5.FAMILIENKONZERT | Magic Winds | Uraufführung

Es war ein magisches fünftes Familienkonzert – und das im dreifachem Sinne: Zuerst gab es einen Zauberer auf der Bühne, der mit seinen Tricks die Zuschauer verblüffte, dann waren die “Magic Winds” mit ihren Instrumenten anwesend und last but not least gab es eine wunderbare Uraufführung
Fotos: Christoph Müller-GirodDieses verflixte Flohpulver war schuld – wäre das nicht gewesen wäre Zauberer Miguele gar nicht beim fünften Familienkonzert erschienen. Denn eigentlich wollte er ja zu Harry Potter. So allerdings landete er mitten auf der Bühne bei den “Magic Winds”. Na wie gut, dass eine zauberhafte Fee erschien, die sich zu Anfang aber gleich mal beim himmlischen Bestelldienst beschweren musste: Ihr Zauberstab würde nicht funktionieren. Amüsiert verfolgten im Laufe des Konzerts kleine und große Zuschauer, dass der Zauberstab der Fee wohl irgendwie von den Weasleys ausgeliehen worden sein musste…Leider, leider, leider musste Harry Potter für dieses Konzert dann doch noch absagen – er war krank. Doch die “Magic Winds” beschworen mit der Filmsuite nach John Williams die magischen Momente der Leinwand und so konnte man das Fehlen des berühmten Zauberers leicht verkraften. Mit ein wenig Fantasie und geschlossenen Augen konnte man sogar ein wenig in die Lüfte steigen. Was für die Fee etwas zuviel war – so rasante Kurven auf dem Besen können auch schon mal etwas Übelkeit verursachen. Ein schöneres Lob konnte die Fee an die Musiker gar nicht verteilen… :-)Mit der Vorstellungskraft hantierte auch der Zauberer Miguele. Unsichtbare Schwarz-Weiß- und Farbstifte wurden da ins Publikum verteilt, eine Wasser-Ratte wurde von Schwertern durchbohrt – an dieser Stelle sei versichert, dass dem hypnotisiertem “Tier” nichts passierte – und so ganz nebenbei wurde Erwachsenen und Kindern eine Menge über die Instrumente und über das Besondere bei den “Magic Winds” erzählt. Ein Saxophon wird man so schnell nicht im Symphonieorchester finden, der Klang der “Magic Winds” und die Anordnung der Instrumente auf der Bühne sind schon etwas sehr Besonderes.Doch magisch können nicht nur Feen und Zauberer sein – nein – magisch ist auch die Suite von Johan de Meijn zu “Der Wind in den Weiden”. Das klassische englische Kinderbuch sollte man entweder selber lesen oder sich von Harry Rowohlt auf CD vorlesen lassen. Denn die Charaktere des Maulwurfes, der Wasserratte und des Kröterichs hatte Johan de Meijn in einer farbenfrohen und frischen Suite für Blasorchester in Töne gefasst. Eifrig wurde da geraten, welches Tier das jeweilige Stück verkörpern würde. Die Warnung, dass bei den Schlagzeugern schon mal etliche Teile herunterfallen würden bestätigte sich vor der Pause – denn als Johan de Meijn schildert wie der Kröterich einen Autounfall baut, waren die Musiker doch etwas übermütig… Natürlich flogen die Becken nur dorthin, wo nichts passieren konnte, dennoch konnte man sich ein leichtes Zusammenzucken nicht verkneifen.Magic Winds – Teaser von Christoph Müller-GirodFür Dacapo hatten die hervorragenden Musiker der “Magic Winds” ja schon freundlicherweise einen Ausschnitt aus dem Werk von Timo Kraas aufgenommen. In “Die Traummaschine” bauen zwei Wissenschaftler eine Maschine, die Träume wahr werden lässt. Hätte der dusselige Assistent nicht diesen Hebel berührt – dann – ja dann wären die aufregenden Abenteuer der Beiden nie zustande gekommen. Hexen, Kerker und Gespenster müssen die Helden überstehen. Zum Schluss stellt sich die Frage: War das ganze nun nur ein Traum? Timo Kraas ist eine hinreißende, charmante und gekonnte Komposition gelungen. Die turbulente Marktplatz-Szene – aus der man den Schmied und die kleine Flöte der Marketenderin heraushören konnte – die Szene, in der der Professor an die wunderschöne Prinzessin denkt oder die Reminiszenz an mittelalterliche Tanzstücke – alles das passte zur erzählten Geschichte. Mit den passenden Illustrationen, die ihm Hintergrund auf die Leinwand gebeamt wurden, konnte man sich tatsächlich in eine mittelalterliche Traumwelt versetzt fühlen.Timo Kraas, der beim Familienkonzert persönlich anwesend war, und die “Magic Winds” wurden vom Publikum enthusiastisch gefeiert. Und natürlich ließ man die Musiker nicht ohne eine Zugabe aus der Suite zu “Harry Potter” von der Bühne. Wahrlich: Das waren magische Momente an diesem Sonntag im Theater Duisburg…






Weitersagen