Vor annähernd fünfzig Jahren war es als der Leverkusener Erich Krautmacher das Kinderbuch “Der Rätselzoo” von James Krüss in Musik umsetzte. Dabei könnte die Tatsache eine Rolle gespielt haben, dass beide eng miteinander befreundet waren – zudem eignen sich James Krüss’ Verse hervorragend zur Umsetzung in Musik. In der letzten Vorstellung vom Rätselzoo in unserem Haus war jedenfalls klar: So eine tolle Idee muss man beim nächsten Kindergeburtstag unbedingt auch ausprobieren.
Fotos: Christoph Müller-GirodDie Besucher der Geburtstagsfeier wollen nämlich Zoo spielen. Allerdings kann man sich nicht recht einigen wer welches Tier darstellen soll – Herr Meier hat da eine Idee. Anstatt dass jeder eine Rolle zugewiesen bekommt soll jedes Kind selbst auswählen welches Tier es sein möchte – und die Anderen müssen raten was für ein Tier das denn jetzt ist. Manchmal relativ einfach, wenn es um raue Haut, Trampelschritte, Dschungel und laute Töne geht, aber wenn vier Vögel versuchen gleichzeitig sich vorzustellen – dann bricht schon mal das Chaos aus. Die Kinder sind ganz eifrig bei der Sache bis schließlich mit mächtigem Getöse ein Drache erscheint! Den muss man erst mal bändigen, was auch gelingt und schließlich – das hätte man ja auch vorher erkennen können – weiß man dann auch wer dieser Drache ist…Das Singspiel für Kindersolisten und Kinderchor – sowie Kammerorchester – klingt keineswegs altmodisch und verstaubt. Das mag daran liegen, dass mit dem Saxophon ein recht “amerikanisches” Instrument seinen Weg in die Instrumentierung fand. So etwas, erklärte Thomas Honickl, der die musikalische Leitung innehatte, sei damals halt recht cool gewesen. Ebenso cool war die Inszenierung – da die Kinder sich ja auf der Geburtstagsfeier verkleiden, tun sie das natürlich nicht hinter dem Vorhang, sondern direkt auf der Bühne. Die farbenfrohe Kostüme – unter anderem der sehr extravagant ausgestattete Drache – waren sicherlich mit ein Faktor, der zum begeisterten Applaus beitrug. Ein anderer Faktor waren die Chorsolisten. Hier besonders hervorzuheben ist Charlottes Jaques, die als Nachtigall am Ende ihres Lieds in den höchsten Tönen jubilierte – doch auch die anderen Solisten hatten sichtlich Spaß an der Sache.So verabschiedeten wir den Rätselzoo mit einem weinendem und einem lachendem Auge: Traurig sind wir natürlich darüber, dass das Stück jetzt endgültig zu Ende ist, aber die ein oder andere Stimme werden wir sicherlich in unserem Kinderchor wieder hören – ganz bestimmt.
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