16. Februar, 2009

7. Philharmonische Konzert | Don Quixote

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Der Mann von La Mancha – Richard Strauss’ “Don Quixote”

Ritterromane, Ritterromane, Ritterromane – eine ganze Sammlung davon steht in der Bibliothek eines verarmten Landedelmanns in Spanien. Da dieser nichts Besseres zu tun hat als zu Lesen, beginnt er bald Traum gegen Wahn einzutauschen. Er besteigt einen alten, klapprigen Gaul, macht sich eine lächerliche Rüstung und bricht auf um Abenteuer zu erleben. Begleitet wird er von seinem Knappen und Nachbarn Sancho Pansa. Richard Strauss hat das literarische Vorbild von Cervantes in eine symphonische Dichtung umgesetzt, die beim 7.Philharmonischen Konzert zu hören sein wird. Weiter lesen

“Fantastische Variationen über ein Thema ritterlichen Charakters” – das ist der Untertitel des Werkes mit der Opuszahl 35. Allerdings “schummelt” Strauss hier etwas, denn schließlich sind es zwei Themen, die er hier behandelt. Der Komponist schreibt hier Programm-Musik – eine Musik, die also gewisse Themen hat, die etwas illustrieren möchte oder die eine Handlung erzählt. Wobei sich der Komponist etwas sträubte, hier wirklich ein Programm vorzuschreiben. Schon bei symphonischen Dichtung “Till Eulenspiegels lustige Streiche” wollte er lieber, dass sich der Hörer seine eigene Handlung vorstellt. Doch später hat Strauss für den “Don Quixote” dann doch noch einige erläuternde Worte geschrieben.So beginnt das Werk mit einer Einleitung, in der der Landedelmann sich in die Welt der Ritter, Zauberer, Hexen und Drachen hineinliest. Gleich darauf folgt in der ersten Variation der berühmte Kampf gegen die Windmühlenflügel, die Don Quixote für Riesen hält. Die zweite Variation schildert den Kampf gegen das Heer des Kaisers Alifanfaron – allerdings erkennt Sancho natürlich sofort, dass das Hammel sind, die da auf der Wiese weiden. Bei einer Prozession wird Quixote fürchterlich zusammengeschlagen – vierte Variation – anschließend träumt er während der Nachtwache von Dulzinea, seiner Angebeteten. In der dann folgenden sechsten Variation erfüllt sich der Traum dann, aber diesmal irrt sich Sancho Panso – die Dame, die er da auf dem Markt sieht ist nur eine gewöhnliche Bauersfrau. Danach geht es (vermeintlich) in die Luft – 7. Variation – um anschließend dann das Element Wasser zu erleben. Die achte Variation schildert eine Kahnfahrt, die zum Schluss havariert. Die schrecklichen Zauberer in der nächsten Variation dann sind eigentlich nur zwei arglose Mönche – die zehnte und letzte Variation schildert den Helden dann im Zweikampf mit dem Ritter vom blauen Mond – um zum Schluss der Dichtung dann zu sterben. Ob als Narr oder als Weiser – das kann sich der Zuhörer denken.

Von Christoph Müller-Girod

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