06. April, 2009

6. FAMILIENKONZERT | Der Mistkäfer


Edcucation TV #8 – Der Mistkäfer von Christoph Müller-Girod

Wenn aus Violinen Bienen werden, wenn Trompeten Frösche imitieren und vor allem wenn Stimmungen, Landschaften – und ein Gewächshaus! – durch die Musik dargestellt werden, dann – ja dann ist das Andreas N. Tarkmanns musikalisches Märchen “Der Mistkäfer”.
Natürlich ist die erste Assoziation die man hat wenn man “musikalisches Märchen für Kinder” hört “Peter und der Wolf”. Ein richtiger Klassiker und noch heute so beliebt wie vor 70 Jahren, denn so alt ist das Musikmärchen von Prokofjev schon. Aber immer nur Vogel, Ente und Katze – wie langweilig! Außerdem weiß man doch seit dem Film “Mikrokosmus” wie faszinierend eine Wiese sein kann. Vielleicht hat sich Andreas N. Tarkmann ja tatsächlich ein wenig davon inspirieren lassen während er in der Märchensammlung von Hans Christian Andersen blätterte.”Der Mistkäfer” ist eines der weniger bekannten Kunstmärchen des dänischen Poeten, bietet sich aber für eine Vertonung geradezu an: Neben Fröschen, Ameisen, Pferden, Regen, Gewittern – und dem Gewächshaus, eine Herausforderung für unser Orchester unter der Leitung von Martin Fratz – gibt es natürlich auch einen Kaiser und eine Prinzessin. Und allerhand Abenteuer, die der Mistkäfer auf seiner Reise erlebt.Fotos: Christoph Müller-GirodWie bei Prokfjev’s “Peter und der Wolf” hat Andreas N. Tarkmann Leitmotive für einzelne Instrumente geschrieben – so hat das Fagott in der Rolle des Mistkäfers etwas mehr zu tun als das “kaiserliche” Cello, die zierliche Prinzessin – Violine – oder die durch einen Wah-Wah-Dämper verfremdete Trompete. Tarkmanns Musik ist illustrierende Musik: Natürlich marschieren die Ameisen im Viervierteltakt, bei der Hochzeit wird gewalzert – nicht derb, nein, aber humorvoll und bodenständig durchaus. Da säuseln die Wellen, es braust die Strömung, Bienen surren hin und her – es macht Spaß dieser Musik zuzuhören.Während der Pausenprobe am Morgen gab uns Martin Fratz, der Dirigent des heutigen 6. Familienkonzerts im Rahmen der Reihe “Klasse!Klassik” einige Einblicke in das Werk – vor allem erklärte er wie man es schafft ein Gewächshaus musikalisch darzustellen:{play}http://www.dacapo-dp.de/content/Interview-Mistkaefer.mp3||#000000[BGCOLOR]|{/play}Interview: Christian SpließGenauso viel Spaß hatte Tillmann Courth beim Erzählen des Märchens. Der selbsterklärte musikalische Laie lernte beim Vorstellen der Instrumente wohl genau so viel wie das versammelte Publikum – so wissen wir jetzt, dass die ersten und die zweiten Streicher kein unterschiedliches Salär erhalten sondern einfafch nur die erste und die zweite Stimme spielen. Courth verstand es allein mit seiner Stimme zu faszinieren. Wobei die Dias im Hintergrund ihm das ein oder andere Mal doch die Schau stahlen, denn auf der großen Leinwand wurden Bilder von den Klassen 3a und 3d der GGS Böhmerstraße gezeigt.Am Ende der Reise rettet der Mistkäfer die Prinzessin und erhält einen Orden. Was natürlich viel mehr Wert war als ein Orden, dass war der Sonderapplaus für die eifrigen und fleißigen Maler und Malerinnen der GGS Böhmerstraße – und auch viel besser als die goldenen Hufeisen, die das Pferd des Kaisers als Belohnung für seine Dienste erhielt.

Von Christoph Müller-Girod

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