ORGEL | Ihre Majestät zieht ein – Teil 1
INFO-BOX: Alle Informationen zur neuen Orgel der Duisburger Philharmoniker auf einen Blick
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Foto: Christoph Müller-Girod
Würde sich ein Beobachter momentan in der Mercator-Halle umschauen so würde ein ungläubiges Staunen auf dem Gesicht zu bemerken sein. Sicherlich würde er an ein unglaublich großes Puzzle denken. Kaum zu glauben dass aus diesen vielen Einzelteilen, die momentan in der Halle liegen einmal eine Orgel für den Konzertsaal entstehen soll. Eine Bereicherung nicht nur der Mercator-Halle sondern auch des Konzertprogramms. Weiter lesen…
Foto: Christoph Müller-GirodEin solches Gesamtkunstwerk braucht seine Zeit. Vor allem die Liebe zum Instrument ist es, die Orgelbauer zu diesem großen Werk inspiriert. Rund 125 deutsche Orgelbautbetriebe gibt es in Deutschland vermeldet der Bund Deutscher Orgelbauer, die meisten davon beschäftigen sich mit der Restaurierung und Pflege. Auch die Firma Hermann Eule aus Bautzen, die für die neue Orgel in der Philharmonie verantwortlich ist, beschäftigt sich natürlich mit der Erhaltung von Instrumenten, daneben schöpft sie aber daraus auch neue Inspirationen für den Neubau.Orgelbau hat in Bautzen Tradition die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Die Wurzeln des Familienunternehmens Eule liegen nicht ganz so weit zurück: Am 26. Januar 1872 meldete Hermann Eule sein Gewerbe an. In der Stadt sind etliche seiner Werke bis auf den heutigen Tag zu besichtigen und sie sind dem romantischen Ideal verpflichtet: weitmensuriert Principale, wohlklingende Flöten und ausgeprägte Streicher bestimmen das Klangbild. Ganz nach dem Geschmack der Zeit also – denn schließlich sollte die Orgen in der Romantik möglichst das volle Orchester nachahmen. Eine “Vermischung” des Klangs war das Ziel der romantischen Orgelbauer, Klangbrüche sollten möglichst vermieden werden. 1929 starb der Firmengründer im Alter von 83 Jahren, der Betrieb wurde von seiner Tochter Johanna Eule weitergeführt.Die Elssässisch-Neudeutsche Orgelreform war es, die ein neues Klangbild der Orgel verlangte. Zu unkünstlerisch, zu überladen, ja, viel zu verspielt seien die Orgelbauten der Gründerzeit gewesen. Was in der Romantik noch als schick galt wurde nun als “Fabrikorgel” geschmäht – die Wiederentdeckung der barocken Orgeln brachte eine Renaissance der Restauration mit sich und zudem auch “neobarocke” Instrumente. Diese Einflüsse finden sich auch in Bautzen wieder. Für die St. Pauli-Kreuz-Kirche in Chemnitz baute die Firma Hermann Eule die erste neue Schleifladenorgel Sachsens. Das war im Jahr 1936 und in diesem Jahr begannen auch die Restaurierungstätigkeiten an bedeutenden historischen Orgeln – ganz wie es dem Zeitgeist entsprach. Man konzentrierte sich dabei auf Sachsen und Thüringen. 1957 übernahm dann Hans Eule den Betrieb und seinem Einsatz ist die neue Blütezeit der Firma zu verdanken. 134 Orgeln hat er gebaut. Darunter die größte in der DDR gebaute Kirchenorgel im Zwickauer Dom. Doch auch in Schweden, der damaligen Sowjetunion und in der damaligen BRD waren die Fähigkeiten von Hans Eule gefragt.






11:18 Uhr
Imposant! Noch ein Grund mehr Duisburg zu besuchen.
01:24 Uhr
Wir würden uns natürlich über einen Besuch sehr freuen. Vielleicht direkt am 14.11. wenn es das Einweihungskonzert gibt? Oder einen Tag danach beim Tag der offenen Tür wenn die Orgel definitiv der Mittelpunkt ist? Wir würden uns sehr drüber freuen.