Symphonic Shades | Klangmagier Chris Hülsbeck
Wissen Sie eigentlich noch genau was ihr erstes Computer- oder Konsolenspiel war, was Sie jemals im Leben gespielt haben? Pac Man? Mario Brothers? Vielleicht sogar Pong? Sie wissen schon, diese zwei Stäbe auf dem Bildschirm, die einen quadratischen Ball hin- und herwerfen? Und? Erinnern Sie sich noch an das Gefühl, das in Ihnen erwachte als die ersten Takte der Titel-Musik erklangen? An die Spannung und die Erwartung, an den Moment des “Jetzt gehts gleich los”?
Wenn Sie in den 80ger Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufgewachsen sind, dann werden Sie sicher mit dem Begriff Musik bei Computerspielen eine etwas – nun – künstliche und elektronische Erinnerung verbinden. Denn als Kind der 80ger hatte man entweder selber einen “Brotkasten” zu Hause oder der Freund hatte einen – einen C64. Mit diesem Computer fing nicht nur die ein oder andere Spielerkarriere an, auch für Chris Hülsbeck war er die Initialzündung. Allerdings: Noch bevor er mit 14 Jahren einen Computer bekam hatte Hülsbeck schon Klavierstunden bei seiner Großmutter, einer Klavierlehrerin. Insofern waren ihm auch Werke der klassischen Musik durchaus bekannt. Und vielleicht rührt daher sein Hang zu Melodien, die im Ohr bleiben.
Vom C64 zum Amiga
Der Gewinn eines Wettbewerbs im damaligen Spielemagazin “64er Magazin” war dann die Initialzündung für seine Karriere als Komponist für Computerspiele. Er war Mitarbeiter bei “Rainbow Arts” und für diese schrieb er unter anderem die Musik für das Jump-and-Run “The Great Giana Sisters.” Mit dem Joystick hüpfte und sprang man in diesem Spiel über Gräben, eroberte Diamenten und musste sich unter anderem gegen Krebse und Bienen erwehren. Und mit den Wundersteinen konnte man einzelne Level überspringen – aber die musste man erstmal finden, diese unsichtbaren Helfer.
1989 wandte sich Hülsbeck dem Commodore Amiga zu. Sie erinnern sich vielleicht – der brachte anders als der C64 immerhin schon so eine Art Betriebssystem mit. “Turrican” und “Turrican 2″ schafften es aus dem Amiga Klänge hervorzuholen, die vorher nicht möglich gewesen waren. Normalerweise war der Amiga nur für vier Stimmen geschaffen – Chris Hülsbeck gelang es als Klangmagier aber sieben Stimmen zu verwenden.
Symphonic Shades
Software 2000 oder Lucas Arts – nur zwei der Firmen für die Hülsbeck im Laufe seiner Karriere arbeitete. Um nicht nur seine eigene Musik sondern auch Computerspielemusik generell vermarkten zu können gründete er das Label synSONIQ. Eine CD bei diesem Label hatte den Titel “Shades”. Neun CDs sind bisher ingesamt auf dem Label erschienen – eine beachtliche Anzahl. Von 2003 bis 2007 waren Stücke von Chris Hülsbeck regelmäßig im Eröffnungskonzert der “Games Convention” zu hören. Doch erst 2008 fügten sich die vielen bis dahin instrumentierten Computerspielmusiken zu einem großen Ganzem zusammen – den “Symphonic Shades”. Und wenn Sie am 03.12. im 3. Familienkonzert sitzen werden – dann rinnt Ihnen entweder eine wohlige Gänsehaut den Rücken herunter oder Sie entdecken das ein oder andere Stück neu. Eventuell kramen Sie dann ja doch mal den alten C64 aus dem Schrank um Ihren Kindern zu zeigen was Sie gespielt haben aals Sie jung waren…
FOTO: GEE






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