KULTURAFFÄRE | Seasons of Love | K. Weill
INFO-BOX: Alle Informationen zur Kulturaffäre auf einen Blick
| Beiträge | Fotos | Season of Love |

Im Januar widmet sich die Kulturaffäre dem großen und unerschöpflichem Thema der Liebe: «Seasons of Love» wird das Motto im Hundertmeister sein. Am 02.01. steht die Abschlussklasse der Musical-Abteilung der Folkwang-Hochschule auf der Bühne. Wir stellen in loser Reihenfolge die Geschichten vor, die hinter einigen der Musicals stecken.
Besser spät als nie: Am Broadway hatte das Musical «Love Life» am 07. Oktober 1948 Premiere. Erst im Jahr 2000 – in diesem Jahr feierte man den 100. Geburstag des Komponisten Kurt Weill – war es bei uns in Deutschland zu sehen. Kenner werden jetzt fragen: Kurt Weill? Ist das nicht der Komponist der «Dreigroschen-Oper»? Richtig. Und der hat Musicals geschrieben?
Ebenfalls richtig, denn nach einem Zwischenstopp in Frankreich hatte Kurt Weill, der wegen der Nazis aus Deutschland auswandern musste, Fuß in Amerika gefasst. Etliche Erfolge gingen der von «Love Life» voraus, allesamt Musicals, die in Deutschland kaum jemand kennt. «Knickerbocker Holidays», «One Touch of Venus», «Street Scene» – hierzulande selten gespielt.
Wobei – ist «Love Life» denn ein Musical? Der Untertitel des Stückes jedenfalls lautet anders. «Love Life» sei ein Vaudeville – ein Art von Revue. Tatsächlich sieht das Skript vor, dass nach den einzelnen Szenen akrobatische Einlagen gegeben werden. Wie das damals ausgesehen haben muss bei der Erstaufführung, die von Elia Kazan in Szene gesetzt wurde, wissen wir nicht. Ebenfalls haben wir keine Ahnung davon wie das Ganze geklungen hat. Denn ein Streik im Jahr 1948 verhinderte eine Aufnahme für die Schallplatte. Ein wahrer Verlust für alle Musikfans.
Kuriosität am Rande: Alan Jay Lener, der die Songtexte schrieb, wurde später mit der Musik des Films «Gigi» bekannt. Dort findet sich ein Song, der textlich sehr stark an «I remember it well» aus «Love Life» erinnert. Kein Wunder: Lerner überarbeitete den Text nochmal für «Gigi»…
dacapo-Autor Christian Spließ ist Blogger und Podcaster der ersten Stunde. Momentan ist er im «Schulbuchfonds» der Stadt Duisburg beschäftigt. Wenn er nicht gerade bloggt oder podcastet, dann schreibt er Kolumnen fürs Corona-Magazin, guckt Folgen von Fernseh-Serien, die hier keiner kennt oder liest alles, was nicht bei Drei in den Regalen ist.


duisburger philharmoniker kulturaffäre







Weitersagen