03. Juni, 2010

JeKi – der Film | Über die Macht der Musik

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Photo: Christoph Müller-Girod

Die Initiative “Jedem Kind ein Instrument” wird von den Duisburger Philharmonikern seit dem Jahr 2009 in vielfältiger Form unterstützt – ob es der Verkauf einer CD von Frank-Peter Zimmermann zu Gunsten des Projektes war oder die beiden JeKi-Konzerte, eines in der Philharmonie Mercatorhalle, eines im Theater, ob es der Hinweis auf die Spende per SMS war – viele Aktionen rund um JeKi haben wir begleiten dürfen. Seit dem Beginn des Projektes interessierte sich auch der Regisseur Oliver Rauch für JeKi. Das Ergebnis seines intensives Interesses: Ein 90-minütiger Dokumentarfilm des WDR, der heute im Duisburger Rathaus vorgestellt wurde. Im Film zu sehen: Eindrücke aus dem ersten JeKi-Konzert unseres Orchesters.Neben Oliver Rauch als Regisseur waren auch noch die WDR-Redakteurin Jutta Krug, der Produzent Detlef Ziegert sowie Dr. Gerhard Jahn anwesend. Letzterer sprang für die Duisburger JeKi-Projektleiterin Johnna Schie ein, die leider verhindert war. Natürlich durfte auch der Protagonisten von der GGS Bruckhausen Kerem, die NMKS-Lehrerin Frau Wegmann und der Klassenlehrer Herr Fuchs nicht fehlen.

Dieser Film sei etwas Besonderes, betonte WDR-Redakteurin Jutta Krug, denn es sei selten, dass ein Film fürs Fernsehen und für Kino gleichzeitig gedreht werde. Ebenfalls hat man die Regionalität des Projektes versucht wiederzugeben, in dem es eben nicht eine sondern insgesamt sechs Premieren gäbe – so unter anderem in Essen, in Bochum, in Herne und natürlich am 10. Juni in Duisburg im Filmforum. Dabei, so ergänzte Gerhard Jahn, sei das Filmforum das Kino, in dem der Dokumentarfilm eine ganz besondere Rolle einnehme, denn die Dokumentarfilmwochen Duisburgs wären dort seit Jahr und Tag zu Gast. Den Anstoß nahm der Produzent Detlef Ziegert auf: Man überläge ob man den Film entweder in Leipzig oder in Duisburg bei den Festivals an den Start bringen solle. Natürlich, fügte er lächelnd hinzu, schlage das Herz für Duisburg, aber man müsse über die Sache nachdenken.

Der Film “Jedem Kind ein Instrument – ein Jahr mit vier Tönen” begleitet vier Hauptpersonen auf dem Weg mit JeKi. Dabei liegt der Focus in Duisburg auf dem ersten und zweiten Schuljahr. Zu Beginn des Projektes gab es die dritten und vierten Klassen hier noch nicht und so wechselt die Perspektive dann nach Bochum und nach Herne. Dabei ist die Zusammenarbeit mit der GGS Bruckhausen – nachdem zuerst einige Skepsis herrschte – reibungslos verlaufen. Ebenso wie die Zusammenarbeit mit der Stadt Duisburg selbst.

Dabei ist JeKi laut Dr. Gerhard Jahn, Leiter der VHS, ein Projekt, das sehr auf Nachhaltigkeit setze. Es vermittle Bildung, die die Kinder auf dem weiteren Lebensweg beinflussen werde. Er drückte seine Hochachtung vor den Lehrern aus, die eine neue Form des Unterrichts gemeistert haben. Vor allem die bildungsfernen Schichten könne man mit JeKi erreichen. Nicht nur das zivilgesellschaftliche Engagement und der Einsatz des Duisburger Oberbürgermeisters Adolf Sauerland hätten Jahn beeindruckt sondern auch die kooperative Zusammenarbeit mit den Duisburger Philharmonikern. Frank-Peter Zimmermann, der als Pate für JeKi in Duisburg fungiere, betone noch den hohen Stellenwert dieses Projektes.

Da im Film auch Eindrücke aus dem ersten JeKi-Konzert überhaupt zu sehen sind, haben wir Oliver Rauch gezielt nach seinen Eindrücken von diesem Konzert gefragt. “Das war ein Riesengeschenk für den Film. Man konnte graduell unterschiedlich sehen wie beeindruckt die [Kinder] sind. Viele von denen haben wirklich nie vorher ein klassisches Musikstück gehört, geschweige denn eine Aufführung in dem Rahmen erlebt – großer Konzertsaal, große Instrumentenauswahl und ein unwahrscheinlich lauter toller Klang.” Die Reaktionen der Kinder wären sehr unterschiedlich gewesen: “Da hat sich in kleiner Folge etwas abgespielt zwischen „Huch“ – Erschrecken, Angst, eingeschüchtert sein, dann aber erleben „das tut mir nix, das ist was Schönes, das bewegt mich“ und einem allmählichem Sicheinlassen und zuhören. Und einem ganz allmählichem und lange nach dem Konzert noch fortwirkendem Einsickern in das Gemüt, was das vielleicht mit mir und JeKi zu tun haben könnte.” Der Eindruck aus dem Konzert sei wirklich sehr, sehr bewegend gewesen. Nur die Länge dieses allerersten Konzerts, über diese Länge müsse man vielleicht nochmal nachdenken.

Oliver Rauch möchte mit diesem Film durchaus auch die Webfehler zeigen, die Stellen also an denen es bei JeKi vielleicht nicht immer so optimal funktioniert hat. Ob JeKi nun gut oder schlecht sei, diese Wertung überlasse er den Zuschauern. Diese könnten sich aber ein Bild machen weil der Dokumentarfilm sich ein Jahr Zeit für das Projekt genommen hat. Im Gegensatz zu vielen Formaten der Privatsender, die natürlich auch ihre Berechtigung hätten. Musik, so beschloss die WDR-Redakteurin Jutta Krug die Runde, bewirke bei den Kindern etwas. Was genau, das sei auch durchaus eine spannende Frage, die der Film vielleicht beantworten könne. Schließlich ist Musik auch integrativ – und was wichtig sei: JeKi trage auch zur Bewahrung des kulturellen Erbes bei.

Der JeKi-Film wird RealFiction-Verleih ab dem 01. Juli in die Kinos gebracht, mit Sicherheit wird er dann im Filmforum in Duisburg am Dellplatz zu sehen sein.

Von Christian Spließ

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