11. November, 2008

ORGEL Hermann Eule Orgelbau | Bautzen

INFO-BOX: Alle Informationen zur neuen Orgel der Duisburger Philharmoniker auf einen Blick
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Morgen früh gehts los! Eine Delegation der Stadt Duisburg und der Duisburger Philharmoniker fährt nach Bautzen und besichtigt den Orgelbauer Hermann Eule, wo die neue Orgel entstehen soll. Das WebTeam fährt mit und wird Gelgenheit haben, viel über diese Kunst des Instrumentenbaus zu erfahren. Mit Fotos, Videos und Interviews werden wir diese 2-tägige Reise dokumentieren.

Vorab haben wir uns aber schon einmal über das Unternehmen “Hermann Eule Orgelbau” informiert.
Orgelbau hat in Bautzen eine lange Tradition. Seit dem 16. Jahrhundert werden in der Stadt Orgeln gebaut. Am 26. Januar 1872 meldete Hermann Eule dort sein Gewerbe als Orgelbauer an. Zahlreiche seiner Werke sind bis auf den heutigen Tag erhalten.
Klanglich folgte er der Zeitströmung der Orgelromantik, sonore weitmensurierte Principale, wohlklingende Flöten und ausgeprägte Streicher bestimmen das Klangbild dieser Orgeln. Mit der Jahrhundertwende wandte er sich von der mechanischen Kegellade ab und baute seitdem die durch ihr Abstromprinzip sehr präzise funktionierende pneumatische Taschenlade.

Hermann Eule starb 1929 im Alter von 83 Jahren. Seine Tochter Johanna Eule führte die Firma weiter. Die Einflüsse der Orgelbewegung fanden auch in Bautzen ihren Widerhall. So entstand hier 1936 die erste neue Schleifladenorgel Sachsens für die Pauli-Kreuz-Kirche in Chemnitz (III / 39). In dieser Zeit begann auch die Restaurierungstätigkeit an bedeutenden historischen Orgeln, vor allem in Sachsen und Thüringen.

1957 übernahm Hans Eule die Leitung des Betriebes. Mit hohem persönlichem Einsatz brachte er ihn zu neuer Blüte. Er schuf 134 neue Orgeln, darunter die größte in der DDR gebaute Kirchenorgel im Zwickauer Dom. Auch über die Grenzen hinaus erstreckte sich sein Wirken, nach Schweden, in die damalige Sowjetunion und die Bundesrepublik Deutschland.

Nach seinem frühen Tod 1971 führte seine Frau und ständige Mitarbeiterin Ingeborg Eule das Unternehmen weiter. Auch während der Jahre der Enteignung von 1972-1990 leitete sie den “Volkseigenen Betrieb” weitsichtig und vorausschauend, so dass sie ihn im Sommer 1990 fast unbeschadet in das Familieneigentum zurückführen konnte.

Von 1971 bis 2005 entstanden 231 neue Orgeln und 43 historische Instrumente wurden restauriert.

Mit Beginn des Jahres 2006 ging die Geschäftsleitung in jüngere Hände über. Geschäftsführer sind seitdem Anne-Christin Eule, Enkelin von Ingeborg Eule, ausgebildete Orgelbauerin und Diplom Betriebswirtin, sowie seit April 2008 Diplom ÖkonomJiri Kocourek. Orgelbaumeister Christoph Kumpe ist seit 1978 im Betrieb und als technischer Leiter tätig.

Neubau und Restaurierung stehen im Eule Orgelbau gleichgewichtig zueinander, wobei die Erkenntnisse bei der Beschäftigung mit historischen Orgeln befruchtend auf den Neubau einwirken. Die Klangpalette erfährt durch Beschäftigung mit historischen Mensuren, die in den gewachsenen Bestand im Sinne einer Synthese integriert werden, eine willkommene Bereicherung.

Schon dieser kurze Informationstext hinterlässt bei uns Neugierde. Wir sind sehr gespannt, was uns in den nächsten 2 Tagen erwartet.

Bilder und Betriebsinformationen: www.euleorgelbau.de

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Von Christoph Müller-Girod
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