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	<title>Kommentare zu: 4. Philharmonisches Konzert &#124; Das Henze-Projekt: Neue Musik für eine Metropole</title>
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	<description>Das Weblog der Duisburger Philharmoniker Information, Musik, Videos und Inhalte mit Leidenschaft.</description>
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		<title>Von: Günter Landsberger</title>
		<link>http://www.dacapo-dp.de/allgemein/4-philharmonische-konzert-das-henze-projekt-neue-musik-fur-eine-metropole-1204.html#comment-574</link>
		<dc:creator>Günter Landsberger</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 11:19:58 +0000</pubDate>
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		<description>Vielen Dank für den Hinweis.
Daraufhin habe ich gleich ein bisschen im Band &quot;Busoni / Briefe an seine Frau&quot;, Hrsg. von Friedrich Schnapp, Erlenbach-Zürich/Leipzig 1935 herumgestöbert und dabei u. a. Folgendes gefunden:
Auf S.141 einen von Busonis &quot;Aphorismen über Clavierspiel&quot;:
Die eingeschaltete Cadenz klinge wie eine Parenthese - nach der man denselben Ton, den man verlassen hat, wieder aufnimmt ...&quot;
(Wien, am 21.10.1907)
Und im Register auf Seite 392 heißt es über Brahms:
&quot;Er trat sehr für den Komponisten Busoni ein und äußerte:
&quot;Was Schumann für mich getan hat, will ich für Busoni tun.&quot;&quot;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen Dank für den Hinweis.<br />
Daraufhin habe ich gleich ein bisschen im Band &#8220;Busoni / Briefe an seine Frau&#8221;, Hrsg. von Friedrich Schnapp, Erlenbach-Zürich/Leipzig 1935 herumgestöbert und dabei u. a. Folgendes gefunden:<br />
Auf S.141 einen von Busonis &#8220;Aphorismen über Clavierspiel&#8221;:<br />
Die eingeschaltete Cadenz klinge wie eine Parenthese &#8211; nach der man denselben Ton, den man verlassen hat, wieder aufnimmt &#8230;&#8221;<br />
(Wien, am 21.10.1907)<br />
Und im Register auf Seite 392 heißt es über Brahms:<br />
&#8220;Er trat sehr für den Komponisten Busoni ein und äußerte:<br />
&#8220;Was Schumann für mich getan hat, will ich für Busoni tun.&#8221;"</p>
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		<title>Von: Friedmann Dreßler</title>
		<link>http://www.dacapo-dp.de/allgemein/4-philharmonische-konzert-das-henze-projekt-neue-musik-fur-eine-metropole-1204.html#comment-573</link>
		<dc:creator>Friedmann Dreßler</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 00:39:50 +0000</pubDate>
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		<description>Die Kadenz im Brahmskonzert stammt von Busoni und wird sehr selten gespielt, daher auch kaum bekannt. Für uns eine willkommene Abwechslung!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kadenz im Brahmskonzert stammt von Busoni und wird sehr selten gespielt, daher auch kaum bekannt. Für uns eine willkommene Abwechslung!</p>
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		<title>Von: Günter Landsberger</title>
		<link>http://www.dacapo-dp.de/allgemein/4-philharmonische-konzert-das-henze-projekt-neue-musik-fur-eine-metropole-1204.html#comment-571</link>
		<dc:creator>Günter Landsberger</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 13:39:06 +0000</pubDate>
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		<description>Sollte man sich als Hörer auf ein Konzert und die in ihm gespielten Werke ein wenig vorbereiten? 
Wenn man das  w i l l , denn schaden kann&#039;s ja meistens nicht, eher helfen: natürlich ja. 
(Und dankenswerterweise stehen ja auch, immer höchst zuverlässig, die ausführlichen Programme der Duisburger Philharmoniker zeitgerecht vor den jeweiligen Aufführungen im Netz: Eine nicht hoch genug zu schätzende Freundlichkeit!) 
Ich hab aber gestern nicht gewollt. Ich wollte (wenn auch mit unleugbarer Vorfreude) möglichst unvoreingenommen mir alles am Abend selbst der Reihe nach anhören; mit all dem, was ich vielleicht schon weiß oder nur zu wissen glaube; wollte mit möglichst wachen Sinnen mich ganz auf dieses Konzert einlassen. Auch mir zur Verfügung stehende CDs, Aufnahmen der programmatisch ausgewählten, mir entweder sehr bekannten (Brahms+Mendelssohn) bzw. nicht ganz unbekannten Werke (Henze), habe ich mir  vorher ganz bewusst nicht mehr eigens angehört. 
Und so trat ich ein in den Klangraum der - zu Unrecht - deutlich seltener als die 3. oder 4. aufgeführten 5. Mendelssohn-Symphonie, bangte anfangs kurz wegen flüchtig drohender Intonationsschwierigkeiten bei den ersten  Bläsertönen, begegnete dann aber einer mustergültigen Gesamtinterpretation, bei der ich den Eindruck hatte, dass dieses Werk gleichsam direkt aus dem Geist des Komponisten heraus gespielt worden sei, als wäre es gestern hier erstaufgeführt und gleich beim ersten Mal zur gültigen Aufführung gebracht worden. (Teile des ersten Satzes hörte ich übrigens auf einmal als Vorwegnahme des „Engelskonzertes“ der Hindemith-Symphonie „Mathis der Maler“. - Das wäre ja toll: Hindemith musste in der Nazizeit seine Oper „Mathis der Maler“ absetzen, schrieb daraufhin die gleichnamige Symphonie und würde so mit dem Zitat Mendelssohns in seiner Symphonie ein bewusstes Zeichen gegen die Nazis noch zusätzlich setzen.) Wie Herr Spließ habe auch ich bemerkt, dass die „Marseillaise der Reformation“, wie das Luthersche Reformationslied manchmal genannt wird, nicht pompös mit vollem Orchester, nicht mit Pauken und Trompeten dahergekommen ist, sondern dass es zart und doch bestimmt, höchstehrwürdig, mit Flötentönen eingesetzt hat. Da fand ich mich doch wieder, auch als Protestant. 
Bei H. W. Henze, dessen 7. Symphonie mich erst vor Jahren, aber dann maßgeblich, von der hohen Qualität seines kompositorischen  Schaffens überzeugt hat, konnte ich mich weiter als Hörer erproben, inwieweit nämlich ich mich gegenwärtig schon wirklich als einen Z e i t genossen der großen Musik des 20. und 21. Jahrhunderts betrachten kann und darf. Als ich 22 war und „Die Bassariden“ als Oper uraufgeführt wurden, war ich nämlich keineswegs so weit, auch wenn mir die Klassiker der Moderne aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts damals durchaus schon etwas bedeutet haben. Immerhin: Dass es Henze als Komponisten gab und dass Werke von ihm aufgeführt wurden, habe ich schon damals verfolgt, auch wenn mir erst mit der Schallplattenaufnahme seiner „Tristan“-Komposition endlich eines seiner Werke akustisch bewusst und interessant geworden ist.
Wie lange braucht es doch, bis man in seiner eigenen Gegenwart ankommt? Musikalisch hängt man meistens etwas hinterher. Aber ich habe nie lockergelassen. Die Abstände bis hin zur Gleichzeitigkeit zu den Gegenwartskompositionen wurden für mich beständig geringer. Die Geduld hat sich gelohnt und lohnt sich weiter, auch wenn wohl stets ein Rest an Fremdheit bleibt. Aber genau dies ist auch wichtig: Selbst die „alten“ Werke, die wir zu kennen glauben, verdienen diesen fremden Blick. Und den Aufführungen auch der alten Werke kam und kommt dies durch die Ab-und-an-Interpreten neuerer Musik zugute: Davon leg(t)en nicht nur die Aufnahmen von Michael Gielen, Pollini, Aimard, dem Alban-Berg- und dem Lasalle-Quartett Zeugnis ab. Routine ist der Tod der Kunst.
Auf das Violinkonzert von Brahms als dem letzten Programmpunkt war ich auch gespannt. Über eine Schallplatte hatte seinerzeit Henryk Szeryng (unter dem Dirigat von Jacques Thibaut) mir das Violinkonzert Beethovens nahegebracht; und auch beim Violinkonzert von Brahms war das kurz danach der Fall; wieder Szeryng, diesmal unter dem Dirigat von Pierre Monteux. Wie würde das Isabelle Faust spielen? Würde sie die früheren großen Aufnahmen von Heifetz, Oistrach, Ida Haendel und die heutige Konkurrenz von sagen wir Frank Peter Zimmermann und Hilary Hahn vergessen machen? Oder doch zumindest mithalten können? - Ein sehr positives Vorurteil hatte ich ohnehin in diesen Konzertabend mithineingebracht. Ich habe mir nämlich vor Monaten die mich restlos begeisternden neuen CD-Aufnahmen der Violinsonaten Ludwig van Beethovens mit Isabelle Faust angehört. Ich war hin und weg. Und ich dachte doch zuvor, über ein ganzes Jahrzehnt hin, ich hätte in dem Paar Zukerman/Neikrug meine absoluten Favoriten für die Beethovenschen Violinsonaten bereits gefunden. Nun habe ich plötzlich eine durchaus ebenbürtige, wenn auch völlig andere Aufnahme.
Nach gutem, vielleicht noch etwas verhaltenem Beginn hat Isabelle Faust gestern sehr gut hineingefunden ins Brahmssche Violinkonzert, bis es schließlich ganz zu dem Ihren wurde. - Nur eine Bemerkung noch. Den Dialog zwischen Violine und Pauke z. B. habe ich im Kadenzbereich des ersten Satzes so noch nicht gehört. Ob das eine freie Ausweitung der Kadenz gewesen ist, die  deswegen sonst in dieser Form nicht vorkommt? Oder tritt dies sonst nie so deutlich zutage? Habe ich es bisher nur stets überhört? Es war ja auch das erste Mal, dass ich diese drei Werke live und nicht mehr bloß allein von Rundfunk, Schallplatten oder CDs her kennengelernt habe.
Auf alle Fälle hat mich das ganze Konzert in allen seinen Teilen begeistert: Mendelssohn hat mich geradezu entzückt, Henze - von zart bis hart und klangräumig - gewaltig beeindruckt und Brahms - ganz schlicht! - sehr erfreut.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sollte man sich als Hörer auf ein Konzert und die in ihm gespielten Werke ein wenig vorbereiten?<br />
Wenn man das  w i l l , denn schaden kann&#8217;s ja meistens nicht, eher helfen: natürlich ja.<br />
(Und dankenswerterweise stehen ja auch, immer höchst zuverlässig, die ausführlichen Programme der Duisburger Philharmoniker zeitgerecht vor den jeweiligen Aufführungen im Netz: Eine nicht hoch genug zu schätzende Freundlichkeit!)<br />
Ich hab aber gestern nicht gewollt. Ich wollte (wenn auch mit unleugbarer Vorfreude) möglichst unvoreingenommen mir alles am Abend selbst der Reihe nach anhören; mit all dem, was ich vielleicht schon weiß oder nur zu wissen glaube; wollte mit möglichst wachen Sinnen mich ganz auf dieses Konzert einlassen. Auch mir zur Verfügung stehende CDs, Aufnahmen der programmatisch ausgewählten, mir entweder sehr bekannten (Brahms+Mendelssohn) bzw. nicht ganz unbekannten Werke (Henze), habe ich mir  vorher ganz bewusst nicht mehr eigens angehört.<br />
Und so trat ich ein in den Klangraum der &#8211; zu Unrecht &#8211; deutlich seltener als die 3. oder 4. aufgeführten 5. Mendelssohn-Symphonie, bangte anfangs kurz wegen flüchtig drohender Intonationsschwierigkeiten bei den ersten  Bläsertönen, begegnete dann aber einer mustergültigen Gesamtinterpretation, bei der ich den Eindruck hatte, dass dieses Werk gleichsam direkt aus dem Geist des Komponisten heraus gespielt worden sei, als wäre es gestern hier erstaufgeführt und gleich beim ersten Mal zur gültigen Aufführung gebracht worden. (Teile des ersten Satzes hörte ich übrigens auf einmal als Vorwegnahme des „Engelskonzertes“ der Hindemith-Symphonie „Mathis der Maler“. &#8211; Das wäre ja toll: Hindemith musste in der Nazizeit seine Oper „Mathis der Maler“ absetzen, schrieb daraufhin die gleichnamige Symphonie und würde so mit dem Zitat Mendelssohns in seiner Symphonie ein bewusstes Zeichen gegen die Nazis noch zusätzlich setzen.) Wie Herr Spließ habe auch ich bemerkt, dass die „Marseillaise der Reformation“, wie das Luthersche Reformationslied manchmal genannt wird, nicht pompös mit vollem Orchester, nicht mit Pauken und Trompeten dahergekommen ist, sondern dass es zart und doch bestimmt, höchstehrwürdig, mit Flötentönen eingesetzt hat. Da fand ich mich doch wieder, auch als Protestant.<br />
Bei H. W. Henze, dessen 7. Symphonie mich erst vor Jahren, aber dann maßgeblich, von der hohen Qualität seines kompositorischen  Schaffens überzeugt hat, konnte ich mich weiter als Hörer erproben, inwieweit nämlich ich mich gegenwärtig schon wirklich als einen Z e i t genossen der großen Musik des 20. und 21. Jahrhunderts betrachten kann und darf. Als ich 22 war und „Die Bassariden“ als Oper uraufgeführt wurden, war ich nämlich keineswegs so weit, auch wenn mir die Klassiker der Moderne aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts damals durchaus schon etwas bedeutet haben. Immerhin: Dass es Henze als Komponisten gab und dass Werke von ihm aufgeführt wurden, habe ich schon damals verfolgt, auch wenn mir erst mit der Schallplattenaufnahme seiner „Tristan“-Komposition endlich eines seiner Werke akustisch bewusst und interessant geworden ist.<br />
Wie lange braucht es doch, bis man in seiner eigenen Gegenwart ankommt? Musikalisch hängt man meistens etwas hinterher. Aber ich habe nie lockergelassen. Die Abstände bis hin zur Gleichzeitigkeit zu den Gegenwartskompositionen wurden für mich beständig geringer. Die Geduld hat sich gelohnt und lohnt sich weiter, auch wenn wohl stets ein Rest an Fremdheit bleibt. Aber genau dies ist auch wichtig: Selbst die „alten“ Werke, die wir zu kennen glauben, verdienen diesen fremden Blick. Und den Aufführungen auch der alten Werke kam und kommt dies durch die Ab-und-an-Interpreten neuerer Musik zugute: Davon leg(t)en nicht nur die Aufnahmen von Michael Gielen, Pollini, Aimard, dem Alban-Berg- und dem Lasalle-Quartett Zeugnis ab. Routine ist der Tod der Kunst.<br />
Auf das Violinkonzert von Brahms als dem letzten Programmpunkt war ich auch gespannt. Über eine Schallplatte hatte seinerzeit Henryk Szeryng (unter dem Dirigat von Jacques Thibaut) mir das Violinkonzert Beethovens nahegebracht; und auch beim Violinkonzert von Brahms war das kurz danach der Fall; wieder Szeryng, diesmal unter dem Dirigat von Pierre Monteux. Wie würde das Isabelle Faust spielen? Würde sie die früheren großen Aufnahmen von Heifetz, Oistrach, Ida Haendel und die heutige Konkurrenz von sagen wir Frank Peter Zimmermann und Hilary Hahn vergessen machen? Oder doch zumindest mithalten können? &#8211; Ein sehr positives Vorurteil hatte ich ohnehin in diesen Konzertabend mithineingebracht. Ich habe mir nämlich vor Monaten die mich restlos begeisternden neuen CD-Aufnahmen der Violinsonaten Ludwig van Beethovens mit Isabelle Faust angehört. Ich war hin und weg. Und ich dachte doch zuvor, über ein ganzes Jahrzehnt hin, ich hätte in dem Paar Zukerman/Neikrug meine absoluten Favoriten für die Beethovenschen Violinsonaten bereits gefunden. Nun habe ich plötzlich eine durchaus ebenbürtige, wenn auch völlig andere Aufnahme.<br />
Nach gutem, vielleicht noch etwas verhaltenem Beginn hat Isabelle Faust gestern sehr gut hineingefunden ins Brahmssche Violinkonzert, bis es schließlich ganz zu dem Ihren wurde. &#8211; Nur eine Bemerkung noch. Den Dialog zwischen Violine und Pauke z. B. habe ich im Kadenzbereich des ersten Satzes so noch nicht gehört. Ob das eine freie Ausweitung der Kadenz gewesen ist, die  deswegen sonst in dieser Form nicht vorkommt? Oder tritt dies sonst nie so deutlich zutage? Habe ich es bisher nur stets überhört? Es war ja auch das erste Mal, dass ich diese drei Werke live und nicht mehr bloß allein von Rundfunk, Schallplatten oder CDs her kennengelernt habe.<br />
Auf alle Fälle hat mich das ganze Konzert in allen seinen Teilen begeistert: Mendelssohn hat mich geradezu entzückt, Henze &#8211; von zart bis hart und klangräumig &#8211; gewaltig beeindruckt und Brahms &#8211; ganz schlicht! &#8211; sehr erfreut.</p>
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