21. November, 2008

5. Phil. Konzert- Das Portrait des Diktators

INFO-BOX: Antonio Meneses und 5. Philharmonisches Konzert
| Beiträge | Fotos | Filme |

Antonio Meneses ist der Solist des fünften Philharmonischen Konzerts am Mittwoch 26. und Donnerstag 27. November um 20 Uhr in der Philharmonie Mercatorhalle Duisburg im CityPalais.
Der große brasilianische Cellist Antonio Meneses ist bereits seit dieser Woche in Duisburg. Im Rahmen der renommierten Duisburger Masterclass gab er seine reiche Erfahrung in einem Workshop an den studentischen Nachwuchs weiter. Die dort erarbeiteten Werke werden beim Abschlusskonzert am kommenden Sonntag um 11 Uhr im Foyer des Theaters Duisburg präsentiert – eine gute Gelegenheit, den bedeutenden Musiker und Pädagogen schon vorab kennen zu lernen.

Für sein Gastspiel bei den Duisburger Philharmonikern hat sich Antonio Meneses ein historisch interessantes Fundstück ausgesucht: Joseph Haydns Cellokonzert C-Dur Hob. VIIb:5 steht  inzwischen nur noch mit einem großen Fragezeichen im Werkkatalog des Meisters; die Echtheit des erst im 19. Jahrhundert aufgefundenen und publizierten Stückes gilt als umstritten. Nicht so sein klassischer Geist und seine musikalische Attraktivität – Grund genug, es wieder einmal zu spielen und zu hören.
Der 1. Preis beim Münchner ARD-Wettbewerb und die Goldmedaille des Tschaikowsky-Wettbewerbs in Moskau ebneten Antonio Meneses den Weg zu seiner internationalen Karriere. Nachhaltig gefördert wurde der junge Musiker durch Herbert von Karajan, der mit ihm und den Berliner Philharmonikern Richard Strauss’ „Don Quixote“ und Johannes Brahms’ Doppelkonzert aufnahm – letzteres an der Seite von Anne-Sophie Mutter.

Antonio Meneses’ Partner am Dirigentenpult ist der junge und bereits äußerst erfolgreiche Aachener Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch . Er stellt dem leichtgewichtigen Haydn-Konzert mit Dmitri Schostakowitschs zehnter Sinfonie ein echtes Schwergewicht des modernen Orchesterrepertoires zur Seite. Seit dem Ende des zweiten Weltkriegs hatte Schostakowitsch keine Sinfonie mehr in Angriff genommen; erst der Tod Josef Stalins im März 1953 löste ihm die Feder. Schostakowitsch rechnet in diesem monumentalen Werk mit einer ganzen Epoche ab, und zugleich auch mit ihrem wichtigsten Repräsentanten: Im zweiten Satz der Sinfonie hat der Komponist laut eigener Aussage ein Portrait Josef Stalins gezeichnet. Tatsächlich kann man diese nachtschwarze, von destruktiven Energien durchwühlte Musik auch nach mehr als fünfzig Jahren nicht ohne eine gewisse Beklemmung hören.

duisburger philharmoniker antonio meneses philkon5

Von Christoph Müller-Girod
Allgemein

Kommentare

Nächstes Konzert

powered byRheinschafe

Sponsoren