27. April, 2009

Evgeni Koroliov | Goldberg-Variationen

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Bild: Christoph Müller-Girod, cmg.me
Das sechste Duisburger Kammerkonzert am Sonntag, den 3. Mai um 20 Uhr in der Philharmonie Mercatorhalle gilt einem Meilenstein der Klaviermusik: Evgeni Koroliov, Artist in Residence der Duisburger Philharmoniker, spielt Johann Sebastian Bachs Aria mit 30 Veränderungen G-Dur BWV 988, besser bekannt unter dem Namen „Goldberg-Variationen“. Der russische Meisterpianist, der seit 1978 als Professor an der Hamburger Musikhochschule lehrt,  hat sich mit diesem Werk immer wieder befasst und es auch in einer Maßstab setzenden Einspielung auf CD vorgelegt. „Koroliovs nahezu unendliche Reise durch ein Land der thematischen Metamorphose ist von großer Verführungskraft.“ So urteilte der österreichische Kritiker und Klavierspezialist Peter Cossé über die 1999 erschienene Referenz-Aufnahme. Der  Komponist György Ligeti erklärte Koroliovs Bach gar zu seinem bevorzugten Musikprogramm für die sprichwörtliche ‚einsame Insel’: „Diese Platte würde ich, einsam verhungernd und verdurstend, bis zum letzten Atemzug immer wieder hören.“
Die Liebe zu Bach begann bei Evgeni Koroliov mit einem Erweckungserlebnis besonderer Art: Als der junge Glenn Gould 1957 seine spektakuläre Tournee durch die UdSSR unternahm, hörte der achtjährige Klaviereleve seine Interpretation der „Kunst der Fuge“, die ihn nachhaltig prägte. Als Siebzehnjähriger verblüffte Koroliov dann selbst das Moskauer Publikum durch eine Gesamtaufführung des „Wohltemperierten Klaviers“. Unter Koroliovs Händen wird unmittelbar deutlich, was Bachs Klaviermusik ausmacht: Die Balance zwischen souveräner formaler Architektur und dem freien, gelösten Spiel des schöpferischen Geistes.Ihren populären Beinamen verdanken die „Goldberg-Variationen“ übrigens einer viel zitierten Anekdote. Angeblich schrieb Bach das Werk auf Bitten seines Schülers Johann Theophil Goldberg, der damit seinem Dienstherrn, dem kränkelnden russischen Gesandten in Dresden, über seine schlaflosen Nächte hinweghelfen sollte. Der fürstliche Herr hat für die hochkarätige Unterhaltung angemessen bezahlt: Mit einem Goldbecher, in dem sich hundert Dukaten befanden.Die Karten für das Kammerkonzert kosten 8,50 bis 18 Euro und ermäßigt 4,25 bis 9 Euro und sind an den bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Servicebüro des Theaters Duisburg, dem Opernshop an der Düsseldorfer Straße und Online zu bekommen.

Von Christoph Müller-Girod

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