UhrDann geht alles ganz schnell: Ankunft Vilnius, ausladen, einchecken, auspacken, frischmachen, zurück in die Lobby, Taxi bestellen, Abfahrt Richtung Innenstadt Kongresszentrum. Die Fahrt führt an einigen sehr hübsch restaurierten Kirchen vorbei, auch das eine oder andere Schlösschen ist dabei…aber warum über Vilnius jetzt so ein Aufstand gemacht wird, ist mir auf dem ersten Blick nicht klar…und auf dem zweiten liege ich flach auf dem Boden und entschuldige mich 1000 Mal für diese frevelhaften Gedanken! Aber davon später.Zunächst gehts zum Kongresszentrum, in dem der Konzertsaal ist, in dem das “Konzert der 100 Geigen” am Sonntagabend stattfinden wird. Hochmodern von aussen, von innen ebenfalls, aber mit einigen Holz und Granitintarsien im grossen Still, die einen Staunen lassen und in Material und Ausführung an das Land erinnern sollen. Unser Tourmanagement wird freudig empfangen und innerhalb kurzer Zeit steht der Aufbau für die morgige Probe. Jonathan Darlington lacht viel und scheint sehr zufrieden zu sein. Wir haben übrigens eine wunderbare Hilfe der Stadt Duisburg vor Ort, für die das Wort “Problem” den gleichen Kontaxt wie das Wort “Lösung” besitzt. Es gibt nichts, was Frau Maus nicht arrangieren, kommunizieren, interagieren und kontaktieren kann! Taucht irgendwo am Horizont ein Wölkchen in der Form eines Fragezeichen auf, ist Frau Maus schon da und es zerstierbt sogleich.Sie ist es auch, die uns dann die Schale der Auster “Vilnius” öffnet, an der ich mich bis jetzt einfach nicht sattsehen kann!Aber der Reihe nach.19:30 UhrWir gehen in die Altstadt. Die Häuser werden älter, Strassen schmaler, die Menschen immer jünger. Überhaupt scheint es hier eine Art Alterbeschränkung zu geben, die für Menschen über 30 zu einem Problem werden könnte. Die Strassen der Altstadt sind bevölkert von jungen Menschen. Das wird sich auch bis in die Nacht nicht ändern, eher noch zunehmen.Am Ende einer sehr hübschen Strasse mit fein restaurierten Häusern öffnet sich unvermittelt grosser Platz in Form eines langgestrecktem Dreieck. Aber nicht die Form ist es, die einem den Atem nimmt, sonder die Gebäude: WUNDERSCHÖN! Ich habe später ein paar Bilder gemacht und werde diese heute noch ergänzen, aber so etwas habe ich noch nicht gesehen…Das Auge wird süchtig nach diesen Prunkstücken und ich ertappte mich dabei, wie ich in der Mitte der Strasse ging, 1. um alles zu sehen und zweites weil ich Sorge hatte, einen Fleck an diese Meisterwerken zu bringen. Vilnius solte wirklich jeder einmal gesehen haben. Wiederkommen wird man dann sowieso wollen. Wir werden in den nächsten Tagen ausführlich in Bild und Ton darüber berichten.Das Abendessen nahmen wir in einem alten Gewölbekeller ein und es gab einige lithauische Spezialitäten. Eine erinnerte an dunkle Pommes Frites mit Käse, waren aber Stücke von in Butter geröstetem Brot und schmecktem traumhaft!. Danach holte ich Christoph vom Hotel ab. Er hatte sich erkältet und sofort hingelegt. Zum Glück ging es ihm besser und so gingen wir auch noch einmal in die Altstadt und können sagen, dass sich auch das Nachtleben in dieser belebten Historie sehen lassen kann. Zudem gibt es hier ein sehr mildes, süssliches Bier, dass sogar mir schmeckte. Eine Besonderheit: Auf der Strasse darf kein Alkohol getrunken werden. Daher sah ich einige Male, wie Polizisten Passanten recht nachdrücklich aufforderten, ihre Becher oder Flaschen zu lehren.Zurück im Hotel mussten wir leider feststellen, dass dort das Internet sehr langsam ist…aber auch das wird bestimmt optimal gelöst werden…Aber jetzt die Bilder des Tages. Viel Spass und hoffentlich machen sie Appetitt auf Vilnius!
Logo: Susanne Hayduk






09:01 Uhr
Viel Spaß! Scheint eine spannende Tournee zu sein.
09:08 Uhr
Amsel? … ich dachte es war die Lerche ;-) Oder hab ich wieder nur zuviel Shakespeare in Hirn?
20:58 Uhr
Hallo zusammen – ich wünsche Euch allen viel Freude und einen großen Erfolg in unserer Partnerstadt Vilnius – viele Grüße aus der Heimat – Karl Janssen
12:24 Uhr
Hallo Mike,
ehrlich: es gab heute nur Schokolade und gaaaaanz viel Kaffee!
Viele Grüsse,
Frank
14:27 Uhr
Hallo. Nett egschriebener artikel über vilnius. ja die Altsatdt jhat ihren Charme. besonders im Sommer. im Winter bei -25 Grad ist sie allerdings auch am WE menschenleer.
In die Altstadt, die auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO steht ist natürlich eines an Geldern geflossen. Litauen hat aber auch ein anderes Gesicht, dass viele Toruristen nicht zusehen bekommen. Armut, Dörfer wo man sie ins 18 jhr. zurückversetzt fühlt, Alk etc.
und momentan natürlich die Finanzkrise die besonders hart das Baltikum getroffen hat,
hoffe es hat euch in Vilnius gefallen und ihr kommt mal wieder.
Gruss aus Vilnius (noch ein jahr und schon 2 Jahre hier)
Thorsten
P.S. Litauen wird in deutsch ohen “h” gechrieben :-)
15:01 Uhr
Hallo Thorsten,
es ist sehr schade, dass wir dich (noch) nicht getroffen haben! Ich hätte wahnsinnig gerne ein Video-Interview mit jemanden gemacht, der hier wohnt und sich besser als wir auskennt. Hast du noch Zeit? Wir bleiben noch bis morgen 15 Uhr und würden uns freuen, wenn wir treffen könnten.
Was meinst du?
Viele Grüsse,
Frank