12. PHILHARMONISCHE KONZERT | Ring ohne Worte | Diashow
INFO-BOX: Alle Informationen zum “Ring ohne Worte” auf einen Blick
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Richard Wagner, der seine Operntexte selber schrieb und dessen Opernentwicklung auf das Gesamtkunstwerk, die Einheit von Wort, Ton und Tanz – bei den Rheintöchtern im “Rheingold” je nach Inszenierung – hinzielte, diesem Richard Wagner nun sozusagen das Wort abzuschneiden mit einer Bearbeitung des “Ring des Nibelungen”… Das ist eigentlich unerhört. Das ist gewagt. Und: Es funktioniert gerade deswegen, weil Wagners Motivarbeit tief im Orchester verankert ist. Achtung! wir werden das Abschlusskonzert Heute um 20:00 Uhr als High-Quality-Livestream kostenlos im Internet übertragen Zur Diashow
Foto: Christoph Müller-GirodWer nicht die Zeit hat sich die ganzen 14 bis 16 Stunden, die der “Ring des Nibelungen” dauert anzuhören, der kann sich auch am “Ring ohne Worte” davon überzeugen wie Wagner mit dem Orchester arbeitet. Wagners Erfindung des Leitmotivs – desöfteren auch gerne mal als Leidmotiv verspottet – ordnet jeweils ein musikalisches Thema einer Figur oder einem Ding zu. Aber während Wagners Nachahmer es einzig und allein dabei beließen nur immer das jeweilige Motiv dann hervorzukramen wenn in der Handlung selbst davon die Rede ist, ist Wagners Werk diffiziler. Natürlich ist das, was die Sänger auf der Bühne singen wichtig und natürlich singen sie dabei auch das Leitmotiv. Aber des öfteren erscheinen Motive im Orchester, die tiefer in die Gedankenwelt des Charakters hineinzutauchen scheinen.So ist das Motiv des Drachen Fafner aus dem Motiv der Riesen abgeleitet – man kann es in der Bearbeitung Dreßlers nach der Pause hören – aber Wagner formt aus dem reinen Klang, den es bei den Riesen hat, ein zwielichtiges, schleichendes ebend monströses Motiv. Man hört förmlich wie Fafner als Hüter des Ringes und des Hortes in seiner Höhle dumpf vor sich hindöst. Dass aus dem einstigen Riesen ein Drache geworden ist, der das Geld hortet – im wahrsten Sinne des Wortes – kann durchaus als Metapher gesehen werden. Zuviel Besitzgier, so scheint Wagner zu meinen, lässt den Menschen verschwinden und den Drachen hervortreten. Während dieses Vorspiels aber erklingt nicht nur das Motiv des Drachen Fafner sondern auch das des Rings selbst, das des Fluches, dem der Ring anhaftet und auch Alberichs Rachelust ist im Orchester zu hören. Was seinen Sinn hat, denn die nachfolgende Handlung – die beim “Ring ohne Worte” übersprungen wird – beheimatet den Zwergen Alberich vor die Höhle Fafners. Der Zwerg sucht immer noch den Ring zu gewinnen, den er an die Götter verloren hat.Wagners Leitmotive kommentieren die Handlung. Offenbaren, wenn man genauer hinhört das, was die Figuren selbst entweder nicht wissen können – so ertönt in dem Moment, in dem Siegfried Wotans Speer zertrümmert das Motiv des “Wälsungenleids”, denn Siegfried rächt damit unwissentlich den Tod seines Vaters, den er nie gekannt hat – oder das, was sie wohl wissen aber sich nicht auszusprechen wagen. Durch die Verzahnung und die Orchestrierung schafft Wagner damit ohne Zweifel ein Gesamtkunstwerk. Eines, dass auch dann funktioniert wenn man die rein instrumentalen Passagen in einer neuen Bearbeitung zu Gehör bringt. Erstaunlicher ist aber noch: Selbst dort, wo im Original eigentlich gesungen wird – so hört man in der ersten Hälfte des Konzerts die “Arie” Siegmunds “Winterstürme wichen dem Wonnemond” neu instrumentiert – selbst dort bewahrt sich der eigentümliche Zauber von Wagners Werk.






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