Musiker im Web | Twitter
Immer mehr Musiker finden ein virtuelles Zuhause im Internet. Ich meine damit aber nicht die unzähligen Websites von Bands und Musikern oder die Online Shops, in denen man Musik herunterladen kann. Vielmehr finden sie sich in sogenannten Online-Community zu Gruppen Gleichgesinnter zusammen. Ob nun in Xing, Facebook oder StudiVZ- keines dieser Angebote, das nicht über eine große Zahl Musik-Gruppen verfügt, in denen rege über die verschiedensten Aspekte des Musikerlebens diskutiert wird. Das ist natürlich viel spannender und unterhaltsamer, als auf seiner eigenen Website auf Besuch zu warten. Wir haben nun eine Musiker-Gruppe in unserer Lieblings-Community
Bereits im September, als das Projekt Philharmonie 2.0 (Download PDF-Datei) startete, haben wir in Twitter nach weiteren Musikern gesucht. Leider war die Resonanz nicht groß, was aber auch daran lag, dass wir noch nicht sehr bekannt waren. Den bei Twitter ist die Zahl der Personen die einen begleiten (follower) sehr wichtig für die Verbreitung der eigenen Beiträge: Antwortet einer dieser Begleiter auf einen Beitrag, verteilt er ihn damit auch unter seinen eigenen Begleitern. So kann eine Lawine von Folgebeiträgen in Gang gesetzt werden. Bezogen auf eine thematisch organisierte Gruppe bringt das den Vorteil, dass die Informationen, die in der Gruppe verbreitet werden, sehr fokusiert und gefiltert sind.
Ursprünglich stammt die Idee einer Vernetzung von Musikern in Twitter von Ina Müller-Schmoß, die ein Wiki dazu anlegte. Als gestern das Weblog Chikatze diese Idee aufgriff, dachten wir, dass es an der Zeit ist, es noch einmal zu versuchen und starteten das Twitter Blog twatatataaa (“tw” von Twitter, plus lautmalerische Anspielung auf Beethovens 5. Sinfonie). Unser Ziel ist es, möglichst viele deutsche und internationale Musiker, Bands und Orchester dort zu versammeln, um gemeinsam ihre Entwicklung zu verfolgen, ihrer Musik zu lauschen und sich mit ihnen auszutauschen. Mal sehen, vielleicht bekommt dieser Account auch einen eigene Informationskanal, gespeist aus ausgewählten Beiträgen Begleiter.
Aber warum machen wir das? Zunächst einmal halten wir Twitter für das z. Zt. effektivste Kommunikationswerkzeug im Web. Nirgendwo sonst bekommt man so schnell relevante Kontakte und Hilfe bei Fragen. Nirgendwo sonst ist die Kommunikation so schnell, präzise und aktuell. Dazu bietet Twitter noch eine schnell wachsende Zahl an zusätzlichen Werkzeugen, die eine Interaktion, deren Verfolgung und Auswertung sehr erleichtern. Und um es auf den Punkt zu bringen: Ohne Twitter wäre Philharmonie 2.0 noch lange nicht da, wo wir heute stehen. Vieles, was wir lernten, konnten wir schnell aus der bereitgestellten Erfahrung vieler lernen und das war über Twitter sehr gut möglich. Daher war es auf jeden Fall die richtige Entscheidung, bereits 2 Wochen vor dem dacapo-Blog mit einem Twitter-Microblog zu beginnen. Das ersparte uns viel Arbeit und viele Fehler- dank der selbstlose Hilfe unserer Begleiter (s. auch HIER).
Die Vorteile für Musiker und Musikfreunde liegen auf der Hand: Man hat sofort eine hilfreiche Community, kann auf sich und seine Musik aufmerksam machen, erfährt aktuell von neuen Trends undundund.
So unendlich wie das Thema “Musik” ist, so unendlich sind die Kommunikationsmöglichkeiten, die ein Web-Werkzeug wie Twitter ermöglicht. Der Vorteil von Twitter gegenüber andern Microblog-Angeboten ist aber eindeutig die riesige Zahl internationaler Nutzer, die täglich weiter wächst. So wird das Engagement und das Wissen vieler auf ein Ziel gelenkt und es finden sich selbst für absolute Nischenthemen (und das scheint Musik nun wirklich nicht zu sein!) Interessierte zusammen.
Normalerweise sind Twitter-Accounts personalisiert, d. h. ein Mensch steht dahinter und schreibt über sich, sein Leben, seine Weltsicht. Alles sehr subjektiv und authentisch. Wir sind bei twatatataaa einen anderen Weg gegangen. Gemeinsam mit der Bloggerin Chikatze, die den Stein ins Rollen brachte, werde ich diesen Account moderieren. Zusätzlich werden über einen sogenannten “Bot” (eine Suchmaschine, die permanent automatisch nach definierten Suchbegriffen sucht und diese gefiltert in Twitter veröffentlicht) wichtige Informationen aus der Gruppe veröffentlichen.
Soweit der Stand der Dinge, der Rest ist, wie immer für uns in den letzten Wochen, “Terra Incognita”.
Aber egal, was dabei heraus kommt: wir werden wieder etwas gelernt haben, das Web etwas besser verstehen und hoffentlich auch für die Klassik neue Freunde gewinnen können. Denn man kann zwar klassisch, aber man sollte nicht altmodisch sein ; ).
Es gibt zur Zeit eine große Zahl von Profi-Musikern in Twitter. Jazz-Größen wie Wynton Marsalis sind darunter, aber auch, genau wie wir, ganze Orchester. Die meisten Musiker versuchen mit wenig Aufwand Werbung zu betreiben und sich und ihre Musik bekannter zu machen. Allerdings kommen sie hierbei schnell an ihre Grenzen, da die Nutzer dieser aktiven Kommuninaktionsplattform mehr erwarten, als nur kopierte und verkürzte PR-Texte oder Konzertdaten. Erst der persönliche Beitrag eröffnet die Tür zu der Welt der Musikfreunde in Twitter und animiert zum Folgen. Auch wissen viele Musiker nicht über die Möglichkeiten Bescheid, multimediale Inhalte wie Bilder, Videos, und Musik in die Beiträge zu integrieren. Zwar hat man nur 160 Zeichen für einen Beitrag zur Verfügung, aber dank verschiedener Dienste, die verkürzte Links anbieten (z. B. bit.ly) hat man sehr erweiterte Möglichkeiten.
Ebenso gibt es die schon erwähnten Werkzeuge rund um Twitter. Diese ermöglichen es z. B., automatisch Fotos, Musik und Filme als Links zu integrieren. Auch sind über Angebote wie twhirl nicht nur verschiedene Accounts über eine Arbeitsfläche steuerbar, auch die multimedialen Möglichkeiten sind darin bereits als Button integriert. Einfacher gehts wirklich nicht! Dagegen ist normales Bloggen direkt Schwerstarbeit.
Aber alle diese Vereinfachungen und Möglichkeiten helfen nicht dabei, den richtigen Stil und Freunde in den Communities zu finden. Da heisst es üben, probieren, testen, zuhören, lernen sich die Finger verbrennen, über sich lachen (lassen), klein beigeben, hartnäckig diskutieren , Ausdauer an den Tag legen und auch mal streiten. Wer dazu nicht bereit ist, sollte lieber mit weniger Ambitionen an Anwendungen wie Twitter herangehen.
Aber versuchen sollte man es allemal! Vielleicht findet man in diesem quirligen, anachischen und chaotischen Haufen genau die Web-Freunde, die man schon lange gesucht hat. Zumindestens uns ist es so ergangen.
Wenn Ihr, wenn Sie jetzt nur Bahnhof verstanden haben und nicht wissen, worüber ich hier erzähle, gibt es 2 Möglichkeiten was jetzt zu tun ist:
-mir neugierig Löcher in die Blog-Kommentare fragen
-einfach Twitter und Co als Tatsache hinnehmen und ignorieren.
Beides sind gehbare Wege, aber über den ersteren würde ich mich persönlich mehr freuen
Frank Tentler
Projektleiter Philharmonie 2.0
Duisburger Philharmoniker
Das Web ist zu einem Lebensraum geworden! Immer mehr Menschen finden dort Arbeit, soziale Kontakte und Freizeitunterhaltung. Uns interessieren die Menschen, die Musik machen und lieben: Wo und wie leben sie im Web? Warum und mit welchem Ziel nutzen sie es? Wie ändert das Web die Einstellung des Menschen zur Musik? In unserer Serie “Musiker im Web” werden wir dieser Frage nachgehen.
Sollten Sie Hinweise, Tipps, aber auch Fragen und Kritik haben, schreiben Sie sie bitte in die Kommentare.
duisburger philharmoniker twitter philharmonie2.0 twatatataaa









23:38 Uhr
Huhu!
Feedback war gewünscht. ;) Etwas zu viel Text, ehrlich gesagt, sonst ein sehr schöner Eintrag. Bin aber gerade zu müde, das alles bis zuende durchzulesen.
Eine Kleinigkeit: Es ist kein “Twitter Blog”, was wir da machen, oder nennt man das jetzt so? Ich würde es eher als “Twitter Account” bezeichnen… ;)
Ansonsten: Nette Werbung…!
23:42 Uhr
Besten Dank für deinen Kommentar zur späten Stunde : )!
Wenn twitter microblogging ist, dann ist ein Twitter Account ein Blog, oder? Ach, ich weiß auch nicht…; ).
Liebe Grüße
Frank