KULTURAFFÄRE | Seasons of Love | Programm

ACHTUNG: Wir übertragen am 02.01.09 LIVE die “Seasons Of Love” aus dem Hundertmeister in Duisburg. Beginn 20:30 Uhr.Weiter zum Livestream….
Im Januar widmet sich die Kulturaffäre dem großen und unerschöpflichem Thema der Liebe: «Seasons of Love» wird das Motto im Hundertmeister sein. Am 02.01. steht die Abschlussklasse der Musical-Abteilung der Folkwang-Hochschule auf der Bühne. Wir stellen in loser Reihenfolge die Geschichten vor, die hinter einigen der Musicals stecken. Weiter Lesen..
“Penny Dreadfuls” wurden sie genannt. All die auf billigem Papier geschriebenen, von Hausierern an die Zimmermädchen und Butler verkauften Heftromane der viktorianischen Ära. “Varney the Vampire” lag da im Bauchladen des Hausierers direkt neben Romanzen und Adelsgeschichten – und dann waren da noch die Gerichtsreporte über wahre Verbrechen. Oder zumindest solche, die – wie im Falle des mörderischen Barbiers der Fleet Street – doch wahr gewesen sein könnten…
Die Geschichte “A String of Pearls” ist es, in der Sweeney Todd zum ersten Mal im Jahr 1846 die literarische Bühne betritt. Seither hat der Stoff um den mörderischen Barbier und seiner Komplizin Mrs. Lovett etliche Dramatisierungen erfahren. In England ist der Stoff wahrlich volkstümlich – so darf es nicht verwundern wenn Komponist Stephen Soundheim, der eine Fassung der Geschichte in einem Pub aufgeführt gesehen hatte, sich fragte, ob man diesen Stoff nicht zu einem Musical machen könne.
Für die Nachforschungen wandte er sich an die britische Nationalbibliothek. Dort fand er ein Bühnenstück von Christopher Bond. Doch während Sondheim bemühte, ein Musical daraus zu formen fand er, dass der Stoff ihn überwältigte. Seine Entwürfe waren einfach viel zu lang – daher holte er Hugh Wheeler an Bord. 1979 feierte das Musical seine Premiere. Tim Burton nahm sich dann 2007 des Musicals an – Helen Bonham Carter, Alan Rickman und Johnny Depp spielten nicht nur ihre Parts. Nein, sie alle sangen sie auch selbst! Johnny Depp übrigens zum ersten Mal überhaupt.
“Sweeney Todd” ist Stephen Sondheims Meisterwerk – vom ersten Takt der Ouvertüre an wird der Zuschauer in die Geschichte um Mord, Tod und Rache hineingezogen – und erst die Liebesgeschichte des jungen Anthony zu Todds Tocher Johanna schenkt dem Stück dann die richtige Balance. Und wer ihn gehört hat, der wird zustimmen: Der Song “Johanna” ist eines der schönsten Liebeslieder, die das Musical der relativen Gegenwart zu bieten hat.
Chicago
“Chicago” – das ist eine Geschichte um Star, Sternchen, um Anwälte und um das Verbrechen. Ute Lemper war es, die das Musical hierzulande populär gemacht hat. Die Neuverfilmung des Bühnenstückes unter anderem mit Richard Gere war 2002 ein veritabler Hit. Doch einen Rekord – den kann nur das Musical für sich beanspruchen…
Seit dem Jahr 1996 nämlich läuft “Chicago” bis heute erfolgreich in einer runderneuerten Broadwayvariante, im November 2008 war gar die 5000. Vorstellung erreicht. Nur die Revue “Oh! Calcutta!” kann da mithalten.
Worin liegt die Faszination des Musicals? Vielleicht liegt sie darin begründet, dass “Chicago” auf einem gleichnamigem Bühnenstück des Jahres 1926 beruht. Die Autorin der Vorlage – Maurine Dallas Watkins – hat darin nämlich die Erfahrungen verarbeitet, die sie in ihrem Job als Reporterin machte. Einige Charaktere des Stückes haben durchaus reale Vorbilder.
Nun ist ein gutes Buch das eine damit ein Musical Erfolg haben kann – gute Musik gehört selbstverständlich auch dazu. In diesem Fall stammt diese von John Kander, dem Mann dem wir unter anderem das Musical “Cabaret”, “Der Kuss der Spinnenfrau” oder die Filmmusik aus “Kramer gegen Kramer” verdanken.
duisburger philharmoniker kulturaffäre






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