30. August, 2009

PHILHARMONIKER IM AUFWIND

Orchester

Foto:Christoph Müller-Girod CMG

34 349 klassikbegeisterte Menschen haben in der letzten Saison in der Mercator-Halle dem Orchester zugehört. So berichtet es DerWesten Dass es zudem einen Zugang der Besucherzahlen gab ist bei uns nicht unbemerkt geblieben. Desöfteren haben wir im Vorhinein über Veranstaltungen berichtet, die längst ausverkauft waren – mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Natürlich freuen wir uns sehr darüber, dass die Duisburger Philharmoniker so regen Zuspruch gefunden haben, dieses beweisen auch die Steigerungen bei den Abonnementzahlen in dieser Saison. Und vor allem freuen wir uns, dass vermehrt jüngere Gesichter in den Konzerten zu sehen sind, junge Leute, die neugierig und aufgeschlossen die Vorurteile über die Klassik über Bord werfen. Natürlich ist die konsequent gute Arbeit des Orchesters, die wunderschönen Ideen – jüngst die Begleitung zu “Gold Rush” etwa – und die Auswahl des Konzertprogramms mit ausschlaggebend. Ebenfalls hat sicherlich das Projekt der Philharmonie 2.0 hat einen guten Teil beigetragen.

Während des letzten Jahres hat das Webteam vor allem eines feststellen können: Klassik vermag es Menschen zu begeistern, wenn sie transparent und mit modernen Mitteln vermittelt wird. Dazu benutzen wir die Mittel des “Mitmach-Web”, des sogenannten Web 2.0 und treten in Kommunikation und Interaktion mit den Menschen, die ein Großteil ihres sozialen Lebens ins Internet verlagert haben. Wir konnten damals nicht ahnen, wie groß das Interesse ist und wie aufgeschlossen die Menschen mit uns sprachen.

Hintergrundinformationen kann man natürlich auch im gedruckten Programmheft der Konzerte nach- oder vorlesen. Den menschlichen Zugang aber kann diese Art der Vermittlung nicht ersetzen. Interessanter ist ja eh immer der Blick hinter die Kulissen, die “Specials”, die “Behind the scenes”-Features würde es auf einer DVD heißen. So interviewen wir Musiker über das Stück, fragen den Dirigenten was den Reiz eines Komponisten ausmacht, bringen Kindern und Jugendlichen mit interaktiven Elementen Klassik näher.

Das ist natürlich auch mit einem Public-Viewing machbar, so wie es jüngst die Deutsche Oper am Rhein – und mit ihr dann auch eigentlich unser Orchester, das ja das Stammorchester der Oper ist – in Düsseldorf zur Eröffnung der neuen Saison machte. Dass ein solches Event eine schöne Programmergänzung ist, das ist nicht von der Hand zu weisen. Ebenso wäre eine Ergänzung aber dann auch ein Live-Stream von den Konzerten ins Internet für alle diejenigen, die aus wegen des großen Interesses keine Karten mehr bekommen haben. Mit dem “Ring ohne Worte” hat das Webteam hier erste Erfahrungen gesammelt, die in Zukunft sicherlich noch ausgebaut werden.

Das Web2.0 bietet eine große Chance. Die Chance nämlich Klassik vom Sockel der sogenannten “Hochkultur” herunterzuholen, abzustauben und mit frischer Politur versehen zum Anfassen zu präsentieren. Und diese Chance vorbeigehen zu lassen wäre sicherlich ein Fehler, den man in späteren Jahren bedauern würde.


Von Christoph Müller-Girod

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