5. Phil. Konzert | Diashow
INFO-BOX: Marcus R. Bosch, Antonio Meneses, 5. Phil. Konzert
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Die Freunde der Duisburger Philharmonie erlebten heute in der ausverkauften Mercartorhalle ein philharmonisches Konzert der Superlative. Von der ersten Sekunde gefesselt durch Antonio Meneses meisterhafte und einfühlsame Interpretation von Joseph Haydns Konzert für Violincello und Orchester bis zum dramatischen und aufbrausenden Finale eines Dimitri Schostakowitsch blieben keine Erwartungen unerfüllt. Ein geniale Symbiose zwischen den Duisburger Philharmonikern und Dirigent Marcus R. Bosch, welche Morgen um 20:00 Uhr erneut zum Leben erweckt wird.Zur Diashow…
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09:56 Uhr
Noch ganz erfüllt bin ich von dem gestrigen Konzertabend in der neuen, sehr gut besuchten Mercatorhalle in Duisburg, dem ich gestern beiwohnen durfte. Es gibt, wie sich angesichts der enormen Qualität der musikalischen Darbietungen vollauf zeigte, einen guten Grund, sehr dankbar zu sein.
Wenn die Live-Interpretation musikalischer Werke (diesmal Haydn und Schostakowitsch) so restlos überzeugend ist wie hier, weiß man wieder die Vorzüge von Live-Konzerten gegenüber noch so guten CD- und Schallplatteneinspielungen zu schätzen. Beide Werke (das Konzert für Cello und Orchester Nr.1 von Joseph Haydn + die 10. Symphonie von Dmitrij Schostakowitsch) habe ich noch nie vorher in einem Live-Konzert gehört. Besonders das Cello-Konzert kenne ich schon seit langem und es ist mir sehr vertraut. Irgendwann ist trotz sehr schwer fallender Wahl (in Anbetracht so vieler herausragender Cellistinnen und Cellisten) die frühe Deutsche Grammophonaufnahme des damals noch sehr jungen Matt Haimovitz wegen der Frische seines Spiels meine persönliche Referenzaufnahme geworden. Und doch! Wie und in welch fein abgestimmtem Einvernehmen die Duisburger Philharmoniker unter ihrem Gastdirigenten Marcus R. Bosch mit dem nuancenreich und wie mühelos spielenden brasilianischen Meistercellisten Antonio Meneses das Werk angingen, ließ alle noch so erlesenen Tonkonserven und meine Erinnerung daran vollends in den Hintergrund treten. Jetzt zählte nur der Augenblick, das Jetzt der vollauf gelungenen, in dieser Form nie wiederholbaren Aufführung. Das galt übrigens genauso für die Zugabe des vom Publikum gefeierten Cellisten (die Sarabande der 1. Cello-Suite von J. S. Bach) wie für die nach der Pause erfolgende, insgesamt und in all ihren Facetten großartige Aufführung von Schostakowitschs 10. Symphonie. Der persönliche Durchbruch zur Musik dieses zeitgenössischen Russen erfolgte bei mir seinerzeit über den Musikunterricht meines Essener Gymnasiums. So um 1960 herum stellte uns unser Musiklehrer Ellinghaus mit Hilfe einer Schallplatte die 9. Symphonie von Dmitrij Schostakowitsch nachhaltig vor; insbesondere das Scherzo packte mich damals dermaßen, dass ich fortan die Musik dieses Komponisten bis heute nie mehr ganz aus dem Auge ließ. Die 10. Symphonie nun war eine jener Symphonien, deren Anhören ich bisher immer ausgespart hatte. So als wollte (oder sollte?)ich sie mir für den gestrigen Duisburger Abend aufheben. Als ich vor Wochen die Konzertkarten für gestern in Händen hielt, habe ich mir daraufhin schon einmal drei Interpretationen dieses Werkes auf CDs vorweg angehört, durchgängig mit namhaften Dirigenten, und zwar mit Karel Ancerl, Bernard Haitink und Gennadij Roshdestwenskij. Merkwürdigerweise zündete die älteste dieser drei Aufnahmen bei mir am entschiedensten, nämlich die von Karel Ancerl (100 Jahre wäre er in diesem Jahr alt geworden) und dem Tschechischen Philharmonischen Orchester aus dem Jahre 1956. Und ich war nach dem Dreier-Vergleich sehr gespannt, wie insbesondere der 2. Satz des Werkes bei den Duisburgern sich wohl anhören würde. Und jetzt lässt sich sagen, dass sich die Duisburger Darbietung (einmal abgesehen von dem ohnehin vorhandenen Präsenzvorteil) in nichts hinter den namhaften älteren Darbietungen verstecken muss. Ganz im Gegenteil!
Der Maßstab hat sich jetzt für mich umgekehrt. Ich werde das Werk wieder und wieder auf CD hören und es noch genauer studieren und alles nun an dem unvergessbaren Duisburger Eindruck messen können.
Konzertbesuche dieser Art sollte man nicht versäumen.
Angesichts solcher großartigen Leistungen habe ich volles Verständnis für die auf Handzetteln vor dem Konzert ausgedrückte Sorge der Orchestermusiker, dass die “Abkopplung der Orchester vom öffentlichen Dienst”, die zu verhindern sei, das seit 1992 schon im Gang befindliche Orchestersterben weiter begünstigen könne.
Solche Qualität darf nicht sterben. Konzerte einer solchen Qualität müssen deswegen von möglichst vielen Bürgern genutzt werden. Gerade auch junge Leute sollten noch mehr als bisher ihre Schwellenangst und ihre oft falschen vorurteilsvollen Vorstellungen von solchen Konzerten überwinden. Wir älteren sollten ihnen dabei helfen.
Solch ein Konzert wie z. B. das gestrige würde fast jede(n) überzeugen. Man müsste nur dabei gewesen sein.
11:10 Uhr
Sehr geehrter Herr Landsberg,
…
Sie sehen mich sprachlos! Besser hätte ich diesen Abend nicht annähernd in Worte fassen können!
Vielen Dank für Ihren Kommentar! Ich habe dazu sogleich eine Bitte: Wir würden ihn sehr gerne im dacapo-Blog veröffentlichen und uns sehr freuen, wenn Sie uns die Erlaubnis dazu geben würden. Sollten Sie mir noch ein Foto und einige Informationen von sich schicken, würde ich Ihren Beitrag damit ergänzen.
Bitte schicken sie es direkt an mich: contact(at)franktentler.com
Wie gesagt: Wir würden uns sehr darüber freuen!
Bitte sagen Sie mir doch auch Bescheid, wenn Sie uns das nächste Mal einen Besuch abstatten. Ich würde mich sehr freuen, Sie auch persönlich kennenzulernen.
Mit freudlichen Grüßen,
Frank Tentler