24. Februar, 2009

8.PHILHARMONISCHES KONZERT | Ahmed Adnan Saygun

INFO-BOX: Alle Informationen zum 8. Phil. Konzert auf einen Blick
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Ein Türke in Paris
Die Duisburger Philharmoniker entdecken den Komponisten Ahmed Adnan Saygun

Eine musikalische Entdeckung besonderer Art steht im Zentrum des 8. Philharmonischen Konzerts am Mittwoch 11. und Donnerstag 12. März um 20 Uhr in der Philharmonie Mercatorhalle. Die Duisburger Philharmoniker spielen unter der Leitung von GMD Jonathan Darlington die Sinfonie Nr. 5 op. 70 von Ahmed Adnan Saygun (1907-1991). Weiter lesen…

Saygun ist der bedeutendste türkische Komponist des 20. Jahrhunderts, dennoch werden seine Werke in Deutschland so gut wie nie gespielt. Ein schwer zu verstehendes Versäumnis – denn diese Musik verrät nicht nur in jedem Takt Originalität und hohes technisches Können, sie besitzt auch eine Suggestivkraft und emotionale Eindringlichkeit, die sie den bekanntesten Werken der klassischen Moderne an die Seite stellt. Sayguns letztes sinfonisches Werk, die fünfte Sinfonie aus dem Jahre 1984, zeigt den Komponisten noch einmal auf der Höhe seiner Kunst: Es ist eine Musik größter dramatischer Gegensätze, flammend intensiv im Ausdruck, dicht gedrängt im orchestralen Gewebe.Jonathan Darlington stellt diese bedeutende Repertoire-Bereicherung in einen Zusammenhang, der die stilistische Entwicklung des Komponisten besonders anschaulich macht. Saygun studierte von 1928 bis 1931 bei Vincent d’Indy in Paris, was seinen zuweilen französisch anmutenden Sinn für Klangfarben erklärt. Zu einem reizvollen Vergleich lädt hier d’Indys tönendes Stimmungsbild „Sommertag im Gebirge“ aus dem Jahre 1905 ein. Wichtigen Einfluss auf Saygun hatte auch Béla Bartók, mit dem er in den dreißiger Jahren zur Erforschung der türkischen Volksmusik eine große Reise durch Anatolien unternahm. Die Klangwelt der europäischen Moderne mit den Einflüssen der folkloristischen Tradition zu verbinden – darin war Bartók für seinen türkischen Freund ein wichtiges Vorbild. Bartóks zweites Violinkonzert entstand 1939, am Vorabend des zweiten Weltkriegs, der den Komponisten entwurzeln und ins amerikanische Exil treiben sollte. Die berühmte Variationenfolge des Mittelsatzes ist ein erschütterndes Dokument persönlicher Trauer und zugleich ein letztes leidenschaftliches Aufflammen romantischer Expressivität. Solist ist der in Hamburg lehrende Meistergeiger Kolja Blacher, der sich vielfach um die Musik der Moderne verdient gemacht hat.Die Karten kosten zwischen 8 und 30 Euro, ermäßigt 4 und 15 Euro.

Von Christoph Müller-Girod

Kommentare

  1. Günter Landsberger 25. Februar 2009
    14:45 Uhr

    Auf dem Label cpo ist wenigstens einiges von Saygun in den letzten Jahren auf CD erschienen. Aber öffentliche Aufführungen von diesen interessanten, Aufmerksamkeit verdienenden Werken sind mir in Deutschland bisher noch nicht untergekommen.

  2. Hallo Herr Landsberger,

    ich denke auch, dass uns da etwas sehr aussergewöhnliches erwartet. Wir von dacapo sind alle schon sehr gespannt und haben frühzeitig mit der Berichterstattung begonnen.
    Sollten Sie weitere Informationen haben, würde ich mich sehr darüber freuen! Um die CD werde ich mich umgehend bemühen.

    Viele Grüsse,
    Frank Tentler

  3. Günter Landsberger 25. Februar 2009
    23:28 Uhr

    Hier bekäme man noch einige Hinweise zu den CDs:
    http://www.klassik-heute.de/4daction/web_6_01_komponisten?id=3625

  4. Vielen Dank!
    Ich gebe diese Information sofort an Leser weiter, da bereits Emails mit Fragen dazu kamen.

    Viele Grüsse,
    Frank Tentler

  5. Schon mal was zum Reinhören: http://is.gd/kVs8
    Wurde vom Komponisten Saygun für die Pianistin Idil Biret komponiert und steht auf ihrer Seite http://www.idilbiret.net/ als kostenfreier MP3-Download zur Verfügung.

  6. Günter Landsberger 26. Februar 2009
    08:55 Uhr

    Aus gegebenen Anlass sei auch aus einer der Besprechungen, die durch den von mir oben angegebenen Link zugänglich sind, wenigstens ein Satz wörtlich zitiert:

    “Der Name Saygun hätte es verdient, auf Konzertplakaten weitaus öfter aufzutauchen, als es bislang der Fall ist.

    Benjamin G. Cohrs (08.06.2004)”

9. Philharmonisches Konzert

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