13. Oktober, 2008

Jonathan Darlington: Notizen zum 3. Phil. Konzert

Die drei Komponisten des 3. Philharmonischen Konzerts waren nahezu Zeitgenossen und zugleich drei der letzten großen Verfasser von Sinfonien: Nielsen schrieb sechs, Sibelius sieben und Vaughan Williams neun.
Wir haben uns entschieden verschiedene Aspekte ihres musikalischen Schaffens hervorzuheben, gipfelnd in Vaughan Williams Meisterwerk, seiner 5. Sinfonie, die er übrigens Sibelius widmete.

Am faszinierendsten ist es für mich gleichwohl zu sehen, wie jeder von ihnen es vollbrachte durch Rückbesinnung auf die Renaissance, auf modale Harmonien und die Volksmusik, eine Klangwelt zu schaffen, die irgendwie typisch Dänisch, Finnisch oder Englisch ist. Alle drei werden mit der Verjüngung ihrer jeweiligen national-musikalischen Identitäten in Verbindung gebracht. Diese Verjüngung bedeutet hier eine Bereicherung und Hebung der national-musikalischen Standards und eine Wiederherstellung des Nationalgedankens im musikalischen Prestige ihrer Länder.

Vaughan Williams führte diesen Gedanken weiter als er 1942 schrieb: „Ich glaube, dass die Liebe zu seinem Land, seiner Sprache, seinen Bräuchen oder seiner Religion essentiell für unsere nationale Gesundheit ist. [...] Auf Grund solcher Charakteristika, auf Grund solcher kleinen Eigenheiten können wir helfen ein geeintes Europa und eine Weltföderation zu errichten.“

Foto: C.Müller-Girod

Diese Empfindungen könnten ebenso gut auf Nielsen und Sibelius zutreffen, die beide das Bedürfnis nach aufrichtiger internationaler Zusammenarbeit verspürten. Nur durch Erforschung ihres eigenen national-musikalischen Erbes und intelligente Anleihen in vergangenen Jahrhunderten, besonders der Renaissance, gelang es ihnen sich so direkt mit anderen Nationen und Traditionen zu verbinden.
Wie ihnen das aber gelungen ist und was es ist, dass uns jeden einzelnen Komponisten sofort erkennbar macht, das ist das wunderbare Geheimnis der Musik und Stoff vieler gelehrter musikwissenschaftlicher Wälzer, nicht bloß einer kurzen Einführungsnotiz im Programmheft.

Jonathan Darlington
Generalmusikdirektor Duisburger Philharmoniker

Noch ein Tipp:
Wer am Mittwoch zwischen 12-12:30 Uhr Zeit hat, sollte sich ganz fest einen Besuch der kostenlosen öffentlichen Generalprobe vornehmen. Tickets für die Konzerte können jetzt schon Online oder persönlich/telefonisch reserviert werden.

PhilKon3 Jonathan Darlington Duisburger Philharmoniker
Die drei Komponisten des 3. Philharmonischen Konzerts waren nahezu Zeitgenossen und zugleich drei der letzten großen Verfasser von Sinfonien: Nielsen schrieb sechs, Sibelius sieben und Vaughan Williams neun.
Wir haben uns entschieden verschiedene Aspekte ihres musikalischen Schaffens hervorzuheben, gipfelnd in Vaughan Williams Meisterwerk, seiner 5. Sinfonie, die er u?brigens Sibelius widmete.

Am faszinierendsten ist es fu?r mich gleichwohl zu sehen, wie jeder von ihnen es vollbrachte durch Ru?ckbesinnung auf die Renaissance, auf modale Harmonien und die Volksmusik, eine Klangwelt zu schaffen, die irgendwie typisch Dänisch, Finnisch oder Englisch ist. Alle drei werden mit der Verju?ngung ihrer jeweiligen national-musikalischen Identitäten in Verbindung gebracht. Diese Verju?ngung bedeutet hier eine Bereicherung und Hebung der national-musikalischen Standards und eine Wiederherstellung des Nationalgedankens im musikalischen Prestige ihrer Länder.

Vaughan Williams fu?hrte diesen Gedanken weiter als er 1942 schrieb: „Ich glaube, dass die Liebe zu seinem Land, seiner Sprache, seinen Bräuchen oder seiner Religion essentiell fu?r unsere nationale Gesundheit ist. [...] Auf Grund solcher Charakteristika, auf Grund solcher kleinen Eigenheiten können wir helfen ein geeintes Europa und eine Weltföderation zu errichten.“

Foto: C.Müller-Girod

Diese Empfindungen könnten ebenso gut auf Nielsen und Sibelius zutreffen, die beide das Bedu?rfnis nach aufrichtiger internationaler Zusammenarbeit verspu?rten. Nur durch Erforschung ihres eigenen national-musikalischen Erbes und intelligente Anleihen in vergangenen Jahrhunderten, besonders der Renaissance, gelang es ihnen sich so direkt mit anderen Nationen und Traditionen zu verbinden.
Wie ihnen das aber gelungen ist und was es ist, dass uns jeden einzelnen Komponisten sofort erkennbar macht, das ist das wunderbare Geheimnis der Musik und Stoff vieler gelehrter musikwissenschaftlicher Wälzer, nicht bloß einer kurzen Einfu?hrungsnotiz im Programmheft.

Jonathan Darlington
Generalmusikdirektor Duisburger Philharmoniker

Noch ein Tipp:
Wer am Mittwoch zwischen 12-12:30 Uhr Zeit hat, sollte sich ganz fest einen Besuch der kostenlosen öffentlichen Generalprobe vornehmen. Tickets für die Konzerte können jetzt schon Online oder persönlich/telefonisch reserviert werden.

PhilKon3 Jonathan Darlington Duisburger Philharmoniker

Von Christoph Müller-Girod
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