Da Capo al fine – 3 Jahre Bloggeschichte
Hinter den letzten Noten folgt in einer Partitur meistens ein dicker Taktstrich – hier ist das Stück eigentlich zu Ende. Manchmal aber hat der Komponist das Bedürfnis nochmal die Anfangstakte bis zu einem gewissem Punkt zu wiederholen und um unnötige Wiederholungen nicht neu schreiben zu müssen, schreibt man in solchen Fällen einfach “Da capo al fine” in die Partitur. Das “Da capo” in unserem Fall bedeutet: Wir sind weiterhin über Facebook, Twitter und unsere erweiterte Webseite mit aktuellen Nachrichten für euch da, das Blog selbst aber ist nach drei erfolgreichen Jahren an diesem Punkt Geschichte. Wir bedanken uns bei euch mit einem Rückblick auf die fruchtbare und gewinnbringende Zeit. Das Blog bleibt mit allen Artikeln als Archivseite bestehen, neue Inhalte kommen aber nicht mehr dazu. Jetzt aber: Ein Rückblick auf drei Jahre Bloggeschichte.
Man darf sagen, dass das Blog gleich zu Beginn mit einem Higlight startete: Dacapo begleitete den Triennale-Auftritt in der Bochumer Jahrhunderthalle der grossartigen Sängerin Vesselina Kasarova und dem Schauspieler Jan Josef Liefers. Sowohl die Generalprobe als auch die Aufführung selbst haben wir dokumentiert. Und die Triennale sollte uns auch die nächsten beiden Jahre begleiten – vor kurzem erst feierte das Feuilleton einstimmig die Inszenierung des “Tristan” in Bochum und die wunderbare Klangstransparenz des Orchesters.
Am 15.09. erfolgte dann mit der offiziellen Pressekonferenz der Startschuss für das von Christoph Müller-Girod mit einem Joomla System erstellte Blog. Die erste Nachfrage in den Kommentaren damals war übrigens die Frage nach dem Musikstück, das im damaligem Kinotrailer lief.
- Es war von Ralph Vaughan Williams die Ouvertüre zu “Die Wespen”. Der stellvertretende Solo-Flötist der Duisburger Philharmoniker, Stefan Boots, besuchte vom 10.10.-19.10.08 die Duisburger Partnerstadt Wuhan in China. Seine Eindrücke gab es natürlich ebenfalls als Reisebericht in unserem Weblog. Seit dem 15.10.2008 gab es die Öffentlichen Generalproben unter unserem GMD Jonathan Darlington. Wie wir die erste Öffentliche Generalprobe fanden? Lesen Sie es doch einfach an dieser Stelle nach.
Dass das Webteam sich schon länger mit dem Gedanken trug die Philharmonischen Konzerte auch im Internet live zu streamen sollte eigentlich nicht verwundern. Zuerst wurde beim 4. Philharmonischen Konzert livegebloggt. Getwittert wurde ja schon etwas länger. Als der WDR dann für sein drittes Rundfunkprogramm das 6. Philharmonische Konzert mit unserem “Artist in Residence” Maestro Koroliov aufzeichnete, da haben wir die Gelegenheit natürlich nicht ausgelassen und ergänzend zur Ausstrahlung gebloggt. Das Ganze mündete dann im Liveblogging und im Livestreaming des “Ring ohne Worte”. Sonderaktionen gab es dann auch bei besonderen Anlässen – etwa wenn der WDR live aus der Mercatorhalle sendete.
Stets fanden diese Aktionen deutliche Resonanz in den örtlichen und überörtlichen Medien, da das Webteam stets an erster Stelle war wenn es um neue innovative Konzepte im Bereich des Social Webs ging. Nicht zu unrecht darf sich das Webteam auch als “Vater” der stART-Conference bezeichnen, denn ohne die Aktivitäten bei Dacapo wäre diese Kulturkonferenz, die als Leuchtturm weit über Duisburg hinaus strahlt, wohl nie geplant worden.
“Helden auf dem Notenblatt” und Helden auf der Bühne folgten dann beim 3. Familienkonzert der Saison 2008/2009, das zwei Premieren bot: Einmal präsentierte sich unser Kinderchor dem Publikum und zum Anderen gab Francesco Savignano sein Debüt am Notenpult. Das Konzert gibt es übrigens auch auf CD zum Nachhören. Immer wieder nutzt das Webteam die Gelegenheit sich unter die Blogger zu mischen, neue Einsichten zu gewinnen und Erfahrungen auszutauschen. So beim Barcamp Ruhr 2, das im Essener Unperfekthaus stattfand. Durch die intensive Zusammenarbeit mit den Bloggern und dem kreativen Austausch wurden die Konzerte auch von einem Publikum besucht, das sonst eher Skepsis gegenüber dem strengen Zeremoniell des Konzerts hatte. Berührungsängste konnten so abgebaut und neue Zielgruppen erschlossen werden. Daraus folgte auch: Immer häufiger mussten Besucher der Philharmonischen Konzerte an der Abendkasse hören, dass keine Karten mehr zu bekommen waren. Eine Tatsache, die DerWesten in einem Artikel 2009 aufgriff.
Der 19.03.2009 wird dem Webteam besonders in Erinnerung bleiben: 1600 Kinder waren in der Mercator-Halle zu Gast. Im Rahmen des JEKI-Projektes konnten sie anhand eines Instrumentenkarussells nochmal Instrumente ausprobieren. Wie die ganzen Instrumente im Konzert klingen gab es dann anschließend beim Sonderkonzert zu hören. Wieviel Spaß es uns und den Kindern machte können Sie sich nochmal im Videobeitrag ansehen.
Das WDR Sinfonieorchester war im April 2009 in Duisburg – und das Webteam nutzte die Gelegenheit die ganzen Webfreunde ganz real vor Ort bei “Web @ Classic” begrüßen zu können. Die Veranstaltung brachte das ein oder andere Aha-Erlebnis.
So konnten die virtuellen Erfahrungen durch die Begegnung mit den Menschen hinter den Webseiten ergänzt werden. Und wer weiß, vielleicht finden wir in diesem Jahr erneut die Gelegenheit dazu. Dass das Konzert dann auch noch live bei WDR3 übertragen wurde gab dem ganzen dann noch einen Extra-Reiz.
Zum Stummfilm “The Gold Rush” – Der Goldrausch – von Charlie Chaplin luden wir in den Landschaftspark Nord in die Gießhalle ein – damit begann inoffiziell die Saison 2009/2010, die vom Kulturhauptstadtjahr geprägt wurde. Anthony Hermus war der Dirigent im August des Jahres – das Interview mit ihm erläuterte Hintergründe und die Schwierigkeiten beim legendären Brötchentanz des Films. Besonders bewegend bei beiden Aufführungen war das singende Orchester. Und warum uns “That black old magic” immer noch gefangenhält? Ein Erklärungsversuch. Am Ende des Monats dann noch die schöne Nachricht, dass unser Orchester sich im Aufwind befand was Besucher- und Abonnementzahlen anbelangte.
Unvergesslich war das Konzert mit Anna Netrebko und Massimo Giordano anlässlich der Ruhrtriennale 2009. Vom Konzert direkt durften wir zwar nicht mittelbar berichten – Twitter half dabei einige Eindrücke des Erlebnisses mit Ihnen zu teilen. Vor dem Konzert hatten wir aber die Gelegenheit Eindrücke von der Pressekonferenz zu filmen. Allmählich begann dann im November 2009 der Orgel-Countdown. Hörenswert auf jeden Fall: Der symphonische Ring von Friedmann Dressler – das 12. Philharmonische Konzert der Saison wurde live mitgeschnitten und die CD bietet eine wunderbare Einführung für alle, die bisher vor dem “Ring der Nibelungen” zurückschreckten. Und dann war es soweit: Unsere Majestät gab sich die Ehre im 3. Philharmonischem Konzert. Und eine besondere Ehre für uns: WDR3 übertrug das Konzert knapp zwei Wochen später – was wir mit einem Liveblog begleiteten.
Im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 ging dann nach drei Jahren das Projekt “POLYPHONIE” zu Ende. Zu Beginn des Abschlusskonzerts begrüßte unser Intendant Dr. Alfred Wendel das Publikum und hob hervor, wie wertvoll das Projekt für alle Beteiligten gewesen sei. Klassik werde in der modernen Zeit desöfteren nur noch konsumiert anstatt produziert. “Es ist zu hoffen, das dieses Projekt über das Jahr 2011 hinaus stattfinden wird.” Das Programm machte die kulturelle Vielfalt des Ruhrgebiets und die Beschäftigung mit der Musik deutlich.
Mit “JEKI – der Film” rückte erneut ein Projekt in den Mittelpunkt, das wir als Orchester seit einiger Zeit sehr gerne begleiten. Da im Film auch Eindrücke aus dem ersten JeKi-Konzert überhaupt zu sehen sind, haben wir Oliver Rauch gezielt nach seinen Eindrücken von diesem Konzert gefragt. “Das war ein Riesengeschenk für den Film. Man konnte graduell unterschiedlich sehen wie beeindruckt die [Kinder] sind. Viele von denen haben wirklich nie vorher ein klassisches Musikstück gehört, geschweige denn eine Aufführung in dem Rahmen erlebt – großer Konzertsaal, große Instrumentenauswahl und ein unwahrscheinlich lauter toller Klang.”
Tolle Klänge gab es dann bei !Sing – Day of Song. Organisatorin Kornelia Kerth-Jan hatte im Vorfeld über ein Jahr geplant und mit den Chören aus verschiedenen Nationen kommuniziert, um diese Großveranstaltung zu ermöglichen. Um ihre Kenntnisse in historischer Aufführungspraxis zu vertiefen, waren Tonio Schibel, Anke Vogelsänger, Nadine Sahebdel, Mathias Feger, Friedemann Pardall und Francesco Savignano einer Einladung der Europäischen Akademie für Musik und Darstellende Kunst, Palazzo Ricci, nach Montepulciano gefolgt. Unter Anleitung zweier ausgewiesener Experten, Prof. Dr. Pauline Nobes, Barockvioline und Ralf Waldner, Cembalo, studierten die Mitglieder der Duisburger Philharmoniker ein Programm mit Werken von Vivaldi, Händel, Purcell, Bach und Muffat ein.
Schon am 13. und 14. Januar begann mit dem 4. Philharmonischen Konzert ein Projekt der Kulturhauptstadt 2010: Das Henze-Projekt. Die Musik für eine neue Metropole begann in Duisburg mit der Aufführung der Bassariden-Suite, zusammen mit Mendelssohns “Reformationssinfonie” und Brahms Violinkonzert. Mit auf der Bühne als Solistin: Die junge Geigerin Isabelle Faust. Die Solistin stand Dr. Alfred Wendel in einem Interview Rede und Antwort – so erfuhr man unter anderem wie sie an ihr jetziges Instrument gekommen war. Als Einstimmung hatte Jonathan Darlington einige “Quick Words” vorbreitet, in denen er in das Henze-Projekt einführte. Und im Rahmen des 4. Philharmonischen Konzertes bekamen die Duisburger Philharmoniker die Auszeichnung für das „Beste Konzertprogramm“ der Saison 2009/2010 durch den Deutschen Musikverleger-Verband e.V. (DMV) verliehen.
Im März wurde das Henze-Projekt weiter fortgesetzt und im Rahmen des 6. Philharmonischen Konzerts stand eine Uraufführung an: “Seines Inneren Wildnis” von Hauke Jasper Berheide nach Texten aus den Duineser Elegien Rilkes. Wolfgang Denhoff, Soloflötist, notierte im Blog seine Gedanken zum Programm.
Rasch ausverkauft waren die Karten für die Aufführung der Symphonie der Tausend, die erst später im Jahr in der Kraftzentrale des Landschaftsparks stattfinden sollte. Ein Gänsehautprogramm bot das 7. Philharmonische Konzert: Joseph Haydns “Schöpfung”. Hier gab es eine Familienzusammenführung der besonderen Art, denn Jonathan Darlington arbeitete seit längere Zeit wieder mit seinem Bruder Stephen Darlington zusammen. Roger Zacks, der Solotrompeter der Duisburger Philharmoniker, begleitete im Blog die Proben dieser Familienzusammenführung.
Nach sechs Wochen Sommerpause begann die Konzertsaison 2010/2011 am 22. September mit der 1. Symphonie von Gustav Mahler – ein Ereignis, auf das die Hornistin Maria Teiwes im Blog einstimmte und gleich direkt Werbung für das nächste Mahler-Highlight der Saison machte: Dessen 5. Symphonie wurde live vom WDR am 23. September übertragen. Doch zuvor stand das Gastkonzert der Litauischen Staatsphilharmonie im Rahmen eines Staatsaktes zur Feier zweier Städtepartnerschaften auf dem Programm. Vilnius und Portsmouth rückten in den Focus, vor allem aber freute man sich über denBesuch der Litauer. Diese verzauberten dann unter dem Motto “Seid umschlungen, Millionen” die Duisburger City.
Ein ganz besonderes Ereignis war dann im Dezember die Twitter-Aktion “Ask a Conductor”, bei der sich einen Tag lang Dirigenten auf Twitter den Fragen des Publikums stellten. Mit von der Partie: Jonathan Darlington, der während zweier Aufführungen von “Lucia di Lammermoor” sich die Zeit für das internationale und das Duisburger Publikum nahm. Die NRZ berichtete einen Tag später dann in der gedruckten Ausgabe über das Event und zitierte Passagen aus Jonathan Darlingtons Antworten – darüberhinaus gelang es mit diesem Event nochmal eindurcksvoll globale Präsenz zu zeigen. Seit Marc van Bree zu Beginn des Blogs über uns berichtete, waren die Augen der interessierten globalen Klassikwelt auf Duisburg gerichtet – und nur durch das Blog gelang es bei der ersten stART-Conference Gerd Leonhard als Sprecher zu gewinnen.
Den langsamen Abschied von Jonathan Darlington begleitete das Webteam ebenso in der letzten Saison wie zahlreiche andere Aktivitäten. Wir bedanken uns für drei gute Jahre, für das zahlreiche Feedback. Nochmals betont sei: Das Blog bleibt weiterhin mit allen Artikeln Online bestehen, aktuelle Informationen aber wird es weiterhin unter der Leitung von Social Media Manager Christoph Müller-Girod und Autor Christian Spließ über Twitter und Facebook geben. Wir lesen uns.
Medien :
>> Fotos Duisburger Philharmoniker
>> Videos Duisburger Philharmoniker






















10:45 Uhr
Da kann ich nur sagen schade,schade…
08:59 Uhr
Absolut unfassbar und – wie diese Zusammenfassung mit den vielen einmaligen Erlebnissen und den umwerfenden Bildern zeigt, – unverantwortlich!
Damit wird ein wichtiges Stück deutsche Mediengeschichte einfach so vernichtet.
Meine Meinung dazu: http://ow.ly/6lodm
Bitte nehmen sie das Hilfsangebot an!
“Da Capo” und “Philharmonie 2.0″ darf nicht einfach so sterben!
10:22 Uhr
Sehr schade, dass die Keimzelle der Kultur 2.0 schon so schnell aufgibt. Woran liegt es denn? Quantität? Weil Qualität war ja genügend vorhanden!
Ich fürchte mit dem Aufgeben des Blogs tut man sich keinen Gefallen.
11:15 Uhr
Kann mich Frank nur anschließen. Ich find es unfassbar. Ausgerechnet der Leuchtturm der Kultureinrichtungen im Social Web gibt sein Blog auf.
11:18 Uhr
Ich bin entsetzt… Kann diese Haltung von seiten der Duisburger Philharmoniker nicht nachvollziehen.
Finde es ebenso wie Frank unverantwortlich für die Stadt Duisburg und für deren Philharmonie, die ich durch Christian sehr zu schätzen gelernt habe.
Wir stehen jedoch weiterhin hinter Ihnen, nehmen Sie bitte das Angebot von Frank an.
11:57 Uhr
Eine Gigaschande! Besonders für Duisburg in dieser Übergangszeit wo jedes Fünkhen am Himmel des Kulturlebens von unschätzbaren Bedeutung ist.
14:28 Uhr
Als Duisburgerin war ich stolz darauf, dass meine Stadt mal die Provizilaität hinter sich lässt, die hier sonst soviel verhindert. Schade. Kann ich was tun, um Da Capo und Philharmonie 2.0 weiterleben zu lassen?
17:00 Uhr
Da kann ich nur sagen, schade,schade….
17:07 Uhr
Da hat sich in meinem ersten Kommentar ein falscher Link eingeschlichen. Hier der richtige:
http://bit.ly/philharmonie20-darf-nicht-sterben
17:32 Uhr
Interessant dazu die Meinung eines Musikers:
Steven Walter: “Als “Außenstehender” kann ich auch sagen, dass ich die Duisburger Philharmoniker ausschließlich von den Philharmonie 2.0 Aktivitäten her kenne und schätze – und ich spreche da für viele aus der Musikwelt. Ohne diesen Kommunikations-Leuchtturm werden sie wieder nur zu “irgendein Orchester” degradiert. Wahrlich keine schlaue Entscheidung…”
Nachzulesen unter http://bit.ly/philharmonie20-darf-nicht-sterben
18:23 Uhr
Ich bin entsetzt… Kann diese Haltung von seiten der Duisburger Philharmoniker nicht nachvollziehen.
Finde es ebenso wie Frank unverantwortlich für die Stadt Duisburg und für deren Philharmonie, die ich durch Christian sehr zu schätzen gelernt habe.
Wir stehen jedoch weiterhin hinter Ihnen, nehmen Sie bitte das Angebot von Frank an.
23:25 Uhr
Gewächse sterben und neue Samen fallen auf den Boden, um zu Neuem zu werden.
Danke Frank, dass ich über Facebook darüber erfahren habe.
Ich selbst bin ja hier in Dresden in punkto Kultur sehr aktiv, blogge für die Semperoper, twittere aktiv darüber und habe in den knapp 50 Vorstellungen in den letzten 12 Monaten eine Menge gesehen, erlebt und gelernt.
Gelernt habe ich auch, dass Dinge mit der Zeit kommen und andere verschwinden. Auch wenn der Blog “stirbt” heißt das nicht, dass Social Media bzw. Social Customer Contact wegfällt. Im Gegenteil, nun besteht erst recht die Chance, die Kräfte zu fokussieren.
Doch hält das die wahren Fans davon ab, den Blog in der einen oder anderen Form weiterzuführen? Wenn es die wahren Fans gibt, dann wird sich ein Weg finden.
Wo eine Leidenschaft – da ein WEG :-)
10:08 Uhr
Ich kann mich Frank nur anschließen! Als Vioworld vor drei Jahren zu bloggen begann, war DaCapo der erste Link in unserer Blogroll.
Was sich für uns als Quantensprung erwiesen hat (Verbreitung der Marke Vioworld durch das Social Web), gilt mit Sicherheit auch für den DaCapo-Blog. Warum jetzt das Aus und vor allem: warum kein Wort der Erklärung?
Der Abschieds-Post jedenfalls wirkt reichlich schizophren: Der Blog ist erfolgreich, darum hören wir jetzt auf -hä?
Für mich ein klares Zeichen, dass hier eine einsame (und kurzsichtige) Entscheidung am Webteam vorbei gefällt wurde. Vielleicht melden sich ja diejenigen noch zu Wort, um die es geht: die Musiker!
10:25 Uhr
Schade! Twitter und Facebook sind sicherlich nicht meine bevorzugten Quellen.
Kann man die Gründe für diesen Schritt erfahren?
14:12 Uhr
»Da capo al fine« bedeutet, exakt dasselbe noch mal bis zum Ende des Stücks zu spielen. Es bedeutet nicht, dass eine wichtige Stimme bei der Wiederholung einfach aussetzen kann. Ein »da capo« ohne Blog kann es aus musikalischer Sicht also nicht geben. Drei erfolgreiche Jahre Blog-Geschichte nachzuerzählen und dann ohne weitere Erklärung zu sagen »Das war’s aber jetzt«, ergibt ebenso wenig Sinn. Ich kenne eigentlich nur einen musikalischen Vergleich, der hier passen würde: Haydns Abschiedssinfonie, bei der das (Social-Media-)Orchester nach und nach die Bühne verlässt bis sie leer ist. Ich hoffe nicht, dass das die Lösung dieses seltsamen Rätsels ist.
19:46 Uhr
Sehr geehrter Herr Wendel,
wie geht das mit Ihrer Entscheidung zusammen:
Der neue GMD Bellincampi im Interview:
“„Sehr wichtig“ sei ihm die Kommunikation mit dem Publikum. Selbstverständlich wolle er „das Orchester als traditionelle Kulturinstitution mit der moderne Zeit verbinden“. Es gelte, das junge Publikum zu gewinnen, aber auch mentale Türen zu öffnen.”
PK Duisburger Philharmoniker, Neuer GMD, WAZ/Der Westen.
Sie haben DAS internationale Leuchtturm-Projekt schlechthin für die Interaktion mit der angesprochenen Zielgruppe zuerst immer weiter eingeschränkt und jetzt beendet.
Ach ja, noch ein Hinweis: Bis dato konnten solche Nachrichten international wahrgenommen werden. Ab jetzt nur noch im Regionalteil einer Zeitung.
Mir bleibt da nur Kopfschütteln und die Hoffnung, dass Sie sich eines Besseren besinnen. Was sie da gerade machen ist der schlimmste PR- und Medien-GAU, den ich in der Kulturwelt Deutschlands bisher erlebt habe.
19:55 Uhr
@Ralf Lippold: Das ist hier nur der letzte Sargnagel unter einem wunderbaren, einmaligen und vorbildlichen Projekt (s. http://slidesha.re/re4sCY und http://bit.ly/pFFLu7) Hier geht es nicht um ein Blog (obwohl ich kein 2. wie Da Capo kenne) Hier geht es um die einzige Chance, die ein so grossartiges Orchester wie die Duisburger Philharmoniker haben, wahrgenommen zu werden und dauerhaft zu überleben. Auch wir werden bald in Deutschland US-Verhältnisse haben und wer sich nicht mit alternativen Geschäftsmodellen beschäftigt wird verlieren. Die DuPhils waren das erste Orchester, welches transmedial interagierte und du und ich wissen, dass man Sponsoring hervorragend über Social Media aufbauen kann. Wenn die Inhalte stimmen. Und die stimmten schon in der Zeit, als ich die Ehre hatte dabei sein zu dürfen. Das ist eine krasse Fehlentscheidung und -einschätzung. Ich habe heute Anrufe von Marketing-Mitarbeitern renommierter Orchester und Opern erhalten, die sich alle fragten, wie man so etwas heutzutage machen kann. Und mir ist das auch ein vollständiges Rätsel und macht mich traurig und wütend zugleich.
21:46 Uhr
Die Endscheidung ist für die Stadt und deren Ruf im Bereich Web2.0 schon ein grosser Verlusst aber wenn die Philamonie in 1-2 Jahren wegen demographischen Wandel schliesst –> werden wir dort einziehen #IheartRuhrYork #PublikumsMangel
13:51 Uhr
Jonathan Darlington war stets eine treibende Kraft hinter Dacapo.
Alle Dacapo-Leser, die über den ehemaligen GMD auf dem Laufenden bleiben wollen, können dies auf seiner Facebook-Seite und seiner Webseite weiterhin tun: https://www.facebook.com/pages/Jonathan-Darlington/130867993650874
http://www.jonathan-darlington.de
Demnächst ist er in wieder an der Staatsoper Dresden zu erleben, mit “Street Scene”: http://www.semperoper.de/spielplan.html
19:59 Uhr
Hier meine ausführliche Meinung zu dieser traurigen Nachricht: dacapo erreicht Fine: Die Duisburger Philharmoniker stellen ihr Blog ein
19:15 Uhr
Ich hatte die Duisburger Philharmoniker dafür bewundert, dass sie sich und uns diese Chance des ausführlichen Miteinanderredens und des Informiertwerdens eröffnet hatten und damit die Nase vorn hatten vor allem Vergleichbaren, auch vor allen vergleichbaren Orchestern. Schade, dass das so zu Ende geht. Aus meiner Sicht ist das sogar als kurzsichtig zu bezeichnen. So werden errungene Vorteile leichtfertig aus der Hand gegeben.