4. Familienkonzert | DUISBURG HAT DIE SUPERSTARS
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Wenn Benny Martell mit Norah Jones vom Orient zum Okzident reist
Freitag der 13. – eigentlich kein Datum an dem man gerne auf der Bühne steht. Doch die begabtesten Musiker der Niederrheinischen Musik- und Kunstschule hatten sich als ganz persönlichen Glücksbringer Benny Martell auf die Bühne geholt. Da konnte einfach nichts mehr schiefgehen. Trotz des Datums. Weiter zum Video
Fotos:Christoph Müller-Girod“Duisburg hat die Superstars” war das Motto des Familienkonzerts. Ein abwechslungsreiches und spannendes Programm hatten Richard Reddemann und Christian Schotenröhr, die sich die musikalische Leitung teilten, zusammengestellt. Eröffnet wurde es mit dem ersten Abschnitt aus Richard Strauss’ “Also sprach Zarathustra”. Der Sonnenaufgang ist durch den Film “2001″ bekannt geworden und war der fulminanter Auftakt des Unterhaltungsorchesters der NMKS. Das dann nochmal etwas später im Programm sein Können unter Beweis stellen konnte: Zwei Sätze aus der “New Baroque Suite”, in der Komponist Ted Huggens gekonnt barocke Themen mit Jazz-Elementen verband. Wußte der erste Satz durch die Solo-Tuba zu beeindrucken, bot die “Fugue” ein offenbar von Händel inspiriertes Thema, das streng nach barocken Gesetzmäßigkeiten durchexerziert wurde – aber natürlich mit einem Schuss Humor, denn unvermittelt schlägt das Stück dann in den Jazz um. Ebenfalls zu gefallen wußte das wunderschöne Arrangement des Jesse Harris Songs “Don’t know why”, bekanntgeworden durch Norah Jones. Gekrönt wurde der Song durch Vanessa Hildebrand. Normalerweise wird sie eher von ihrer Band oder einem Klavier begleitet – vor einem großen Orchester zu stehen sei aber, so versicherte sie, etwas ganz Besonderes.Die erste Hälfte des Programms dominierte das Stück “Metropolis” von der Band “Dream Theater” – reichlich ungewöhnliche Kost, die das Publikum zu hören bekam. Denn der Solist Hanno Kersten saß ganz allein im Rampenlicht. Das Stück ist mit seinen knapp 10 Minuten Länge sehr einfallsreich – viele Tempiwechsel, komplizierte Rhythmen für den Drummer – all das meisterte Hanno Kersten mit Bravour und Engagement.Beim Stichwort E-Gitarren hat man eher den Rock im Ohr. Doch “El Nino” von Steve Erquiaga ist Jazz reinsten Wassers. Simon Henkel und Michael Neugebauer sorgten für einen der ruhigeren Programmpunkte in der ersten Hälfte des Familienkonzerts. Dabei konnte Moderator Jörg Lengersdorf, bekannt von der WDR3-Sendung “TonArt”, herausbekommen dass bei der klassischen Gitarre mehr mit den Fingern gezupft wird als bei der elektrischen Variante.”Mit leidenschaftlichem Ausdruck” – so ist der erste Satz der “Sonate für Klavier und Violine a-moll”, op. 105 von Robert Schumann überschrieben. Anna Schrötenröhr an der Violine gelang es einen einfühlsamen, fein den Melodien nachsinnenden Schumann darzubringen. Virtuos begleitet von Johannes Camp am Klavier.Falls jemand meint, dass Blockflöten reiner “Kinderkram” seien – der Auftritt von Alina Pontempa, Leonie Potempa, Sonja Bader und Christina Roth nahm diesen Vorbehalten die Gründe. Denn schließlich war die Sub-Baßflöte erstens deutlich größer als die Flötistin und hatte zweitens sogar einen eigenen Ständer. Cesario Gussagos Sonata “La Fontana” ahmte in den verschiedenen Stimmen das Fallen und Steigen von Wasser nach – von den hohen bis in die tieferen Lagen. Björn Hagvalls “Tango För Fyra” bestach durch exakte Rhythmen und überraschende Harmonien.Mit 11 Jahren einer der jüngsten Interpreten auf der Bühne: Hornist Matthias Schadt. Er brachte zwei Stücke zu Gehör, die einerseits desöfteren sehr romantisch anmuteten und dann das Instrument zum Strahlen brachten. Ein Tipp für angehende Hornisten: Wenn man in jungen Jahren die Autohupen nachahmt hat man schon die beste Übung für die Anspannung, die man für die Tonerzeugung des Instruments braucht.Seit 2007 ist Phuong Nhi Nguyen in Duisburg, seit dem vierten Lebenjahr spielt sie Klavier und ihre Finger perlten über die Tastatur des Flügels bei Chopins “Fantasie-Impromptu” op. 66. Sowohl die rascheren, stürmischen Stellen zu Beginn als auch das sangliche Thema, das später nochmal in der Linken wiederkehrt, waren berauschend schön. Übrigens unterscheidet sich der Klavierunterricht in Vietnam nicht sonderlich von dem in Deutschland verriet die zierliche Interpretin.Die erste Weltpremiere an diesem Abend wurde von Gökan Kimverdi auf die Bühne gebracht. Die Baglama ist “die türkische Gitarre”, wie Moderator Jörg Lengsdorf dem Publikum entlockte. Das Instrument, dass an eine Gitarre erinnert aber eher wie eine Laute klingt, beherrschte Kimverdi perfekt – seine Eigenkomposition “Unerfüllter Traum” brachte einerseits viele Anklänge an die traditionelle türkische Folklore, dann aber wiederum rasten seine Finger über die Saiten als würde er ein Solo eines Heavy-Metal-Stückes spielen. Interessant zu erfahren, dass die Spieltechnik der Baglama sich immer noch in Bewegung befindet. Früher hätte man das Instrument eher wie eine Gitarre gespielt.
Marc Baxmann und Benny MartellTears in your Eyes from Duisburger Philharmoniker by Christoph Müller-GirodDas erste Zusammentreffen von Marc Baxmann und Benny Martell war eher von einer gewissen Skepsis geprägt: Auf der einen Seite der Rocksänger Baxmann, auf der anderen Seite der durch “Deutschland sucht den Superstar” bekannt gewordende Martell, der bei der NMKS jetzt als Popgesangslehrer tätig ist. Doch nach einigem Probieren verstand man sich gut. So gut sogar, dass man gemeinsam einen Song schrieb. Eine gefühlvolle Popballade: “Tears in your eyes” – eine Weltpremiere für beide Komponisten. Benny Martell begleitet am Klavier, Marc Baxmann sang sich die Seele aus dem Leib – und stürmischer Applaus folgte. Könnte es sein, dass wir da demnächst eine neue Single im Plattenladen der Wahl stehen haben werden? Zu wünschen wäre es jedenfalls.Wer auf dem Friedensfestival in Beirut aufgetreten ist und politischen Hip-Hop macht, der darf zu Recht hoffen, dass er mit seiner Musik eventuell etwas verändert. So präsentierte Mental Movement “A la Ska” und “Beirut’s Track” – Titel, die zum Nachdenken anregten. Wobei: Falls jemand auf echtes Vinyl gehofft hatte wurde enttäuscht – die Turntables, die zu sehen waren, waren mit dem Laptop verbunden und ermöglichten es dem DJ MP3s wie richtige Schallplatten zu scratchen.Claudius Zibrowius, Sopranblockflöte, und Alexandra Meiler, Klavier, leiteten den Schluss des Programms ein. Das “Invisible Poem” schwang sich durch den Raum, gab der Sopranblockflöte einerseits sehr viel Raum für Virtuosität, dann aber auch immer wieder einige kleinere Pausen – als würde der Dichter dieses Poems beim Schreiben gerade über den nächsten Vers nachgrübeln.Wer das bunte, vielfältige und ausdrucksstarke Programm gesehen hatte, der konnte mit Sicherheit eines sagen. Nämlich: Um den musikalischen Nachwuchs muss man sich in Duisburg keine Sorgen machen; diese Stadt hat schon das, was Deutschland permanent jedes Jahr aufs Neue sucht: Absolute Superstars.






17:55 Uhr
Tolles Lied.
Einfach Klasse,wie alles was von und mit Benny ist :)
Liebe Grüsse an alle Eure Diana