26. Juni, 2009

ORGEL | Ihre Majestät zieht ein – Teil 2

INFO-BOX: Alle Informationen zur neuen Orgel der Duisburger Philharmoniker auf einen Blick
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Im ersten Teil der Reihe haben wir den Werdegang der Firma Hermann Eule, die die neue Orgel in Duisburg baut, bis zum Jahr 1971 verfolgt. Wie aus dem Firmenbetrieb ein “volkseigener” wurde und was zum Handwerk des Orgelbauer noch dazugehört lesen Sie im zweiten Teil der Reihe. Weiter lesen…
Foto: Christoph Müller-GirodHans Eule starb im Jahr 1971. Seine Frau und ständige Mitarbeiterin Ingeborg Eule übernahm das Unternehmen. Ein Jahr später dann wurde aus dem bisherigen Familienunternehmen ein volkseigener Betrieb, dessen Leitung aber in den Händen von Ingeborg Eule verblieb. 1990 konnte dieser dann fast unbeschadet zurück in das Familieneigentum zurückgegeben werden.231 neue Orgeln sind von 1971 bis 2005 entstanden, daneben wurden 43 historische Instrumente restauriert. Anfang 2006 ging die Geschäftsleitung dann in jüngere Hände über: Anne-Christin Eule, die Enkelin von Ingeborg Eule – ausgebildete Orgelbauerin sowie Diplom-Betriebswirtin – sowie Diplom-Ökonom Jiri Kocourek teilen sich die Aufgabe den Betrieb zu leiten. Jiri Kocourek stieß allerdings erst im April 2008 dazu. Orgelbaumeister Christoph Kumpe ist seit 1978 im Betrieb und technischer Leiter.Eine “Fabrikorgel” – nein – das wird die neue Orgel nicht werden weil es bei Orgeln keine Standardvorgehensweise gibt. Jedes Element wird heute noch von Hand gefertigt. Eine Massenanfertigung vom Fließband: Unvorstellbar. Allenfalls vielleicht noch passabel für die elektronischen Orgeln a la Marke Hammond. Für den Beruf des Orgelbauers braucht man übrigens nicht nur ein gutes Ohr und Musikalität. Auch handwerkliches Geschick ist gefragt, denn Kenntnisse in der Holzverarbeitung, der Metallverarbeitung und in der Elektronik gehören zum Beruf dazu. 3 ½ Jahre dauert die Ausbildung zum “Orgel und Harmonienbauer/in”, der Ausbildungsberuf ist staatlich anerkannt. Nach dem zweiten Jahr kann man sich dann entscheiden ob man eher zum Orgelbau oder zum Pfeifenbau tendiert. Grundvoraussetzung zum Erlernen des Berufes: Der Hauptschulabschluss.

Von Christoph Müller-Girod

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