26. Februar, 2009

ORGEL | Neues Orgelprospekt

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Grafik und Bild: N. Thomauske
Neues von unserer Orgel! Der Architekt Götz Faubel-Gäb hat das neue Orgelprospekt, also den für die Zuhörer sichtbaren Teil der Orgel, vorgestellt:

Der Orgelneubau im Großen Saal der Mercatorhalle in Duisburg wird in einer eigens dafür vorgesehenen Nische an exponierter Stelle oberhalb des Orchesterraumes realisiert. Aus der Gesamtraumkonzeption ergibt sich ein flächiger Orgelprospekt, der entweder durch eine große Medienwand, die auch als Lichtwand fungiert, seitlich eingerahmt wird, oder bei Kongressveranstaltungen durch diese mobile Lichtwand abgedeckt werden kann. Das auffallendste Merkmal des Orgelprospektes ist die Verwendung zumeist horizontaler, die Orgelpfeifen verkleidenden Holzlamellen. Während in anderen Projekten von den Architekten Holzlamellen als Gestaltungselement eingesetzt wurden, kann bei gezielter Anordnung dieser Lamellen auch die Schallausbreitung der Orgel vorteilhaft beeinflusst werden.

Im Falle der Duisburger Konzertsaalorgel stehen sowohl die Dimensionierung der Lamellen, der Abstand der Lamellen untereinander, als auch die Lage der Lamellen im Orgelprospekt in direktem Bezug zum dahinter befindlichen Pfeifenwerk.Es ist beabsichtigt, den gesamten Klangkörper der Orgel in einer ausgewogenen Kombination aus Lamellenflächen und offenen Bereichen akustisch in den Konzertsaal einzubinden. So ist der vorgelegte Entwurf der Orgel die optimierte klangliche Ausarbeitung von Orgelpfeifenanordnung und akustischem Gesamtkonzept der Orgel. Der Orgelprospekt und das Instrument selbst bilden so eine klangliche Einheit.Die freigestellten Labienbereiche der vorderen Pfeifenreihe und die sonstigen freigestellten Segmente formen gemeinsam mit den schallstreuenden Lamellen das Klangbild. Dieses ausgewogene Verhältnis wurde kompositorisch in unterschiedliche Bewegungen im Erscheinungsbild umgesetzt. Während die Kombination der schrägen Elemente vor den oberen Orgelpfeifen eine Bewegung nach unten erzeugt, führt die Anordnung der völligen Freiflächen zu einer Gegenbewegung nach oben. Somit entsteht ein ausbalancierter ästhetischer Gesamteindruck. Horizontale und vertikale Bewegungen sollen sich bei diesem Orgelprospekt in einem dynamischen Gleichgewicht bewegen, harmonisch wie die Musik selbst; sie erzeugen beim Betrachter eine immer wieder wechselnde optische Wahrnehmung.Je nach Position und Höhe des Betrachters im Raum, ergibt sich aufgrund des Blickwinkels zur Orgel ein hoher Anteil wahrgenommener Holzflächen bis hin zur fast völligen Auflösung des Holzanteils bei höher gelegenen Blickpositionen. Zwischen den extremen Blickpositionen erfährt der Betrachter im Raum bei Veränderung seiner Position ein sich stets veränderndes Bild des Orgelprospektes. So entsteht bei sich wiederholenden Besuchen in der Mercatorhalle mit wechselnden Sitzpositionen ein immer wieder neues dynamisches Bild des Orgelprospektes.In den seitlichen Bereichen des großen Saales wurden ebenfalls aus akustischen Gründen (Veränderungen der Nachhallzeit) die Wandverkleidungen aus horizontalen Holzlamellen eingesetzt. Selbstverständlich handelt es sich um die gleiche Holzsorte wie im Orgelprospekt. Die Stilelemente der seitlichen Wände, als auch des Orgelprospektes, sind somit verwandt und bilden im Gesamtraum ein einheitliches ästhetisches Bild, wodurch die Orgel zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Raumes wird. Die Eigenständigkeit der Orgel bleibt gewahrt durch die hohe Transparenz der gesamten Konstruktion.Autor Götz Faubel-Gäb Architekt

Von Christoph Müller-Girod

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