05. Februar, 2009

Rundfunklizenz für Web-Angebote: Ja, aber…


Bild: Aufnahme aus der Online-Podiumsdiskussion
Die Online-Podiumsdiskussion Ist das wirklich Rundfunk?: Sie fing etwas später an, dauert aber dafür umso länger. Netterweise hat die Arbeitsgemeinschaft Social Media eine 13 minütige Zusammenfassung erstellt, die aber leider nicht alle wichtigen Gedanken und Argumente der Diskussion beinhalten. Daher versuche ich die aus meiner Sicht wichtigsten Ergebnisse einmal zusammenzufassen. Weiter lesen…

Obwohl die Diskussion unter etwas erschwerten technischen Bedingungen stattfand (trotz intensiver Vorbereitung kam es doch zu einigen Verzögerungen durch technisch-menschliche Probleme) wurden die Fronten schnell klar aufgezogen. Auf der einen Seite die umsetzenden Organe der Gesetzgebung, die in einer Rundfunklizenz eine rechtliche Sicherung der Medieninhalte und sogar eine Art Gütesiegel sehen.
Auf der anderen Seite Web-Nutzer und -Medienproduzenten, die eine unnötige bis sinnlose Handlung in einer Rundfunklizenz für Internetmedien sehen. Dazwischen verlief die Diskussion, die teilweise emotional, aber nie unhöflich geführt wurde. Leider kommt im Video Jörg Blumritt nicht vor. Gerade seine Sichtweise fand ich höchst spannend und werde ihn bitten, diese einmal für uns aufzuschreiben…oder ich werde ihn einfach mal dazu interviewen.

Meine Meinung dazu ist schnell gesagt: ich halte diese Gesetzgebung für sinnlos.
1. weil das Internet dieser immer voraus ist (der Rundfunkstaatsvertrag wurde im September 2008 verabschiedet: ein halbes Jahr im Internet ist technisch gesehen fast eine Epoche) Es wäre viel klüger und bestimmt auch aus Kostensicht richtiger, hier auf die Rechtssprechung zu vertrauen, die ja durchaus Unrecht auch im Web bestraft und Geld in die Medienkompetenz schon von Kindern zu investieren.
2. ich sehe meine Arbeit an keiner Stelle behindert, auch ohne eine Rundfunklizenz für 5000 Euro kaufen zu müssen. Da sich diese Regelung auf deutsche Anbieter bezieht, Nutzer von Portalangeboten wie mogulus, make.tv usw. nicht betroffen sind und wir mit unserem Sendeschema zudem nicht unter die Vorgaben fallen, werden wir ohne Probleme, auch vor mehr als 500 Web-Zuschauern von Konzerten berichten können.

Ich hoffe, dass diese Diskussion, wie von allen Seiten gewünscht, fortgeführt wird.

P.S.: im Video wird fälschlicherweise unter meinem Namen “Duisburger Philharmoniker” eingeblendet. Das ist genauso falsch, wie Luca Hammer als “Bloegger” zu betiteln ; ). Natürlich spreche ich nicht für die Duisburger Philharmoniker, sondern nur für mich und in meiner Eigenschaft als Web-Medienproduzent.

philharmonie2.0

Von Christoph Müller-Girod
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