05. Juni, 2009

Tourneemusik | Berlioz | Le carneval romaine

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BERLIOZ
Foto: Christoph Müller-Girod, Probe Kongresszentrum Vilnius
Da hat man sich Mühe und Arbeit gemacht mit einer Oper – und was passiert? Das Werk fällt durch. An eine weitere Aufführung ist erstmal nicht zu denken. Tja. Schöner Reinfall aber auch schöne Musik. Und was macht man als Komponist? Man recycelt.

“Benvenuto Cellini” heißt die Oper, die Hector Berlioz schrieb. Der Renaissance-Künstler und dessen – nun – sehr farbenprächtiges Leben hat die Künstler schon immer inspiriert. Von 1834-1838 auch Hector Berlioz. Doch die Oper fand vor dem Publikum keine Gnade und der “glänzende Durchfall”, wie Berlioz selbst anmerkte, ließ auf keine weitere Aufführung in der Zukunft hoffen. Doch die Musik, fand Berlioz, diese Musik war zu schade für die Schublade.Von 1843 bis 1844 bearbeitete Berlioz dann zwei Themen aus seiner Oper zu einem neuen Werk. Dem “Careneval Romaine”. Zum Einen nahm er ein Liebesduett aus dem ersten Akt für die langsame Einleitung, bevor dann die Szene im Römischen Karneval – der die Ouvertüre ihren Namen verdankt – das Material für den Rest des Werkes bildet.Vor der Aufführung des Ouvertüre waren die Musiker alles andere als sicher, dass das ein Erfolg werden würde. Berlioz selbst war es, der die Uraufführung leitete – 1844 – und diese beruhigte. Tatsächlich mußte die Ouvertüre dann erneut wiederholt werden und Berlioz hat sie während seiner Tourneen desöfteren im Programm gehabt.Wobei: Einen kleinen Seitenhieb konnte sich der Komponist bei der Uraufführung nicht verkneifen. Er berichtet in seinen Memoiren, dass Dirigent Habeneck, der “Benvenuto Cellini” aufführte, bei der Uraufführung des “Carneval Romaine” anwesend war. Als Berlioz nun zur Saltarello-Stelle kam, konnte er es sich nicht verkneifen zu bemerken, dass diese Stelle sehr wohl im vom ihm angegebenen Tempo zu spielen sei. Habeneck hatte diese Stelle bei der Oper nämlich durchaus langsamer gespielt…HeaderTour09Logo: Susanne Hayduk

Von Christoph Müller-Girod

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