Journeyman’s Blog – Dirigieren auf dem Wasser

Foto: Jonathan Darlington
Die Spannung steigt: Heute hebt sich der Vorhang für die mit größter Spannung erwartete Premiere von Strawinskis “Nachtigall” - ein technisches, logistisches und musikalisches Experiment
Die Canadian Opera Company, unter dem deutschen Intendanten Alexander Neef, feiert in dieser Saison ihr 60. Jubiläum und lud dazu neben Jonathan Darlington das franko-kanadische Multitalent Robert Lepage ein, Strawinskis „Die Nachtigall und andere kurze Fabeln“ auf die Bühne zu bringen. Lepage, berüchtigt für seine Experimentierfreude und seine völlige Missachtung jedweder Aufführungskonventionen, überließ für das Andersensche Märchen vom chinesischen Kaiser und der Nachtigall die Bühne dem Orchester und Jonathan Darlington, während er den Orchestergraben für seine vietnamesischen Marionetten in ein großes Wasserbecken umfunktionierte.

Foto: Jonathan Darlington
“Ich hatte keine Ahnung, worauf ich mich einlasse!“ sagte Darlington lachend auf der Pressekonferenz. Lepage verlangt den Musikern in der Tat einiges ab: Jonathan Darlington dirigiert auf einem kleinen Podium direkt auf dem Wasser, mit zwei Kameras, während die Sänger hinter ihm im Wasser watend ihre Marionetten bewegen und sein Dirigat nur auf Bildschirmen an der Seite verfolgen können. Das Orchester sitzt auf der Bühne, verstärkt durch eine Muschel, die noch nie vorher in diesem Saal verwendet worden ist. Doch dass Jonathan Darlington „unerschütterlich“ ist, wie die kanadische Presse schreibt, wissen die Duisburger ja spätestens seit unser GMD bei der China Tournee 2007 ein Open-Air Konzert in Wuhan im Taifun dirigiert hat. In dieser Saison wird Jonathan Darlington noch weitere Wogen beherrschen, schließlich bleibt Duisburg als Hafen der Kulturhauptstadt 2010 dem Thema Wasser verpflichtet.
Weitere Informationen und Videos zur Inszenierung finden sich bei Espace Musique.





Weitersagen