Roger Zacks | Schöpfung mit klassischen Trompeten
Heute Morgen war die erste Probe für das kommende Sinfoniekonzert – Haydns Schöpfung. Wir spielen zum zweiten Mal hier in Duisburg in der Trompetengruppe, die in der Bauweise den originalen Instrumenten der Zeit nachempfunden wurden. Unser Debüt fand in der letzten Spielzeit beim “Elias” von Mendelssohn Bartholdy statt.
Die Barocktrompete, auch wenn sie zu der Zeit von klassischen Komponisten benutzt wurde, ist ein Instrument, das zwei Mal so lang ist wie die moderne Trompete. Diese Trompeten ohne Ventile wurden in der Barock benutzt um die extrem hohen Melodien von Bach, Händel und Telemann u.a. zu spielen. Zu der klassischen Zeit wurde mit den gesellschaftlichen Veränderungen auch die Wichtigkeit der einfachen Bürger immer größer und die fürstlichen Klänge von hohen Trompeten immer weniger gehört. Die Trompete nahm ihren Platz sowohl physisch als auch musikalisch hinten im Orchester in der Nähe der Pauke ein und übernahm die Funktion einer lang anhaltenden Pauke mit Dominant-Tonika und Terz-Tönen.
Nichtsdestotrotz ist das Spielen der Barocktrompete eine sehr heikle Angelegenheit und für einen “klassisch” ausgebildete Orchestertrompeter eine besondere Herausforderung. “Ventil-los” zu spielen ist eine musikalische Trapez- Übung ohne Sicherheitsnetz. Der besondere Reiz liegt am ganz anderen Klang, den die Trompete wegen der doppelten Länge des Instruments produziert. Weich und dunkel, aber auch teilweise sehr schmetternd, verleiht dieses Instrument einen Hauch historischer Authentizität bei modernen Aufführungen und mit den Barockposaunen, die unsere Orchester bekommen hat, erhält unsere Blechgruppe ganz neue Farben für die Palette des Gesamtklangs.
Die erste Probe heute Morgen hat sehr viel Spaß gemacht. Die etwas umfangreiche Vorbereitung hat sich schon gelohnt. Gleich ist die Abendprobe - dieses Mal mit Chor.
Bin gespannt.
Autor: Roger Zacks | Erster Solotrompeter der Duisburger Philharmoniker






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