28. Mai, 2009

RING OHNE WORTE | Video | Ritt der Walküren

INFO-BOX: Alle Informationen zum “Ring ohne Worte” auf einen Blick
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Am 27.05.09 wurde in der Philharmonie in der Mercatorhalle Duisburg von den Duisburger Philharmonikerm Richard Wagners “Ring der Nibelungen” als “Ring ohne Worte” in einer neuen Bearbeitung von Friedmann Dreßler und unter der Leitung von GMD Jonathan Darlington aufgeführt. Heute am Donnerstag, 28.05.09 20 Uhr, wird nicht nur das Konzert noch einmal gespielt, wir haben im Rahmen der stART.hilfe-Aktion auch noch ein paar Karten dafür zur Verfügung. Ausserdem werden wir heute, als “Dankeschön!” an die Freunde der Duisburger Philharmoniker, das ganze Konzert als High-Quality-Audiostream Live ab 20 Uhr im Internet übertragen.
Hier als kleines Appetithäppchen ein Ausschnitt des gestrigen Konzerts, der eines der bekanntesten Musikstücke des “Rings” zeigt: den “Ritt der Walküren”. Weiter zum Video…
RING OHNE WORTE | Ritt der Walküren from Duisburger Philharmoniker on Vimeo.

Von Christoph Müller-Girod

Kommentare

  1. Landsberger, Günter 28. Mai 2009
    12:22 Uhr

    Stellen wir uns einmal vor, ein notorischer Wagnerverächter (solche soll es ja geben) wäre gestern wie durch Zufall in das so überaus packende, so großartig fulminante Duisburger Konzert geraten, ich wette, er hätte, wenn er gehörigerweise gegen sich selber ehrlich bleiben wollte, ähnlich reagieren müssen, wie Hugo Wolf, der „grundsätzliche Bekämpfer der Brahmschen Symphonik“, es Ernst Decsey zufolge getan hat, als er „im Großen Musikvereinssaal“„gegen Ende seines Lebens“ programmbedingt „eine Brahmssche Symphonie“ zu hören bekam: „Reglos hörte Wolf sie an. Dann schlug er mit der Faust auf die Logenbrüstung: „Teufel, und es g’fallt mir d o c h!““ -
    Ich kenne Leute in meiner engeren Umgebung – wie z. B. meine um 19 Jahre jüngere Cousine Susanne – ,die der Wagnerschen Musik seit vielen Jahren geradezu verfallen sind, und andere, durchaus ebenfalls entschiedene Musikliebhaber, wie z. B. mein bester Freund, die mit Wagner ganz und gar nichts im Sinne haben. Und ich selber? Mir selber erging es immer wieder so, dass ich, ohne jemals eine allzu große Vorliebe für Wagner gehabt zu haben, die Größe, Kraft und Bedeutung seiner Musik des öfteren spürte, woraufhin ich auch immer wieder gerne bereit war, mich weiterhin und unverdrießbar auf seine Musikdramen (von den „Meistersingern“ über den „Tristan“ bis hin zum „Parsifal“) einzulassen. Und jetzt nach dem grandiosen gestrigen Abend erst recht!
    Denn dieses Konzert hat mir einen ganz neuen, mich endlich (!) restlos überzeugenden Wagner geschenkt. Besser konnten Bearbeitung und Darbietung gar nicht sein. Auch wenn ich den Handlungsgang der Tetralogie – spätestens nach der so sehr ansprechenden Einführung des überaus schätzenswerten Bearbeiters und Cellisten Friedmann Dreßler – einigermaßen im Gedächtnis hatte, habe ich das zweistündige orchestrale Konzentrat des Wagnerschen “Rings“ insgesamt als eine großartige „Ring“-Symphonie erlebt, die mich durchgängig und bei stets wachem Bewusstsein auch als absolute Musik vollauf in ihren Bann geschlagen hat.
    Mit dem „Ring“ (über die Aufnahmen von Solti, Furtwängler und Boulez) werde ich mich gewiss nun noch ausführlicher und eingehender befassen. Gespannt bin ich aber jetzt vor allem darauf, was dieses Orchester und dieser Dirigent auch künftig noch zu Wege bringen werden. Wer in solch einzigartiger Weise den allenfalls sechsten Teil eines umfassenden Gesamtkunstwerkes als ein dermaßen überzeugendes Ganzes zu präsentieren vermag, wie es gestern die Duisburger Philharmoniker auf ihrer orchestralen Reise durch Wagners „Ring des Nibelungen“ zweifellos erreicht haben, von dem dürfen wir noch einiges erwarten.
    Glück auf für die neue Spielzeit!

  2. Jelena K. Löckner 28. Mai 2009
    18:13 Uhr

    Lieber Herr Landsberger,

    mir ging es ganz genau so. Auch ich finde den “Ring” wegen des oft übertriebenen Pathos meist schwer erträglich – zumal über vier Abende verteilt. Umso mehr war ich bei dieser Fassung von den sanfteren, filigranen und sogar rührenden Passagen überrascht, die sonst der Aufmerksamkeit leicht entgehen – so z.B. die Passage aus der Walküre mit Harfen und Piccolos.
    Die Stärke dieses Abends lag darin, dass man Gelegenheit hatte, ohne Ablenkung durch sperrige Inszenierungen, sich ganz auf die Musik zu konzentrieren – und Wagner so (neu) zu entdecken.

  3. Landsberger, Günter 29. Mai 2009
    08:23 Uhr

    Liebe Frau Löckner,
    manche Inszenierungen (auch anderer Opern) sind vielfach tatsächlich so, dass ich sie mir lieber gar nicht ansehe und mir lieber gleich nur die pure Musik anhöre.
    Wenn das aber live möglich ist wie hier – und nicht bloß aus der Konserve – umso besser!

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