10. Philharmonisches Konzert | Weblog Eintrag | Friedemann Pardall
“…wenn ein Musikstück gut ist, spielt es keine Rolle, welcher Nation der Verfasser angehört, sei er auch Türke oder Chinese.”
Diese Zeilen kommen nicht etwa aus der Feder eines zeitgenössisch-globalisierten Multi-Kulti-Anhängers, sie sind vielmehr etwa 200 Jahre alt und der Autor ist ein aus dem Bergischen stammender Komponist, dessen 7. Sinfonie wir diese Woche das Vergnügen haben, aufführen zu dürfen.
Johann Wilhelm Wilms machte sich im Alter von 19 Jahren nach Amsterdam auf und teilte daselbst seinem Vater mit, dort bleiben zu wollen. Vorbildlich integriert und assimiliert, schrieb er sogar die Melodie zu der Niederländischen Nationalhymne, die 1814-1932 in Gebrauch war.
Schon die ersten Töne zeigten die Nähe zu Schubert und Beethoven. Schwierig und zugleich spannend im Verlauf der Probenarbeit die Tatsache, daß sich unsere Aufführungsweise an keiner Vergleichseinspielung oder -Aufführung reiben kann, denn laut dem Dirigenten de Vriend, ist diese Komposition seit ca 150 Jahren nicht mehr erklungen.
Umso schöner, daß uns hier ein Spezialist der historisch informierten Aufführungspraxis zur Seite steht, der seine Interpretation eines völlig unbekannten Stückes auf seinem sehr fundierten Wissen aufbauen kann, und dieses Wissen auf sehr humorvolle und lebendige Art vermittelt.
Wer also noch unschlüssig ist, welchen deutsch-holländischen Vergleich er am Mittwoch anschauen bzw. anhören will: der Unsere ist mit Sicherheit niveauvoller als der auf SAT1
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Friedemann Pardall - Violoncello (Solo)







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