Honduras- 7.Teil
Drei Musiker der Duisburger Philharmoniker, die Oboisten Dalia el Guindi und Martin Schie sowie der Fagottist Jens-Hinrich Thomsen fuhren vom 20.-26. Juni 2008 im Rahmen der Städtepartnerschaft Duisburg/San Pedro Sula, nach Honduras. Was sie erlebten schildern sie hier in einem mehrteiligem Reisebericht. Heute steht eine Reise in die Vergangenheit auf dem Plan.
Sie haben die anderen Teile noch nicht gelesen? Kein Problem: 1. Teil 2. Teil 3. Teil 4. Teil5. Teil 6. Teil
SONDERMELDUNG: Überschwemmung in Honduras. Hier Link zu Informationen und Hilfsmöglichkeiten.
7. Teil: Geschichte zum Anfassen

Eine der nicht allzu zahlreich gestreuten Sehenswürdigkeiten in und um San Pedro Sula ist die spanische Festungsanlage San Fernando, die ca. 40km von der Stadt entfernt an der Nordküste liegt. Für einen Besuch war nur wenig Zeit, es lag unserem Guide Alfonso aber sehr am Herzen, uns dieses Zeugnis mittelamerikanischer Geschichte zu präsentieren.
Tatsächlich war schon die Fahrt dorthin interessant, bot sie uns doch die einzige Gelegenheit, von dem Leben außerhalb der Stadt etwas mitzubekommen. Armselige Behausungen säumten den Straßenrand, aus unserer Sicht kaum als Häuser zu bezeichnen. Alfonso klärte uns aber darüber auf, dass diese Häuseransammlungen schon zu den besser situierten gehören und die typischen Slums noch ganz anders aussehen. Was in Honduras auffällt – auch arme Siedlungen sind farbenfroh anzusehen, kaum eine Imbissbude, die nicht in fröhlichen Farben bemalt ist. Das mildert den Eindruck der Armut, die aber hinter den Fassaden der Innenstadt und der Vergnügungsmeilen für die Reichen erdrückend präsent ist.

Während der Fahrt wurden wir einmal angehalten. Wenn man zuvor von den Überfällen auf den Überlandstrassen gelesen hat, die in Honduras absolut an der Tagesordnung sind und leider oft tödlich enden, schluckt man beim Anblick der uniformierten Waffenträger am Straßenrand erst einmal leer. Alfonso konnte uns aber schnell beruhigen. Dies wäre normal, wir wären lediglich dazu angehalten, etwas für kranke Dorfbewohner zu spenden.
Dass unser Besuch im Juni mitten in die Regenzeit fiel, war an dem Tag unübersehbar. Von einem Moment auf den anderen schüttete es in Strömen, so auch, als wir bei dem Fort ankamen. Der Anblick der Festung, der strömende Regen, die Feuchtigkeitsschwaden über den Bäumen und den von Regenwald bedeckten Hügeln sowie das Meer, das nicht weit entfernt war, schienen uns in eine andere Zeit zu versetzen und vermittelten einen guten Eindruck, wie es in der Gegend wohl schon gewesen war, als die Spanier vor ein paar hundert Jahren die Festung gebaut hatten. Sie wurde ca 1759 fertig gestellt, diente als Schutz gegen Piraten und bietet einen schönen Rundblick über die Bucht von Omoa.
Als Kolumbus 1502 auf die honduranische Küste stiess – er betrat am Kap Honduras zum ersten Mal amerikanisches Festland – benannte er das Land nach den Untiefen vor der Karibikküste. (Honduras = spanisch: Tiefen).

Nach dem Besuch der Festung hatten wir Gelegenheit, uns ein weiteres Mal von der exzellenten honduranischen Küche zu überzeugen. Die Gegend ist berühmt für die Zubereitung von Fisch und Meerestieren. Auch sonst war jedes Essen interessant und eine Entdeckungsreise. Kochbananen, gestampfte Bohnen, Tortillas (Maisfladen), Avocados, eine Vielzahl von exotischen Früchten und bei uns wenig bekanntes Gemüse wie z.B. Maniok sowie gegrilltes Fleisch gehören in Honduras zum alltäglichen Speiseplan – für diejenigen, die sich außer Bohnen und Mais noch etwas anderes leisten können.
Fortsetzung folgt!
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Wir haben zu diesem Reisebericht ein Fotoalbum zusammengestellt. Hier die Diashow dazu:
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