8. PHIL. KONZERT | Lehrer, Komponist und Musiker: D’Indy
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Bild: Wikimedia Commons
Der Vater: Violinist. Der Onkel: Schüler von Cesar Franck. Die Großmutter: Pianistin. Bekannte: Gounod, Liszt und Wagner. Der Mensch: Paul Marie Thèodore Vincent d’ Indy. Die Zeit: 1851-1931.
Die Startbedingungen für den Musiker d’Indy hätten nicht besser aussehen können. Der Vater war ein Bewunderer italienischer Opern und Violinist. Dazu noch Gründer der caritativen Societè Saint Vincent de Paul. Sein Onkel Wilfried nahm Unterricht bei Cesar Franck. Nach dem Tod seiner Mutter wuchs Vincent d’Indy bei seiner Großmutter auf, in deren Salon unter anderem Künstler wie Rossini oder Gounod verkehrten. Über große Vorbilder konnte sich Vincent also wahrlich nicht beklagen. Vielleicht war dies auch mit ein Grund, warum der Komponist sich relativ spät für die Musik entschied.Denn für Vincent war Musik lange Zeit nur ein Schulfach. Erst, als er die Möglichkeiten des Orchesters erkannte, fing er Feuer. Am 27. September 1871 entscheidet sich d’Indy sehr bewußt für das Leben eines Künstlers – dies kann man seinem Tagebuch entnehmen. Da d’Indy jemand war, der zu seinen Entschlüssen stand, begann für ihn erst die eigentliche musikalische Ausbildung.Das Leben als Künstler konnte sich d’Indy als finanziell Unabhängiger auch durchaus leisten. Wobei er mit Disziplin und Organisationstalent ein sehr beeindruckendes Werk schuf. Wenn man sich noch vergegenwärtigt, dass d’Indy auch noch Dirigent war und ein ungeheures Werk von theoretischen Schriften hinterließ – die hierzulande noch weitestgehendst völlig unbekannt sind… Kurzum: D’Indy war ein Mensch voller Energie.Sein Leben lang setzte sich d’Indy für die Alte Musik ein, vergaß aber darüberhinaus nicht auch die damals moderne Musik zu fördern. So war d’Indy bei der Premiere des “Parsifal” anwesend und traf später auch Wagner in persona. Längere Reisen führten ihn durch ganz Europa. Bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs entstand ein Großteil seiner wichtigsten Werke. Darunter das auf dem Programm des 8. Philharmonischen Konzertes stehende dreisätzige Orchesterstück “Jour d’ete a la montagne” (Frühlingstag im Gebirge) op. 61, geschrieben im Jahr 1905.D’Indys Musik war in der Frühzeit seines Werkes von Meyerbeer und der Grand Opéra geprägt. Er begann dann als musikalischer Revolutionär und Gegner des eingefahrenen Musikbetriebs, doch im Verlauf seines Lebens wandelte sich diese rebellische Haltung – in Frankreich bildeten sich bald die Fronten des Debussyisten und der D’Indyisten heraus. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass d’Indy als Dirigent immer stets auch Werke aus der Gruppe um Debussy auf dem Programmplan hatte. So eng scheint also die “Feindschaft” nicht gewesen zu sein. Zugegeben: Gegen Schönberg und Varèse hat d’Indy schon gewettert. Diese “Verfallserscheinungen der modernen Musik” waren nichts für ihn.D’Indys Orchesterstück “Jour d’ete a la montagne” ist dementsprechend impressionistisch-klassizistisch gehalten. D’Indy wird als Meister der Instrumentation gerühmt. In den drei Sätzen des Werkes kommt seine Verbundenheit mit der Natur besonders zum Ausdruck – wobei dies bewußt keine “symphonische Dichtung” sein soll, für die Richard Strauss bekannt ist. Allerdings: Obwohl der Komponist den Begriff an sich immer vermied, kann man seine Orchesterwerke durchaus als solche auffassen – als symphonische Dichtungen. Ironischerweise hat gerade dieser mit seiner “Alpensymphonie” ebenfalls eine alpine Atmosphäre für das Orchester umgesetzt. Sicherlich hätte D’Indy Strauss als durchaus Gleichrangigen anerkannt. Auch vom Klang her.————8. Philharmonisches KonzertMi 11. / Do 12. März 2009, 20.00 UhrPhilharmonie Mercatorhalle Duisburg TicketsJonathan Darlington, DirigentKolja Blacher, ViolineVincent d’Indy „Jour d’été à la montagne“Ahmed Adnan Saygun Sinfonie Nr. 5 op. 70Béla Bartók Konzert für Violine und Orchester Nr. 2Einzelkarten: 8,00 / 13,00 / 16,00 / 21,00 / 25,00 / 30,00 €ermäßigt: 4,00 / 6,50 / 8,00 / 10,50 / 12,50 / 15,00 €






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