Journeyman’s Blog | Madama Butterfly Rückblick

Foto: Tim Matheson
Am 23. Juni steht Jonathan Darlington beim 11. Philharmonischen Konzert wieder auf dem Podium der Duisburger Philharmoniker. In seiner Funktion als Musikdirektor der Vancouver Opera beendete in dieser Woche die Jubiläumssaison des Hauses mit Puccinis “Madama Butterfly“. Die Presse feierte die Produktion als eine selten gelungene Symbiose von Musik, Gesang, Design und Regie.
Bühnenbild und Kostüme entwarf der japanische bildende Künstler Jun Kaneko. Als Keramikkünster und Allround-Talent gestaltete er mit “Madama Butterfly” seine erste Bühnenproduktion. Verkörpert wurde Cio Cio San von der japanischen Sopranistin Mihoko Kinoshita, die mit ihrer Paraderolle zum ersten Mal in Kanada zu hören war. An ihrer Seite sang James Valenti die Rolle des Pinkerton. Einen kleinen Einblick gewährt dieses Video:
Video by Bombshelter Productions & Mike McKinley
David Gordon Duke schreibt in der Vancouver Sun (30. Mai, 2010)
Das ist ’Designer-Oper’ im besten Sinne des oft falsch verwendeten Wortes: ein fantasievoller, ergreifender Musiktheaterabend, der eine nur allzu bekannte Geschichte in eine frische, bewegende Tragödie verwandelte. [...]
Durch unerwartete visuelle Symbole gewann Puccinis bekannte Musik neue Dringlichkeit. Butterfly kann oft etwas zuckergussartig klingen, da Puccinis üppige Orchestrierung und hochfliegenden Melodien wenig mehr als ausschweifendeUnterhaltung zu bieten hat. Doch der Dirigent Jonathan Darlington unterzieht die Partitur einer sehr direkten und emotionalen Lesart, bei der die eingängigen Melodien immer noch wunderbar erhebend sind, aber zugleich ein schneidend hartnäckiger Verismo die Dramatik hervorhebt. Darlington erlaubt den Blechbläsern mutigerweise so zu knurren und dem Schlagzeug so brutal zu schlagen, wie es der Komponist ursprünglich vorgesehen hatte; das VO Orchester folgte jeder Geste des Dirigenten.
Wer denkt, dass er in Sachen Giacomo Puccini’s Madama Butterfly bereits alles gesehen hat, was zu sehen ist, sollte aufhorchen: Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Sie jemals so etwas zuvor gesehen und gehört haben – oder jemals wieder werden. [...] Trotz der großen Tragik wirkte der gesamte Abend sehr ausgewogen. Kann sich italienische Oper an so etwas wie Zen annähern? [...] Der springende Punkt bei dieser Madama Butterfly ist, dass Musik und Design eins werden …
Janet Smith, Georgia Straight, (30. Mai, 2010)
Bei der Premiere von “Madama Butterfly” waren neben Bloggern diesmal auch bildende Künstler zugegen – und sie haben sowohl die Bühne als auch den Maestro eingefangen. Mehr Eindrücke und Reaktionen, Fotos und Videos finden sich auf dem Vancouver Opera Blog sowie auf www.jonathan-darlington.de.






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