21. Dezember, 2008

Die Philharmonixx und Kai Magnus Sting

Der Begriff Mashup bezeichnet das Zusammenmischen von verschiedenen Dingen, die dann ein neues Gesamtwerk bieten. Zusammen mit Kai Magnus Sting boten die Philharmonixx auf dem Weihnachtsmarkt eine vergnügliche Dreiviertelstunde – ein Mashup der ganz besonderen Art.

 

Mit Tante Frieda durch die City zum Museum.

“Wann kommen denn die Jungs endlich?” Das Webteam steht vor der kleinen schwarzen Bühne auf dem Weihnachtsmarkt und schaut sich ratlos an. Eben ging der Männerchor von der Bühne und eigentlich waren doch die Philharmonixx mit Kai Magnus Sting für exakt 17:00 Uhr angekündigt. Die Zeiger der Uhr rückten immer weiter vor, das Ticken wurde immer lauter – dann entert Kai Magnus Sting die Bühne und verkündet: “Die Philharmonixx kommen etwas später. Sie spielen momentan noch in ‘Hänsel und Gretel’”. Erleichterung breitet sich auf den Gesichtern des Webteams aus.

Endlich – die drei Philharmonixx sind da und entern die Bühne zusammen mit Kai Magnus Sting. Rasch wird aufgebaut und dann ist Kai Magnus Sting voll in seinem Element: Dem des Kabaretts. Genüßlich zog er über den Zustand des Fernsehens her, feuerte Pointen über den geplanten Küppersmühlenanbau ins Publikum. Bewußt in die Irre führte er das Publikum mit einem kleinen Gedicht, das sich zuerst recht weihnachtlich gab – zum Schluss aber dann doch die Feststellung machte, dass Lichter, Harmonie und Schnee zu Pfingsten ja doch eher ungewöhnlich wären. Zum Schluss erklärte er wie es kommt, dass er Marzipan esse obwohl er Marzipan gar nicht möge und fragte, ob es so etwas wie einen Lichtkettenverhudler gäbe. Selbst die spontane Einmischung eines Duisburgers aus dem Publikum brachte Kai Magnus Sting nicht aus der Ruhe – genüßlich band er Störung ohne weiteres in sein Programm ein.

Dass die Philharmonixx nicht zu Unrecht das Wort im Namen tragen, dass an den Mix, an das Mischen, erinnert bewiesen sie zu Recht. Oboe, Fagott und Schlagzeug begannen schon mal mit einem Bachstück, fügten dazu Ragtime-Elemente von Scott Joplin oder machten aus dem Weihnachtslied “Maria durch ein Dornwald ging” eine ruhige, meditative Jazzmelodie. Zum Abschluss gaben sie nochmal “Bach B-Dur” zum Besten – das Lieblingsstück von Kai Magnus Sting vermischte die Invention in B-Dur mit Teilen des Maple-Leaf-Rags von Scott Joplin.

Wer den Auftritt der Philharmonixx verpasst hat, der sollte schon mal einen Blick in das Programm der Kulturaffäre werfen. Denn Kai Magnus Sting ist zusammen mit den Philharmonixxern im April zu Gast im Hundertmeister – und eins ist schon mal garantiert: Sie spielen dort keine Klassik – oder doch?

Von Christoph Müller-Girod
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